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Milder Mauerpfeffer

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(Weitergeleitet von Sedum sexangulare)

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Milder Mauerpfeffer
Datei:SedumSexangulare.jpg

Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare)

Systematik
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus: Sedeae
Gattung: Fetthennen (Sedum)
Art: Milder Mauerpfeffer
Wissenschaftlicher Name
Sedum sexangulare
L.

Der Milde Mauerpfeffer (Sedum sexangulare <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Sedum mite <templatestyles src="Person/styles.css" />Gilib., Sedum boloniense <templatestyles src="Person/styles.css" />Lois.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fetthennen (Sedum) in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Diese Art ist sehr formenreich.

Datei:Sedum sexangulare sl6.jpg
Stängel mit Laubblättern: diese weisen am Grund einen spornartigen Höcker auf.
Datei:20170609Sedum sexangulare2.jpg
Blütenstand
Datei:Sedum sexangulare sl13.jpg
Blüte

Merkmale

Der Milde Mauerpfeffer ist ein überwinternd grüner Chamaephyt, der Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimeter erreicht. Die sechszeilig angeordneten Laubblätter besitzen am Grund einen spornartigen Ansatz, sind wurstförmig, 3 bis 7 Millimeter lang und ungefähr 1,5 Millimeter breit. Sie schmecken nicht bitter. Er ist rasenbildend dadurch, dass die Grundachse stark verzweigt ist und blühende wie nichtblühende Sprosse treibt.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Blätter sind an den nichtblühenden Sprossen dicht sechszeilig angeordnet.<ref name="HegiHuber1961" />

Die Blüten sind kurz gestielt und stehen in verzweigten Wickeln.<ref name="HegiHuber1961" /> Sie sind zwittrig, radiärsymmetrisch und fünf- bis sechszählig. Die 5 Kelchblätter sind eiförmig, stumpf und 2 bis 2,3 Millimeter lang.<ref name="HegiHuber1961" /> Die fünf bis sechs Kronblätter sind 3,5 bis 5 Millimeter lang<ref name="HegiHuber1961" />, spitz und sattgelb gefärbt. Es sind zwei Kreise mit je 5 Staubblättern vorhanden. Die Staubblätter sind 3 bis 4 Millimeter lang. Die Fruchtknoten sind frei. Es werden Balgfrüchte gebildet. Sie sind sternförmig ausgebreitet, 3 Millimeter lang und in ein 0,7 bis 1 Millimeter langes Stylopodium zugespitzt.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli, in manchen Gegenden auch bis September.<ref name="HegiHuber1961" />

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 74.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Der Milde Mauerpfeffer kommt im warmgemäßigten bis gemäßigten Europa in Felsfluren, Sandtrockenrasen, Mauern, Bahnanlagen und trockenen Kiefernwäldern vor. Er ist eine Charakterart der Klasse Sedo-Scleranthetea, kommt aber auch in Gesellschaften der Klassen Festuco-Brometea, Asplenietea trichomanis oder des Verbands Erico-Pinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er steigt von der Ebene bis in die alpine Stufe auf. In den Allgäuer Alpen steigt er im Tiroler Teil am Aufstieg von Holzgau zur Jöchelspitze bis zu 1300 Metern Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> Im Puschlav erreicht er 1900 Meter, am Monte Baldo 2050 Meter Meereshöhe.<ref name="HegiHuber1961" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+w+ (trocken aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet ist auf Europa beschränkt.<ref>Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12 (Resedaceae to Platanaceae). Helsinki 1999, ISBN 951-9108-12-2, S. 90–91.</ref> Ursprünglich kommt die Art vor in Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Polen, Ungarn, in der früheren Tschechoslowakei, im früheren Jugoslawien, in Albanien, Bulgarien, Rumänien, in der Ukraine, in Belarus, im Baltikum, in Finnland und in Schweden. Sie ist ein Neophyt in Großbritannien, Irland, im nordwestlichen europäischen Russland, in Norwegen, in Nordamerika und in Tasmanien.<ref name="POWO" />

Ökologie

Die Balgfrüchte schließen sich bei trockenem Wetter und öffnen sich bei Regen.<ref name="HegiHuber1961" />

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält Alkaloide und die Heptose Sedoheptulose.<ref name="HegiHuber1961" />

Nutzung

Der Milde Mauerpfeffer wird zerstreut als Zierpflanze für Steingärten, Rabatten, Heidebeete und Kiesdächer genutzt.

Literatur

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. 93. Auflage, Quelle und Meyer Verlag, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  • Wolfgang Lippert: Crassulaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage Band IV, Teil 2 A, Seite 121–122. Blackwell-Wissenschaftsverlag Berlin 1995. ISBN 3-8263-3016-1

Belege

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 642.</ref> <ref name="InfoFlora"> Sedum sexangulare L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="HegiHuber1961">Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Saxifragaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2, Seite 89–90. Verlag Carl Hanser, München 1961.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Sedum sexangulare bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks

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