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Schwarz-Weide

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(Weitergeleitet von Salix myrsinifolia)

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Schwarz-Weide
Datei:Salix myrsinifolia (Schwarz-Weide) IMG 4622.JPG

Zweige mit Blättern und fruchtenden Kätzchen

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
Gattung: Weiden (Salix)
Art: Schwarz-Weide
Wissenschaftlicher Name
Salix myrsinifolia
Salisb.

Die Schwarz-Weide<ref name=deutsch/> oder Schwarzwerdende Weide<ref name=deutsch2/> (Salix myrsinifolia) ist eine Art aus der Gattung der Weiden (Salix) in der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Europa und reicht bis ins westliche Sibirien. Sie wird sehr selten verwendet.

Beschreibung

Datei:Salix myrsinifolia.jpg
Illustration
Datei:Salix myrsinifolia (Schwarz-Weide) IMG 4385.JPG
Zweig mit gestielten, einfachen Laubblättern und Nebenblättern
Datei:Salix myrsinifolia (Schwarz-Weide) IMG 8080.JPG
Blühende männliche Blütenkätzchen
Datei:Salix myrsinifolia (Schwarz-Weide) IMG 8052.JPG
Blühende weibliche Blütenkätzchen

Vegetative Merkmale

Die Schwarz-Weide ist ein dicht verzweigter Strauch oder selten Baum, der Wuchshöhen von 2 bis 5 Metern erreicht. Die dunkelbraune bis schwarzbraune Rinde der Zweige ist anfangs kurz samtig behaart, seltener mehr oder weniger kahl. Das nackte Holz zeigt kurze Striemen.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 3,5 bis 12, selten 15 Millimeter lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 5 Zentimetern rundlich oder elliptisch bis länglich-lanzettlich mit abgerundeter, seltener fast herzförmiger bis keilförmiger Basis, kurz zugespitztem oberen Ende und unregelmäßig oder wellig gesägtem oder drüsig gezähntem Blattrand. Es sind sieben bis zehn Blattnervenpaare vorhanden. Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün und fast kahl, die Unterseite ist mit einer graugrünen Wachsschicht bedeckt und die Spitze ist grün und zumindest die Blattadern behaart. Die Blätter verfärben sich beim Trocknen schwarz. Die relativ großen, laubblattartigen Nebenblätter sind nierenförmig oder schief eiförmig.<ref name=Fitsch/><ref name=FdG/><ref name=FoNA/>

Generative Merkmale

Die Schwarz-Weide blüht kurz vor dem Blattaustrieb von April bis Mai. Als Blütenstände werden etwa 3 Zentimeter lange männliche oder 5 Zentimeter lange weibliche Kätzchen gebildet. Die Tragblätter sind klein, an der Basis hell und zur Spitze hin braun, weiß behaart und lang gebärtet. Es wird eine Nektardrüse gebildet. Männliche Blüten haben zwei an der Basis behaarte Staubblätter mit roten Staubbeuteln. Der Fruchtknoten weiblicher Blüten ist kahl und lang gestielt. Der Griffel ist lang, die Narben kurz, geteilt und seitwärts gebogen.<ref name=Fitsch/><ref name=FdG/><ref name=FoNA/>

Die Kapselfrüchte sind 6 bis 10 Millimeter lang.<ref name=Fitsch/><ref name=FdG/><ref name=FoNA/>

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 114.<ref name=FoNA/>

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Nordeuropa (Finnland, Norwegen, Schweden und Großbritannien ) über Mitteleuropa (Österreich, Tschechien, Slowakei, Deutschland, Polen und Schweiz) bis nach Osteuropa (Belarus, die Baltischen Staaten, Russland) und Südeuropa (Süden und Osten Frankreichs, Italien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien). In Asien gibt es Bestände in Westsibirien.<ref name=GRIN/>

Die Schwarz-Weide wächst in Auen und an Gewässerufern auf frischen bis feuchten, schwach sauren bis alkalischen Böden aus Sand, Kies oder Schotter an sonnigen bis lichtschattigen, kühlen bis kalten Standorten. Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 4 zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −34,4 bis −28,9 °C (−30 bis −20 °F).<ref name=FdG/> Die Schwarz-Weide kommt vor im Salici-Viburnetum und im Salicetum alpinae aus dem Verband Berberidion. Sie kann aber auch im Alnetum incanae des Verbands Alno-Ulmion oder in anderen Pflanzengesellschaften der Verbände Alnion oder Salicion cinereae vorkommen.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik

Die Schwarz-Weide (Salix myrsinifolia) ist eine Art aus der Gattung der Weiden (Salix) in der Familie der Weidengewächse (Salicaceae).<ref name=GRIN/> Die Erstveröffentlichung von Salix myrsinifolia erfolgte 1796 durch Richard Anthony Salisbury in Prodromus stirpium in horto ad Chapel Allerton vigentium, S. 394.<ref name="Tropicos" /><ref name=GRIN/> Ein Synonym für Salix myrsinifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb. ist Salix nigricans <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm. James Edward Smith (Botaniker)<ref name="Tropicos" /><ref name=GRIN/><ref name=Fitsch/> Der Gattungsname Salix stammt aus dem Lateinischen und wurde schon von den Römern für verschiedene Weidenarten verwendet.<ref name=Gen_Gat/> Das Artepitheton myrsinifolia leitet sich von lateinisch myrsine „Myrtenzweig“ und -folia für „blättrig“ ab. Warum der Name gewählt wurde, ist unklar, die Blätter ähneln weder denen der Myrte (Myrtus communis) noch denen der Gattung Myrsine.<ref name=Gen_Art/>

Man kann in Europa mehrere Unterarten unterscheiden:<ref name="Euro+Med" />

  • Salix myrsinifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb. subsp. myrsinifolia (Syn.: Salix alpicola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Buser) Bech., Salix nigricans subsp. alpicola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Buser) D. Lautenschl. & Lautenschl.)<ref name="Euro+Med" />
  • Salix myrsinifolia subsp. borealis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fr.) Hyl.: Sie kommt in Norwegen, Schweden, Finnland und in Russland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Salix myrsinifolia subsp. kolaënsis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schljakov) Elven: Sie kommt in Norwegen, Schweden, Finnland und in Russland vor.<ref name="Euro+Med" />

Verwendung

Die Schwarz-Weide wird nur sehr selten verwendet.<ref name=FdG/>

Nachweise

Literatur

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 581–582.
  • Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 770.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise

<references> <ref name=deutsch> Deutscher Name nach Fitschen: Gehölzflora, S. 770. </ref> <ref name=deutsch2> Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 583. </ref> <ref name=FdG> Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 583. </ref> <ref name=Fitsch> Fitschen: Gehölzflora, S. 770. </ref> <ref name=FoNA> Salix myrsinifolia, in der Flora of North America, Band 7. </ref> <ref name=GRIN> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name=Gen_Gat> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 552. </ref> <ref name=Gen_Art> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 406–407. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> P. Uotila, 2011: Salicaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Salix myrsinifolia</ref> <ref name="Tropicos"> Salix myrsinifolia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

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