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Sanha (Unternehmen)

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(Weitergeleitet von SANHA Kaimer)
Sanha GmbH & Co. KG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | SANHA Logo2015.jpg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1964
Sitz Essen, Deutschland
Leitung Bernd Kaimer, Frank Schrick<ref name=":Konzernabschluss">Sanha GmbH & Co. KG Essen, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2021 bis zum 31.12.2021, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 30. August 2022, abgerufen am 25. Juli 2023.</ref>
Mitarbeiterzahl 678<ref name=":Konzernabschluss" />
Umsatz 120,4 Mio. Euro (2021)<ref name=":Konzernabschluss" />
Branche Metallverarbeitung
Website www.sanha.com
Stand: 31. Dezember 2021

Sanha GmbH & Co. KG (vormals Sanha Kaimer GmbH & Co. KG; Eigenschreibweise SANHA) ist ein Familienunternehmen im Bereich der Heizungs-, Sanitär-, Kälte-, Kühl- und Verbindungstechnik mit Sitz in Essen. Das Unternehmen ist die leitende Dachgesellschaft der Sanha-Gruppe, die Rohrleitungssysteme und Verbindungsstücke (Fittings) herstellt und vertreibt.<ref name=":Konzernabschluss">Sanha GmbH & Co. KG Essen, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2021 bis zum 31.12.2021, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 30. August 2022, abgerufen am 25. Juli 2023.</ref>

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1964 von Marianne und Friedhelm Kaimer in Essen-Kettwig als Handelsunternehmen im Bereich Ex- und Import von Heizungs- und Sanitärtechnik gegründet.<ref name=":0">"Sanha-Gruppe", in: Sächsische Zeitung vom 27. August 2004, abgerufen am 25. Juli 2023.</ref> 1968 startete Sanha die Fitting-Produktion und weitete ab 1970 das Vertriebsnetz für Fittings aus Kupfer- und Kupferlegierungen in Deutschland aus.<ref name=":0" />

Ab 1990 baute das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in Europa aus. Des Weiteren nahm Sanha Fittings aus weiteren metallischen Werkstoffen in die Produktion auf. 1997 wurde Sanha-Press aus Kupfer und Rotguss vorgestellt. Im Folgejahr gründete das Unternehmen ein weiteres Produktionswerk in Legnica, Polen.<ref>Anke Bunz: "Auslandsengagement mithilfe der Sparkasse. Refinanzierung geglückt", in: Die Sparkassenzeitung vom 11. März 2005, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref>

Zwischen 1996 und 2001 war Sanha an einem illegalen Wirtschaftskartell beteiligt, weshalb das Unternehmen 2011 vom Europäischen Gerichtshof zu einer Geldbuße von 7,15 Millionen Euro verurteilt wurde.<ref>Das Gericht erklärt die Geldbußen einiger Unternehmen wegen ihrer Beteiligung an einem Kartell im Sektor der Rohrverbindungen aus Kupfer für nichtig. In: Europäische Kommission. 24. März 2011, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref>

Im Jahr 2000 übernahm Sanha ein Edelstahl-Fittingwerk in Schmiedefeld bei Dresden.<ref name=":0" /> In diesem Zuge wurde das Unternehmen Nirosan Multi Fit GmbH, Schmiedefeld als Tochterunternehmen der Sanha Kaimer in die Unternehmensgruppe integriert.<ref name=":1">Ingolf Reinsch: "Edelstahl-Fittinge: Erste Million für 2001 ist voll", in: Sächsische Zeitung vom 30. Oktober 2001, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref> Nirosan hatte bereits 1999 mit der Fertigung von Edelstahl-Fittings für den Bau von Trinkwasserleitungen begonnen. Mit der Übernahme gingen die Nirosan-Pressfittings zukünftig in die Vertriebstätigkeit von Sanha über.<ref>"Hintergrund", in: Sächsische Zeitung vom 14. Januar 2003, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref><ref name=":1" /> 2003 übernahm das Unternehmen die Edelstahlrohrproduktion der Sosta Edelstahlrohrwerk GmbH & Co. KG in Berlin.<ref>Firmen und Fakten - Berliner Edelstahlrohrwerk übernommen. In: SBZ Online. Alfons W. Gentner Verlag GmbH & Co. KG, Dezember 2004, abgerufen am 25. Juli 2023.</ref> Ein Jahr später nahm Sanha eine weitere Produktionshalle in Betrieb, wodurch die Herstellung von größeren Fittings mit einem Durchmesser bis zu 108 Millimeter (zuvor waren es 54 Millimeter) möglich wurde.<ref>Ingolf Reinsch: "Kräftiges Plus beim Absatz", in: Sächsische Zeitung vom 26. Januar 2008, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref> Inzwischen werden bei Edelstahlfittings und -rohren Abmessungen bis 168 mm angeboten.<ref>Sanha - NiroSan und NiroTherm in XXL. In: TGA-Fachplaner. 9. September 2020, abgerufen am 22. August 2023.</ref>

