Sławnikowice (Zgorzelec)
| Sławnikowice | ||||||
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| Basisdaten | ||||||
| Staat: | Datei:Flag of Poland.svg Polen
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| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |||||
| Powiat: | Zgorzelec | |||||
| Gmina: | Gmina Zgorzelec | |||||
| Fläche: | 12,7 km² | |||||
| Geographische Lage: | 51° 11′ N, 15° 10′ O
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| Einwohner: | 347 | |||||
| Postleitzahl: | 59-900 | |||||
| Telefonvorwahl: | (+48) 75 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | DZG | |||||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||||
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |||||
| Verwaltung | ||||||
| Ortsvorsteher: | Ireneusz Borowy<ref name="gmina"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Miejscowości gminy. ( des Vorlage:IconExternal vom 10. Juni 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. gmina.zgorzelec.pl</ref> | |||||
Sławnikowice (deutsch Kieslingswalde, früher auch Kislingswaldau<ref>Zedlitz und Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Reichenbach, 1837, S. 280.</ref>) ist ein Dorf mit 347 Einwohnern<ref>Dekorus: Gmina Zgorzelec – Aktualności. In: Gmina.zgorzelec.pl. 29. Juni 2010, abgerufen am 7. Juli 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in der Landgemeinde Zgorzelec der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geografie
Das rund 2,5 Kilometer lange Waldhufendorf Sławnikowice liegt 14 Kilometer östlich von Görlitz und vier Kilometer südlich der Europastraße 40 in der Oberlausitz.
Geschichte
„Keselingswalde“ wurde im Jahre 1301 erstmals urkundlich erwähnt.<ref name="chwila">[http:s//www.chwila.com/slawnikowice.html chwila.com] abgerufen am 31. Juli 2008</ref> Gegen 1480 war ein Christoph von Hoberg Besitzer des Rittergutes; dieser hinterließ zwei Söhne und eine Tochter. Diese vermählte sich im Jahre 1483 mit Bernhard von Tschirnhaus, welcher hier Grundherr wurde und Stammvater des Kieslingswalder Geschlechts, das 240 Jahre hier ansässig gewesen ist. 1714 erstand Frau Ursula Katharina von Falkenhayn das Gut und verkaufte es bald an ihren Gemahl Hans Friedrich von Falkenhayn. Dieser ließ das Pfarrhaus innen und außen renovieren.
Im Jahre 1725 verkaufte Hans Friedrich von Falkenhayn das Gut an den Christian Friedrich Fromberg. Nach dessen Tod erbte der zweite Sohn Friedrich August von Fromberg Kieslingswalde und Stolzenberg. 1801 erwarb Wolf Christian Ludwig von Gersdorff das Gut nebst Zubehör. Im Jahre 1812 brannte das Schloss nieder.
Kieslingswalde fiel 1816 als Folge des Wiener Kongresses an die Schlesien und wurde zunächst dem Landkreis Lauban, später dem Landkreis Görlitz zugeordnet.
1851 erwarb das Rittergut Oberst Lestog. Aus dessen Händen ging es 1855 in den Besitz des Freiherrn Herrmann von Voß. Dieser verkaufte es 1860 an den Premierleutnant a. D., den Freiherrn Hans Ferdinand von Funk. Von diesem erwarb es im Jahre 1862 Arthur von Witzleben und von ihm 1863 Heinrich Ludwig Sterker. Nach weiteren Besitzerwechseln gelangte das Gut 1864 an den Braunschweigischen Kammerherr und königlich preußischen Hauptmann a. D. Arthur von Witzleben. Nach dessen Tod übernahm sein Sohn W. von Witzleben die väterliche Besitzung.
Infolge des Zweiten Weltkriegs gelangte Kieslingswalde 1945 zur Verwaltung an Polen und wurde in Sławnikowice umbenannt. Von 1946 bis 2001 war eine Grundschule in dem ehemaligen Schloss untergebracht, und von 2003 bis 2005 befand sich das Herrenhaus in Pacht der polnisch-sächsischen Stiftung „Tschirnhaus-Museion e. V.“ Seit 2005 ist das Herrenhaus im Besitz eines bildenden Künstlers aus Belgien.
Sehenswürdigkeiten
- Das klassizistische Schloss mit seinem Mittelrisalit nach dem Palladio-Motiv wurde 1812–1815<ref name="chwila" /> erbaut. Der dazugehörige Gutshof entstand 1810 und befand sich einst im Besitz des Ehrenfried Walther von Tschirnhaus.
- Die katholische Herz-Jesu-Kirche ist ein schlichter Saalbau mit Dachreiter, der zuletzt 1838<ref name="chwila" /> umgebaut wurde. Im Jahre 1733 wurde die Grabkapelle derer von Fromberg angebaut. In die Kirchenwände eingemauert ist neben zwei Epitaphien von 1684, bzw. 1688, ein Sühnekreuz aus dem 14. bis 16. Jahrhundert.
