Saint-Paul (Métro Paris)
Saint-Paul <templatestyles src="IPA/styles.css" /> ist eine unterirdische Station der Linie 1 der Pariser Métro. Sie liegt im historischen Stadtteil Marais<ref group="Anm.">Der Marais ist kein Quartier gemäß der Pariser Verwaltungsstruktur</ref> am südlichen Rand des jüdischen Viertels Pletzl.
Lage
Der U-Bahnhof befindet sich im Quartier Saint-Gervais des 4. Arrondissements von Paris. Er liegt längs unter der Rue de Rivoli an deren Nahtstelle mit der Rue Saint-Antoine.
Name
Namengebend ist die von der Rue Saint-Antoine abgehende Rue Saint-Paul. Der Missionar Paulus von Tarsus<ref>Gérard Roland: Stations de métro d’Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 80.</ref> lebte im 1. Jahrhundert, er wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Seinen Namen trägt auch die nahe Kirche Saint-Paul-Saint-Louis.
Nach dem umgebenden Stadtteil trägt die Station den Namenszusatz „Le Marais“ (dt.: Der Sumpf). Er verdankt seinen Namen dem ehemaligen Sumpfgebiet am nördlichen Seineufer, das im 13. Jahrhundert trockengelegt und für den Gemüseanbau genutzt wurde.<ref name="GT196">Gérard Roland, op. cit. S. 196.</ref>
Geschichte
Die Station wurde am 6. August 1900 eröffnet, nachdem die Linie 1 bereits am 19. Juli 1900 in Betrieb gegangen war. Diese verkehrte damals auf dem Abschnitt von Porte de Vincennes nach Porte Maillot, wobei in den Anfangstagen noch nicht alle Stationen bedient wurden.<ref>Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 131.</ref> Zunächst war die Station 75 m lang, Anfang der 1960er Jahre wurde sie auf 90 m verlängert<ref>Brian Hardy: Paris Metro Handbook. 3. Auflage. Capital Transport Publishing, Harrow Weald 1999, ISBN 1-85414-212-7, S. 36.</ref> und für den Verkehr mit gummibereiften Zügen umgerüstet.<ref>Jean Tricoire: op. cit. S. 134.</ref>
Während des Ersten Weltkriegs wurde die Station im April 1918 bei einem deutschen Bombenangriff beschädigt.<ref name="GT196" /> Im April 2009 wurden die Bahnsteige angehoben und im Zuge der Einführung des fahrerlosen Betriebs später mit Bahnsteigtüren ausgestattet.
Beschreibung
Die Station hat Seitenbahnsteige an zwei Streckengleisen, sie liegt unter einem elliptischen Gewölbe mit gekrümmten Seitenwänden. Die Verlängerung aus den 1960er Jahren liegt unter einem Rundgewölbe, das auf Säulen nahe der Bahnsteigkante ruht. Am östlichen Stationsende existiert ein Belüftungsschacht, der als Lichtschacht Tageslicht einfallen lässt.
Der einzige Zu- und Ausgang befindet sich an der auch als „Pointe Rivoli“ bezeichneten Nahtstelle von Rue de Rivoli und Rue Saint-Antoine. Er ist durch einen Kandelaber des Typs Val d’Osne markiert.<ref>Jean Tricoire: op. cit. S. 74.</ref> Ein weiterer, nahegelegener Ausgang ist mit einer Rolltreppe versehen.
Fahrzeuge
Zunächst verkehrten auf der Linie 1 Züge, die aus einem Triebwagen mit nur einem Führerstand und zwei Beiwagen bestanden. Diese Fahrzeuge waren zweiachsig und jeweils knapp neun Meter lang. Bereits 1902 wurden Acht-Wagen-Züge mit je einem Triebwagen an den Zugenden gebildet.<ref group="Anm.">Nach dem Metrounfall im Bahnhof Couronnes im August 1903 liefen beide Triebwagen hintereinander an der Zugspitze</ref> Bis 1905 wurden die Triebwagen, ab 1906 auch die Beiwagen durch vierachsige Fahrzeuge auf Drehgestellen ersetzt. 1908 hielten grün lackierte Fünf-Wagen-Züge der Bauart Sprague-Thomson auf der Linie 1 Einzug,<ref group="Anm.">Ab den frühen 1930er Jahren waren die Züge der Linie 1 hellgrau mit rotem 1.-Klasse-Wagen</ref> die sich dort bis in die 1960er Jahre hielten. Ab Mai 1963 wurden die auf Schienen verkehrenden Sprague-Thomson-Züge sukzessive durch gummibereifte Fahrzeuge der Baureihe MP 59 abgelöst, bis Dezember 1964 herrschte Mischverkehr der zwei Betriebsarten.<ref>Jean Tricoire: op. cit. S. 132 ff.</ref> 1997 folgte die Baureihe MP 89 CC,<ref group="Anm.">CC bedeutet „Conduite Conducteur“ (fahrergesteuert), im Gegensatz zum fahrerlosen Typ MP 89 CA</ref> die mit der Aufnahme des automatischen Betriebs der Baureihe MP 05 wich.
Umgebung
- Stadtteil Marais
- Jüdisches Viertel Pletzl aus dem 18. Jahrhundert
- Place des Vosges
- Rue des Rosiers
- Lycée Charlemagne
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Weblinks
Literatur
- Gérard Roland: Stations de métro. D’Abbesses à Wagram. 2003, ISBN 2-86253-307-6.
Einzelnachweise
<references />
| Vorherige Station | Métro Paris | Nächste Station |
|---|---|---|
| Hôtel de Ville ← La Défense |
Datei:Paris m 1 jms.svg | Bastille Château de Vincennes → |
Koordinaten: 48° 51′ 18,9″ N, 2° 21′ 40,2″ O
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