Bastardindigo
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| Datei:Amorpha fruticosa 05.JPG
Bastardindigo (Amorpha fruticosa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Amorpha fruticosa | ||||||||||||
| L. |
Bastardindigo, Scheinindigo<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Scheinindigo, Land Steiermark ( vom 28. Juni 2008 im Internet Archive).</ref>, Bleibusch oder Falscher Indigo (Amorpha fruticosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Amorpha in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler.
Beschreibung
Der Bastardindigo ist ein aufrechter, laubabwerfender Strauch, der eine Höhe von 1 bis 4 Meter erreicht. Seine jungen Triebe sind weich behaart, verkahlen aber später.
Die wechselständigen und kurz gestielten Laubblätter sind 9- bis 25-zählig, oft wechselnd, unpaarig gefiedert und erreichen eine Länge von bis zu 30 cm. Ihr Blattstiel wird bis 4 cm lang. Die kurz gestielten, drüsigen und ganzrandigen Fiederblättchen sind eiförmig bis elliptisch oder länglich, tragen vorne eine kurze Stachelspitze und erreichen eine Länge bis 4 cm. Auf der Unterseite sind sie anfangs hellgrau behaart, verkahlen aber bald. Die Nebenblätter sind borstenförmig, fallen aber schon früh ab. Es sind feine Nebenblättchen vorhanden. Die Blätter duften stark.
Der Bastardindigo ist protogyn, also vorweiblich.<ref>Botanische Zeitung. 28. Jahrg., Felix, 1870, Sp. 621 ff.</ref><ref name ="UT">UT Austin, Plant Resources Center.</ref> Er blüht von Juni bis August, selten bis September. Die kleinen, duftenden, zwittrigen, kurz gestielten Blüten mit doppelter Blütenhülle stehen in 7 bis 17 cm langen, aufrechten, end- oder achselständigen und fein behaarten, dichten Trauben. Es sind meist abfallende, feine, schmale Trag- und Deckblätter vorhanden. Der kleine, becherförmige und oben leicht behaarte, gezähnte Kelch ist drüsig. Nur die breite Fahne ist von den typischen Schmetterlingsblüten vorhanden, während die seitlichen Flügel und das Schiffchen fehlen. Die Fahne ist aufrecht, röhrig eingerollt, purpurn bis dunkelviolett und umfasst die Staubblätter.<ref name="HegiGams1964" /> Die Staubbeutel der zehn abgestuft ungleich langen, an der Basis einbrüderigen und leicht vorstehenden Staubblätter sind gelb. Der lange Griffel ist schütter behaart. Es sind Nektarien im Kelch vorhanden.<ref name ="UT" />
Die kleinen, leicht gebogenen Früchte sind bis 10 Millimeter lange und einsamige, drüsig-warzige, nicht öffnende, geschnäbelte Hülsenfrüchte mit beständigem Kelch. Die glatten, harten, länglichen, abgeflachten Samen sind bis 5 Millimeter lang, bräunlich und leicht nierenförmig. Die Früchte stehen noch länger Zeit an der Pflanze.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Die Bestäuber sind verschiedene Insekten, vor allem Honigbienen. In Amerika wird sie auch durch Kolibris bestäubt.<ref name="HegiGams1964" />
Die Pflanze wurde aufgrund ihres Ausbreitungspotenzials und der Schäden in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit bzw. Ökonomie in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten der Schweiz aufgenommen.<ref>Bundesamt für Umwelt BAFU: Invasive gebietsfremde Arten. (admin.ch [abgerufen am 6. August 2019]).</ref><ref>Amorpha fruticosa bei Info Flora, (Schwarze Liste (Stand August 2014) PDF).</ref>
Standort
Der Bastardindigo wächst in lichten Laubwäldern, an Säumen, in Prärien und in Trockengebüschen. Er toleriert trockene Böden. Er gedeiht in der Schweiz in den Gesellschaften des Verbands Auen-Weidengebüsch (Salicion elaeagni).
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Verbreitung
Er stammt ursprünglich aus den kontinentalen Regionen Nordamerikas, vom südlichen Kanada bis Florida und dem nördlichen Mexiko.<ref name="POWO" /> Er ist aber in Eurasien von Frankreich bis China und Japan eingeführt.<ref name="POWO" />
Taxonomie
Der Bastardindigo wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2, Seite 713 als Amorpha fruticosa erstbeschrieben. Der Gattungsname leitet sich von griechisch "morphe" = "Gestalt" her, das "a" meint Verneinung und bezieht sich auf die ganz andere Gestalt der Blüte als die anderer Schmetterlingsblütler.<ref name="HegiGams1964" />
Nutzung
Von den europäischen Siedlern in Nordamerika wurden die Blätter und junge Triebe des Bastardindigos anstelle des Indigostrauchs (Indigofera tinctoria) zum Blaufärben verwendet. Allerdings enthalten sie nur wenig Farbstoff. Die Art ist in Mitteleuropa frosthart und wird gelegentlich als Ziergehölz, Bienenweide und als Erosionsschutz an Böschungen angepflanzt. Sie wird in Mitteleuropa seit 1724 angepflanzt.<ref name="HegiGams1964" />
Literatur
- O. N. Allen, Ethel K. Allen: The Leguminosae. Univ. of Wisconsin Press, 1981, ISBN 0-299-08400-0, S. 42.
- Gunter Steinbach (Hrsg.): Steinbachs Großer Pflanzenführer. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2011, ISBN 978-3-8001-7567-3, S. 328.
- Peter A. Schmidt, Ulrich Hecker: Taschenlexikon der Gehölze. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2009, ISBN 978-3-494-01448-7.
- Amorpha fruticosa in der Flora of China, Vol. 10.
- Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-444-64175-5, S. 70.
Weblinks
- Amorpha fruticosa bei Useful Temperate Plants.
- Amorpha fruticosa bei UT Austin, Plant Resources Center.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
- Bastardindigo. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 600.</ref> <ref name="InfoFlora"> Amorpha fruticosa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Amorpha fruticosa bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, Seite 1385–1386. Verlag Carl Hanser, München 1964.</ref> </references>