Szydłów (Tułowice)
Szydłów (deutsch Schiedlow, 1936–1945 Goldmoor) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Tułowice (Tillowitz) im Powiat Opolski der Woiwodschaft Opole (Oppeln) in Polen.
Geographie
Szydłów liegt sieben Kilometer östlich von Tułowice (Tillowitz) und etwa siebzehn Kilometer südwestlich von Opole an der Bahnstrecke Opole–Nysa in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene) innerhalb weitläufiger Waldgebiete, die zum Forst Tułowice gehören.
Nachbarorte von Szydłów sind westlich Skarbiszowice (Seifersdorf) und nordwestlich Grodziec (Groditz).
Geschichte
„Schidlaw“ wurde 1379 erstmals erwähnt. Eine weitere Erwähnung ist für das Jahr 1534 belegt. 1831 wurde im Dorf eine katholische Schule eingerichtet.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Schiedlow mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1783 zählte das Dorf 17 Gärtner- und drei Häuslerstellen. Die Einwohnerzahl lag damals bei 86.<ref name="Heimatverein">Heimatverein des Kreises Falkenberg O/S: Heimatbuch des Kreises Falkenberg in Oberschlesien. Scheinfeld, 1971. S. 166–168</ref>
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Schiedlow ab 1816 zum Landkreis Falkenberg O.S., mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1830 wurde im Ort eine katholische Schule eingerichtet.<ref name="Heimatverein" /> 1845 bestand das Dorf aus 65 Häusern, einer katholischen Schule einem Vorwerk und 12 Einwohnern. Im gleichen Jahr lebten in Schiedlow 400 Einwohner, davon 12 evangelisch.<ref>Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 588.</ref> Bis 1855 stieg die Einwohnerzahl 456 Einwohner im Ort. 1865 zählte das Dorf 29 Gärtner- und 16 Häuslerstellen sowie 389 Einwohner. Die einklassige katholische Schule wurde im gleichen Jahr von 90 Kindern besucht.<ref>Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 1137.</ref> 1874 wurde der Amtsbezirk Tillowitz gegründet, dem die Landgemeinden Baumgarten, Ellguth-Tillowitz, Michelsdorf, Schedliske, Schiedlow, Seifersdorf, Tillowitz und Weiderwitz sowie die Gutsbezirke Baumgarten, Ellguth-Tillowitz, Schedliske, Schiedlow, Seifersdorf, Tillowitz und Weiderwitz eingegliedert wurden.<ref>Amtsbezirk Tillowitz</ref> 1885 zählte Schiedlow 410 Einwohner.<ref>Kreis Falkenberg O.S.</ref> 1887 richteten die Preußischen Staatseisenbahnen eine Eisenbahnverbindung von Oppeln über Schiedlow nach Neisse mit Abzweig in Schiedlow nach Deutsch-Leippe ein.
1933 lebten in Schiedlow 893 Einwohner. Zum 10. Juni 1936 wurde das Dorf in Goldmoor umbenannt. 1939 lebten wiederum 921 Menschen im Dorf.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Falkenberg O.S.
Die Rote Armee rückte am 18. März 1945 in Goldmoor ein. Bei Kampfhandlungen wurden 14 Häuser zerstört.<ref name="Heimatverein" /> Danach kam der bisher deutsche Ort Goldmoor an Polen und wurde in Szydłów umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde am 19. Oktober 1945 ins Internierungslager Lamsdorf getrieben. Ca. 100 Dorfbewohner kamen dort ums Leben. Die restliche deutsche Bevölkerung wurde im Juni 1946 vertrieben.<ref name="Heimatverein" /> 1945–1950 gehörte Szydłów zur Woiwodschaft Schlesien, anschließend zur Woiwodschaft Opole. Seit 1999 gehört es zum Powiat Opolski.
Sehenswürdigkeiten
- Kirche St. Josef – 1913 im barocken Stil erbaut<ref>St.-Josefs-Kirche (polnisch)</ref>
- Werksgebäude der ehemaligen Thalers Ofen-, Thon-, Chamotten-, Ziegel- und Dachsteinwerke nordwestlich des Ortskerns
- Das Empfangsgebäude des Bahnhofes Schiedlau wurde 1887 erbaut.<ref>Bahnhof Szydłów (polnisch)</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />