Sansanné-Mango
| Sansanné-Mango | ||||||
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10° 22′ 3″ N, 0° 28′ 22″ O
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dim=10000 | globe= | name=Sansanné-Mango | region=TG-S | type=city
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| Basisdaten | ||||||
| Staat: | Datei:Flag of Togo (3-2).svg Togo | |||||
| Region: | Savanes | |||||
| Einwohner: | 41.464 (2007) | |||||
Sansanné-Mango oder Mango (früher Sansane-Mangu)<ref name="Zech"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Julius Zech: Sansane-Mangu ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., in: Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon, Band III, Leipzig: Quelle & Meyer 1920, S. 251f.</ref> ist eine Stadt im Norden des afrikanischen Staates Togo. Sie liegt in Savanes, der nördlichsten der 5 togoischen Regionen und hat etwa 41.464 Einwohner (2007). Der Ort liegt auf einer Höhe von 145 Metern.
Geschichte
Gründung und Namensherkunft
Die Stadt Mango, auch bekannt als Sansanné-Mango oder N’Zara, wurde im 12. Jahrhundert des islamischen Kalenders (Mitte des 18. Jahrhunderts) während eines Kriegszuges der Tschokossi (auch genannt Anufôm), die in das Gebiet aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet in der heutigen Elfenbeinküste eingedrungen waren, als Kriegslager gegründet, woraus sich auch der Name (deutsch etwa: „Kriegslager von Mango“) ableitet.<ref name="Zech" /> Unter der Führung von Na Biema Bonsafô ließen sie sich am Westufer des Oti-Flusses nieder. Der Name N’Zara bedeutet in der Sprache der Anufo „Kriegslager“ und ist bis heute gebräuchlich.<ref>Nicoué Lodjou Gayibor: Histoire des Togolais: des origines aux années 1960 (= Hommes et sociétés). Nouvelle éd. révisée. Éd. Karthala Presses de l'UL, Université de Lomé, Paris Lomé 2011, ISBN 978-2-8111-0480-1.</ref><ref>Emile Adriaan Benvenuto van Rouveroy van Nieuwaal, E. A. van Rouveroy van Nieuwaal-Baerends: Muslims in Mango (Northern Togo): some aspects, writing and prayer: some notes on a film (= Research report. no. 27, 1986). African Studies Centre, Leiden, Netherlands 1986, ISBN 90-70110-52-0.</ref>
Vorkoloniale Geschichte
Die politische und militärische Führung der Stadt lag beim fémè, dem Oberhaupt der Anufôm. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Amt von Biema Asabiè, einem Nachfahren des Stadtgründers, ausgeübt. In dieser Zeit war Mango ein regional bedeutendes politisches Zentrum.
Europäische Kontakte und Kolonialzeit
Die ersten europäischen Kontakte entstanden in den 1890er Jahren. Zunächst erreichte George Ekem Ferguson (auch Ekow Atta genannt) im Auftrag Großbritanniens die Stadt. Im Januar 1895 folgte eine deutsche Expedition unter Beteiligung von Hans Gruner, Ernst von Carnap-Quernheimb und Adolf von Seefried.<ref>Adolf Max Emil Freiherr von Seefried auf Buttenheim: Beiträge zur Geschichte des Manguvolkes in Togo. In: Zeitschrift für Ethnologie. Band 45, Nr. 3, 1913, S. 421–435.</ref> Diese Expedition leitete die deutsche koloniale Einflussnahme in Nord-Togo ein und führte in der Folge zum Abschluss sogenannter „Schutz- und Freundschaftsverträge“ sowie zur militärischen und administrativen Eingliederung der Region in das deutsche Kolonialgebiet Togo. Mango wurde also Teil der deutschen Kolonie Togo. Folglich gründete Ernst von Carnap-Quernheimb eine gleichnamige Forschungs- und Verwaltungsstation zur Kontrolle über den umgebenden Bezirk als Sitz der Lokalverwaltung. Erster Stationsleiter war Gaston Thierry.
Mord an Na Biema Asabiè
Im Juli 1897 wurde Sansanné-Mango von den Kolonialverwalter im Französisch-Sudan offiziell als unter deutsche Kolonialherrschaft erkannt. In diesem Zusammenhang verschärften sich die Spannungen zwischen der deutschen Kolonialverwaltung und dem fémè Biema Asabiè. Gaston Thierry bezweifelte die Loyalität der politischen und religiösen Autoritäten der Stadt und ordnete mehrfach Vorladungen und Untersuchungen an.
Am 17. Oktober 1897 berief Thierry eine Versammlung in N’Zara ein, bei der er öffentlich die Autorität des fémè in Frage stellte. Zeitgenössische Berichte beschreiben die Versammlung weniger als Verhandlung denn als Machtdemonstration der Kolonialverwaltung. Biema Asabiè erklärte, lediglich Verträge mit britischen und deutschen Vertretern geschlossen zu haben.<ref name=":0">Yann LeGall, Jeanne-Ange Wagne, Elias Aguigah: Koloniale Gewalt im Norden Togos und die Plünderung der Besitztümer von Biema Asabiè. In: VOICES Blog. Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, 19. Januar 2023, abgerufen am 10. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Anfang November 1897 ließ Thierry den fémè zwangsweise vorführen. In einem späteren Bericht schilderte er die Situation wie folgt:
„Gleichzeitig war die Haltung des Königviertels eine derartige (Schlagen der Königstrommeln, Abfeuern von Gewehren, Abbrennen des Grases um die Häuser, mir durch sicheren Kundschafter zugegangene Redereien und Aufsetzungen), daß ich genötigt war, den König am 2. Oktober [sic! November] a.c. zwangsweise zu mir zu beordern. Bei dem von ihm dabei geleisteten Widerstand resp. Fluchtversuch ist König Nbema erschossen worden.“<ref>Gaston Thierry, Bericht an das Gouvernement der Kolonie Togo, 19.11.1897, Bundesarchiv, R1001/4392, Blatt 163.</ref>
Biema Asabiè wurde dabei getötet. Vier Tage später kam es zu bewaffneten Kampf, als die Angehörige von Na Biema Asabiès Familie bzw. Dynastie sich gegen die Kolonialstation rächen wollten. Diese wurden von den von Thierry geführten Polizeitruppen gewaltsam niedergeschlagen, wobei mindestens fünfzehn Menschen ums Leben kamen.<ref name=":0" />
Die Tötung von Na Biema Asabiè markierte einen tiefgreifenden Bruch in der politischen Ordnung von Mango und ermöglichte der deutschen Kolonialverwaltung die direkte Durchsetzung ihrer Herrschaft.
1899 wurde Gaston Thierry für mehrere Gründe, darunter die Führung von unangemeldete „Strafexpeditionen“ im Hinterland, vom Reichskolonialamt stark kritisiert und nach Kamerun versetzt. Als Stationsleiter in Mango folgte Friedrich Rigler. Bis 1914 folgten eine Telegraphenhilfstelle und meteorologische Station.<ref name="Zech" />
Klimatabelle
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Einzelnachweise
<references />