Nach eigener Aussage begann das Unternehmen im Rahmen einer Neuausrichtung ab 2008 mit der Umstellung seiner Produkte von bleiarmem Rotguss auf einen bleifreien Werkstoff mit Silizium im Legierungsgefüge. Diese Maßnahmen wurden 2013 abgeschlossen.<ref>„Forum GMS“: Sanitärbranche zur UBA-Hygieneliste und Werkstoff-Alternativen. In: Baulinks. 17. Juli 2014, abgerufen am 22. August 2023.</ref>

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2011 wurde die Sanha Kaimer GmbH & Co. Holding KG auf die Sanha GmbH & Co. KG verschmolzen.<ref>Sanha GmbH & Co. KG Essen, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2012 bis zum 31.12.2012, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 1.4.2014, berichtigt am 20. Juni 2014, abgerufen am 25. Juli 2023.</ref> 2015 brachte das Unternehmen die Sanha-Box auf den Markt, eine Installationsbox, die beispielsweise mittels vorgefertigter Anschlüsse zur Installation von Sanitärobjekten oder der Heizung verwendet werden kann.<ref>Services rund um Rohrleitungssysteme. In: KI - Kälte Luft Klimatechnik. Nr. 3. Hüthig GmbH & Co. KG, 2020, S. 18.</ref><ref>Neue Sanha-(Installations-)Box-Generation. In: Baulinks-Baunachrichten. BauSites GmbH, 8. November 2017, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref>

Unternehmensstruktur und Standorte

Sanha gehört zu 100 Prozent der Familie Kaimer. Als Produktions-, Vertriebs- und Logistikgesellschaft führt das Unternehmen die internationalen Geschäftstätigkeiten der Unternehmensgruppe. Zu den konsolidierten Gesellschaften gehören folgende Tochterunternehmen:<ref name=":Konzernabschluss" />

  • Kaimer Europa GmbH, Essen (50 Prozent)
  • Kaimer Industrie GmbH, Essen (100 Prozent)
  • Nirosan Edelstahlrohr GmbH, Essen (100 Prozent)
  • KIS Installation und Montage GmbH, Essen (100 Prozent)
  • Sanha Informationstechnologie GmbH, Essen (100 Prozent)
  • OOO Sanha Rus, Moskau, Russland (100 Prozent)
  • Sanha Fittings BV, Ternat, Belgien (100 Prozent)
  • Sanha Italia S.r.l., Mailand, Italien (100 Prozent)
  • Sanha Polska Sp. z o. o., Legnica, Polen (100 Prozent)
  • Sanha UK Ltd., Buckinghamshire, Großbritannien (100 Prozent)

Sanha erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatzerlös von 120,4 Mio. Euro, wobei sich die Umsätze auf die Absatzgebiete Deutschland (26,1 Mio. Euro), Europa (86,9 Mio. Euro) sowie weitere Länder außerhalb Europas (7,5 Mio. Euro) verteilten. Die Geschäftsführer sind Bernd Kaimer und Frank Schrick.<ref name=":Konzernabschluss" /> Zum 31. Dezember 2021 waren 678 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig.<ref name=":Konzernabschluss" />

Produktionsstandorte

Datei:Edelstahl-Fittingwerk in Schmiedefeld bei Dresden.jpg
Edelstahl-Fittingwerk in Schmiedefeld bei Dresden

