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Hoyerswerdaer Schwarzwasser

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(Weitergeleitet von Schwarzwassergraben)

Vorlage:Infobox Fluss Das Schwarzwasser (Vorlage:HsbS), zur besseren Unterscheidung von anderen Flüssen gleichen Namens, etwa dem Ruhlander Schwarzwasser, auch Hoyerswerdaer Schwarzwasser genannt, ist ein rechter Nebenfluss der Schwarzen Elster in Sachsen. Auf Landkarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert findet sich für den Fluss die Bezeichnung Weiße Elster.<ref>Bartholomaeus Scultetus: Lusatia superior. Blaeu 1640. (siehe Landkarte auf Wikimedia Commons)</ref><ref>Dvcatvs Electorat. et Principat. Dvcvm Saxoniae : prout illorum conditio hodierna est; Tab. I.; Cum Privil. Caes. & Reg. Polon. Maj. / Geographicé consignati per Phil. Henr. et Frid. Zollmann. In lucem prolati ab Homannianis Heredibus. - [ca. 1:460 000]. – Norib. : Homanniani Heredes, 1731 (Deutsche Fotothek).</ref>

Verlauf

Quellen und Oberlauf

Datei:Schwarzwasserquelle.jpg
Schwarzwasserquelle am Hohen Hahn

Das Schwarzwasser entsteht an den Nordhängen des Lausitzer Berglandes aus verschiedenen Quellbächen.

Die Hauptquelle befindet sich etwa 200 Meter nördlich des Gipfels des Hohen Hahns auf 419 Metern Höhe. Von hier aus fließt der Bach zunächst nordwärts nach Tröbigau, wo er sich mit zwei weiteren Quellbächen vereint, die zum einen vom Tröbigauer Butterberg (388 m) und zum anderen aus den Tocken (abgeleitet vom slawischen tok=Fluss) zwischen Tröbigauer Berg (401 m) und Jungfernstein (373,2 m) kommen. Weiter fließt es in Richtung Westen durch Schmölln und dann nach Nordosten durch Demitz-Thumitz. Letzter Ort an dem Bach, bevor er sich mit dem anderen Schwarzwasser vereinigt, ist Rothnaußlitz. Unmittelbar vor Schmölln sowie zwischen Demitz-Thumitz und Rothnaußlitz wird der Bach in kleineren Rückhaltebecken gestaut.

Ein weiterer Quellbach ist das Naundorfer Wasser, welches zuweilen auch als Rechtes Schwarzwasser bezeichnet wird. Es entspringt am Osthang des Hohen Hahns auf 391 Metern Höhe, nur etwa einen Kilometer von der Hauptquelle entfernt, fließt jedoch von dort in östliche Richtung durch Naundorf und dann nördlich durch Cossern, Zockau und Neuspittwitz bis zum Zusammenfluss mit dem Hauptfluss in der Nähe der Bundesstraße 6 bei Spittwitz.

Datei:40-spittwitz-skala-4.jpg
Nedaschützer Skala

Weiterer Verlauf

Der weitere Lauf des Flüsschens führt nach Norden durch den Ort Spittwitz – dort fließt das Silberwasser zu – und durch Nedaschütz. Kurz hinter Spittwitz und noch einmal vor Nedaschütz verengt sich das Tal zu einer felsigen Schlucht, der Nedaschützer Skala. Diese für die Oberlausitz typische Landschaftsform eines Engtales entstand während der Elstereiszeit. Das dazwischen liegende Wiesental sollte einmal durch eine Talsperre geflutet werden. Im Nedaschützer Tal, etwa 200 Meter oberhalb der Fischzucht Nedaschütz, sind an der engsten Stelle noch Reste der bereits begonnenen Umleitungstunnel für das Schwarzwasser zu sehen. Im Spittwitzer Ortsteil Skala wurden drei von vier Häusern von den Bewohnern verlassen. Nachdem die Entscheidung für den Bau der Talsperre Bautzen gefallen war, wurde das Projekt gestoppt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Datei:Schwarzwasser-autobahn.jpg
Brücke der A4 zwischen Pietzschwitz und Prischwitz

