Samtfußrüblinge
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| Samtfußrüblinge | ||||||||||||
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| Datei:2009-11-19 Flammulina velutipes agg biolib.cz crop.jpg
Gemeiner Samtfußrübling (Flammulina velutipes) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Flammulina | ||||||||||||
| P. Karst. |
Die Samtfußrüblinge (Flammulina) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Physalacriaceae. Die Pilze wachsen meist in Büscheln an totem oder lebendem Holz. Die frostresistenten Fruchtkörper erscheinen überwiegend im Winter und gelten als essbar. In der asiatischen Küche ist Flammulina filiformis ein geschätzter Speisepilz und wird deshalb auch kultiviert.<ref name=":1">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Merkmale
Makroskopische Merkmale
Der flach gewölbte bis niedergedrückte Hut misst bis zu 6(–10) cm im Durchmesser und hat eine weiße, gelbe, ocker bis orangebraune Färbung. Typisch ist eine ausgeprägt glänzend-schmierige bis schleimige Hutoberfläche, die klebrig abtrocknet. Die Lamellen sind frei bis am Stiel angewachsen, laufen aber nie daran herab. Das Farbspektrum reicht von weißlich über blass ocker bis hin zu ockergelb und ockerbraun. Das Sporenpulver hinterlässt einen weißen bis blass cremefarbenen Abdruck. Der wurzelnde Stiel besitzt eine knorpelig-gelatinöse Konsistenz und eine samtig-flaumige Rinde. Selten erscheint er auf ganzer Länge weiß bis creme-weiß, oftmals ist nur die Spitze creme bis gelb-ocker und der Teil unterhalb braun bis schwarz gefärbt. Das Fleisch ist knorpelig-gelatinös, im Stiel faserig-zäh und schmeckt mild.
Mikroskopische Merkmale
Die elliptischen, schlank elliptischen, zylindrisch-elliptischen bis zylindrischen Sporen sind meist 6–12(–14) µm lang (bei Flammulina cephalariae bis 17 µm lang<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref name=":0">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>) und zeigen in Iod-Lösung und Baumwollblau keine Farbreaktion (inamyloid bzw. acyanophil). Meist kommen sowohl auf den Lamellen als auch auf dem Hut und dem Stiel Zystiden vor. Die Hyphen haben Schnallen an den Querwänden.
Gattungsabgrenzung
Potenzielle Doppelgänger finden sich unter den Flämmlingen (Gymnopilus) und Schüpplingen (Pholiota).
Ökologie
Die Fruchtkörper wachsen überwiegend büschelig, seltener einzeln auf totem oder lebendem Holz bzw. verholzten Wurzeln, z. B. der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) und des Weißblütigen Schuppenkopfs (Cephalaria leucantha). Beispielsweise wächst die essbare europäische Art Flammulina velutipes im Frühsommer bis Spätherbst oder Frühwinter auf verfaulten Baumstümpfen und Wurzeln von Laubbäumen. Die essbare Art Flammulina yunnanensis wächst im Sommer bis Herbst auf morschem Holz von subtropischen Laubbäumen.<ref name="Li" />
Arten
Die Gattung umfasst weltweit 17 Arten<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref name=":0" />, wovon in Europa 8 vorkommen.<ref name="Petersen" /><ref name="Ripkova2010" /><ref name="Bollmann2007" />
| Samtfußrüblinge (Flammulina) in Europa |
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Hauhechel-Samtfußrübling (Flammulina ononidis)
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Pappel-Samtfußrübling (Flammulina populicola)
In die Gattung Laccariopsis ausgelagerte Art
Die mit Gemeinem Strandhafer vergesellschaftete Laccariopsis mediterranea, zunächst beschrieben als Hydropus mediterraneus, war zuvor als Flammulina mediterranea (Mediterraner Samtfußrübling) unter anderem der Gattung der Samtfußrüblinge zugeordnet, danach als Xerula mediterranea („Ziegelrötlicher Wurzelrübling“) der Gattung Wurzelrüblinge<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>; unter dem letztgenannten Synonym wird er auch im Pilzkompendium geführt, in dem eine Anmerkung erläutert, dass die gattungsmäßige Zuordnung dieses Pilzes noch nicht endgültig gesichert sei.
Etymologie
Der Vernakularname Samtfußrüblinge besteht aus zwei Wortteilen. Der Begriff Samtfuß bezieht sich auf den samtig überzogenen Stiel. Das Wort Rüblinge wurde früher als deutschsprachiger Name für Lamellenpilze mit gummiartig elastischem, zähem Stiel verwendet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
In der Originalbeschreibung der Gattung Flammulina, die ursprünglich nur aufgestellt wurde, um ihr den Gemeinen Samtfußrübling zuzuordnen, wird keine Erklärung der Etymologie angegeben.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Früher wurden Arten der heutigen Gattungen der Flämmlinge, die durch fehlenden Ring am Stiel und ähnlich freudige Hutfarben den Samtfußrüblingen äußerlich ähnlich sehen können, der Gattung Flammula zugeordnet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Das lateinische Wort Flammulina ist eine die Verkleinerungsform des Wortes Flammula, welches wiederum die Verkleinerung des Wortes Flamma ist, welches im Deutschen Glut, Flamme oder Feuer bedeutet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)</ref> Der Gattungsname kann sich daher direkt auf die Ähnlichkeit des Gemeinen Samtfußrüblings zu früheren Arten der Gattung Flammula beziehen oder unabhängig davon aufgrund der lebhaft Gelb-Orange-Färbung davon den Gemeinen Samtfußrübling mit dem Begriff „kleines Flämmchen“ belegen.
Bedeutung
Flammulina filiformis, bekannt unter den Produktnamen „Enoki-Pilz“ oder „needle mushroom“, ist ein berühmter Speisepilz in der asiatischen Küche, insbesondere in China. Es gibt weiße und braune gezüchtete Sorten.<ref name="Li" /><ref name="velutipes" /> Die in Ostasien kultivierten Stämme wurden früher dem in Europa verbreiteten Gemeinen Samtfußrübling (Flammulina velutipes) zugeordnet, allerdings ergaben phylogenetische Untersuchungen, dass sie sich genetisch von diesem unterscheiden, weshalb für diese 2018 die Art Flammulina filiformis neubeschrieben wurde.<ref name=":1" />
Kulturen von Flammulina velutipes s. l. wurden im Space Shuttle Columbia untersucht, um das Wachstum mit geringer Schwerkraft zu untersuchen.<ref name="Space" />
Weblinks
Vorlage:Wikidata-Registrierung
- Christoph Hahn: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 18. April 2017 ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
Quellen
Literatur
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Bollmann2007"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Petersen"> Ronald H. Petersen, Karen W. Hughes, Scott A. Redhead: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. The University of Tennessee Knoxville, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 12. März 2016 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Ripkova2010"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="velutipes"> Mushroomexpert </ref> <ref name="Space"> V.D. Kern und B. Hock: Gravimorphogenesis and ultrastructure of the fungus Flammulina velutipes grown in space, on clinostats and under hyper-G conditions In: Advances in Space Research Volume 17, Issues 6–7, 1996, Pages 183–186 </ref> <ref name="Li"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> </references>