Neben 6 Niederlassungen betreibt Sanha vier Produktionsstandorte:<ref name=":Konzernabschluss" />

  • Kupfer-Fittingwerk in Ternat, Belgien<ref name=":2">Matilda Jordanova-Duda: Rohrleitungen für die Energiewende. In: VDI Nachrichten. Nr. 6. VDI Verlag GmbH, 2022, S. 30.</ref>
  • Edelstahl-Fittingwerk in Schmiedefeld bei Dresden<ref name=":2" />
  • Edelstahl-Rohrwerk in Berlin<ref>Sanha mit Neunmonatszahlen. In: Bondguide. 28. Oktober 2022, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref>
  • Produktions- und Logistikzentrum in Legnica, Polen<ref name=":2" />

Produkte

Die von Sanha hergestellten Produkte finden in der Haustechnik (etwa für die Trink-, Heizungs- und Gasinstallation) sowie in Sprinkler-, Kühl-, Kälte- und Solarthermie-Anlagen Anwendung. Die Dienstleistungen des Unternehmens umfassen darüber hinaus einen Planungsservice.<ref name=":2" />

Für die Herstellung der Fittings verwendet das Unternehmen Kupfer sowie Kupferlegierungen, C-Stahl, Edelstahl, bleifreie Siliziumbronze und Kunststoff.<ref name=":Konzernabschluss" /><ref>Sanha ist ein "Hidden Champion". In: KI - Kälte Luft Klimatechnik. Nr. 11. Hüthig GmbH & Co. KG, 2022, S. 8.</ref><ref>Heimspiel für das Essener Unternehmen. In: IKZ-Haustechnik. Nr. 5. Strobel Verlag GmbH & Co. KG, 2018, S. 41.</ref> Nach eigenen Angaben beträgt die Eigenfertigungsquote bei einer Anzahl von circa 10.000 Standardartikeln rund 70 Prozent.<ref name=":2" /> Sanha produziert sowohl bleifreie Systeme (etwa Nirosan, Nirotherm, Purapress und Sanha-Press), als auch Produkte mit einem reduzierten Bleianteil (zum Beispiel Gewindefittings aus Messing, Sanha-Press Gas sowie Sanha-Heat Rotgussbauteile und die Kugelhähne aus Messing). Die Produkte entsprechen den Anforderungen der Europäischen Chemikalienverordnung Reach.<ref>Thomas Reuter: Sanha: Fittings erfüllen REACH-Verordnung. In: CCI Dialog. 6. März 2019, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref>

Kritik

Im September 2006 verhängte die EU-Kommission Bußgelder gegen 30 kupferverarbeitende Unternehmen im Produktbereich Kupfer-Fittings wegen illegaler Preisabsprachen.<ref>"EU bestraft Kupfer-Kartell", in: Frankfurter Rundschau vom 21. September 2006, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref> Die Kommission hatte festgestellt, dass die Sanha Kaimer mit ihren Tochtergesellschaften Kaimer GmbH & Co. Holdings KG und Sanha Italia vom 30. Juli 1996 bis nachweislich zum 22. März 2001 an einem illegalen Wirtschaftskartell bezüglich Preisabsprachen, Rabattvereinbarungen und Festlegung von Preisuntergrenzen beteiligt war.<ref>Entscheidung der Kommission vom 20. September 2006 in dem Verfahren nach Artikel 81 EG-Vertrag und Artikel 53 EWR-Abkommen. In: Europäische Kommission. 20. September 2006, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref> Das verhängte Bußgeld für die Sanha Kaimer betrug 7,97 Millionen Euro. Nach Klageeinreichung – unter anderen von Sanha Kaimer – gegen die EU-Kommission am 14. Dezember 2006 wies der Europäische Gerichtshof mit Urteil vom 24. März 2011 die Klage in der Hauptsache zurück und setzte das Bußgeld auf 7,15 Millionen Euro fest.<ref>Amtsblatt der Europäischen Union vom 14. Mai 2011 Rechtssache T-382/06 (PDF)Vorlage:Abrufdatum, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref><ref>EUR-Lex 62006TN0379Vorlage:Abrufdatum, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref>

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

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