Nach der Unterquerung der Bundesautobahn 4, wo das Lange Wasser einmündet, folgen die Orte Prischwitz, Sollschwitz, Dreikretscham, Saritsch und Neschwitz. Bei letzterem mündet das Puschwitzer Wasser. Das Schwarzwasser war in diesem Abschnitt seit DDR-Zeiten fast vollständig reguliert und wurde auf dem Abschnitt Prischwitz–Dreikretscham in den Jahren 2023–25 renaturiert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Unterhalb von Neschwitz ist die Flussaue etwa 500 Meter breit, während das eigentliche Flussbett 5 bis 10 Meter tiefer als seine Umgebung liegt.

Es folgen Zescha und Königswartha mit seiner Teichlandschaft. Die Flussaue verengt sich bis Königswartha auf etwa 200 Meter und verbreitert sich beim Übergang ins Lausitzer Urstromtal unterhalb von Königswartha wieder auf 500 Meter. An dieser Stelle ist der Fluss nur noch ein bis zwei Meter in die Aue eingeschnitten.

Bei Königswartha zweigen mehrere Seitenarme vom Schwarzwasser ab, unter anderem das Warthaer Schwarzwasser, welches zahlreiche Teiche zwischen Caminau, Wartha und Koblenz speist und sich im Knappensee wieder mit dem Schwarzwasser vereint.

Unterlauf und Mündung

Datei:Schwarzwasser Muendung.jpg
Zusammenfluss von Schwarzwassergraben (links) und Wudra
Datei:Hoyerswerda Schwarzwasser Aerial Pan.jpg
Luftbildpanorama nahe Hoyerswerda (rechts Mündung der Wudra in das Schwarzwasser und links Mündung in die Schwarze Elster)

Im weiteren Verlauf liegt Groß Särchen. Hier speist das Schwarzwasser den Knappensee, das ausgekohlte Restloch des Braunkohletagebaus Grube Werminghoff bei Knappenrode. Zuvor wird jedoch über eine Schleuse der Großteil des Wassers in den Schwarzwassergraben umgeleitet, eine zu Betriebszeiten des Tagebaus angelegte Umleitung des Flusses. Dieser führt von Groß Särchen westlich am Knappensee vorbei.

Die Mündung des Schwarzwassers in die Schwarze Elster erfolgt aufgrund der künstlich angelegten Seitenarme beider Flüsse an drei verschiedenen Stellen:

Zunächst trifft unmittelbar südlich von Hoyerswerda der Schwarzwassergraben auf die Wudra, einen begradigten Arm der Schwarzen Elster. Da hier das meiste Wasser von sowohl Schwarzwasser als auch Schwarzer Elster zusammenfließt, kann dieser Zusammenfluss als reguläre Schwarzwassermündung betrachtet werden.

Nur wenige Hundert Meter später, bei Klein Neida, vereint sich der Fluss auch mit dem historischen Hauptarm der Schwarzen Elster.

Das ursprüngliche Schwarzwasser fließt nach dem Abfluss aus dem Knappensee durch Spohla und Maukendorf nach Hoyerswerda, wo es um die Neustadt in die Schwarze Elster geleitet wird. Die ursprüngliche Einmündung wurde verlegt; an ihrer Stelle befindet sich heute die Plattenbausiedlung Hoyerswerda-Neustadt. Die jetzige Mündung befindet sich unmittelbar an der Görlitzer Brücke über die Elster und ist damit der letzte der drei Zusammenflüsse.

Datei:Schwarze und Weisse Elster 1731.jpg
Bis ins 18. Jahrhundert trug das Schwarzwasser auch den Namen Weiße Elster

Ehemalige Mühlen am (Hoyerswerdaer) Schwarzwasser

Vorlage:Siehe auch

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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