Das Epitaph aus dem Jahr 1684 gedenkt an Christoph von Tschirnhaus (1604–1684), Vater des Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Das aus dem Jahr 1688 ist ein Kindergrab für Dorothea Sophia Eleonore von Tschirnhaus (1686–1688), Tochter des Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Die Inschrift des Epitaphs lautet:
„Unten liegt ein Schatz versteckt, Doch der beste Theil ist droben. Lorgen wird den Himmel loben, Eh sie recht die Welt geschmeckt. Wir erharren der Ewigkeit. Da wird unser Schatz uns wieder, Neuen Geist und diese Glieder, Doch in mehr Vollkommenheit.“
Eine weitere Sehenswürdigkeit befand sich bis 1976 in der Kirche: Das große Grabmonument des Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651–1708). Es bestand aus grauüberstrichenem Sandstein mit dem Wortlaut:
„Dem vornehmen und edlen Manne Herrn Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, Erbherrn auf Kieslingswalde und Stoltzenberg, Königlich Polnischem und Kurfürstlich Sächsischem Rat, Mitglied der Königlichen Akademie zu Paris, dem Fürsten der Philosophen, Naturforscher und Mathematiker seiner Zeit, der um der höheren Studien willen sechsmal Belgien, viermal Frankreich, einmal England, Italien, Sizilien und Malta in zwölfjährigen Reisen wißbegierig durchwanderte, die Kunst, die Wahrheit zu finden und für die Gesundheit zu sorgen, entdeckte, zur Unterstützung der Optik als erster überaus große Glaslinsen erfand, Jaspamethyste und Jasponyxe ebenso mit eigenen Maschinen schnitt und was die Gegenwart anstaunt, die Zukunft bewundern wird, der als erster Europäer die Methode der Herstellung durchsichtigen Porzellans jeder Farbe erfand, so dass es das Geschirr der Inder an Glanz und Härte übertraf, dem Ritter, der durch seine Verdienste um den Hof, die gemeinnützigen Wissenschaften und das Vaterland sich einen unsterblichen Namen erwarb, geboren am 10. April des Jahres 1651, gestorben am 11. Oktober 1708, dem schmerzlich vermißten Bruder setzte in Pietät dieses Denkmal sein einziger, tiefbetrübter Bruder Georg Albrecht von Tschirnhaus, Erbherr auf Oberschönfeld und Hartlieb.“
Die Kirche von Kieslingswalde wurde 1346 erstmals erwähnt. Die mittlere der drei Glocken trägt die Jahreszahl 1440, die große Glocke 1474. Vor der Reformation stand die hiesige Pfarrei unter dem Erzpriester zu Görlitz und dieser wieder unter dem Bischof von Meißen. Bevor hier eine Kirche bestand, wanderten die Dorfbewohner vermutlich nach Görlitz zum Gottesdienst. Die kleinste der drei Glocken wurde im Jahre 1587 von Friedrich von Tschirnhaus der Kirche geschenkt. Dieser ließ auch den Kirchturm erbauen. Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Gemeinde schwer zu leiden. Im Jahre 1642 kamen zwei schwedische Regimenter, die vor Lauban lagen, um Lebensmittel aufzutreiben. Der Gutshof wurde dabei in Brand gesteckt. Mit ihm brannten der Schulhof, der Pfarrhof und zwei Gärtner nieder. Ein Enkel des im Jahr 1602 verstorbenen Tschirnhaus ließ 1672 den Kirchturm neu decken und mit einer Uhr ausstatten. Auch wurde von ihm der niedergebrannte Gutshof wieder aufgebaut, und er zeigte sich edelmütig beim Aufbau von Schule und Pfarrhaus. Er schenkte der Kirche ein Taufbecken, einen Chorrock, eine Altarbekleidung und Altarleuchter, außerdem ließ er das Kirchengebäude hinter dem Altar erweitern. Die drei Kirchenglocken hatten 500 Jahre in der Kirche zu Kieslingswalde geläutet. Im Zweiten Weltkrieg sollten sie 1943 eingeschmolzen 1943 und zur Herstellung von Waffen verwendet werden, wozu es nicht mehr kam. Heute befinden sie sich im Turm der Dreifaltigkeitskirche zu Oldenburg-Osternburg und im neuen Turm der Auferstehungskirche in Steinfeld.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
- Christoph von Tschirnhaus (* 1604 in Kieslingswalde; † 16. Juli 1684 ebenda), Herr auf Kieslingswalde und Stolzenberg, Landesältester des Görlitzischen Kreises im Markgraftum Oberlausitz, kursächsischer Rat.
- Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651–1708), Naturforscher
- Wolf Christian Ludwig von Gersdorff (1765–1832), preußischer Major und Landrat
- Hermann von Gersdorff (1809–1870), preußischer Generalleutnant
Weitere Persönlichkeiten
- Georg Mohr (1640–1697), Mathematiker
- Johannes Neunherz (1653–1737), lutherischer Geistlicher und Kirchenlieddichter, Pfarrer des Ortes
Literatur
- Hans-Joachim Böttcher: Ehrenfried Walther von Tschirnhaus – Das bewunderte, bekämpfte und totgeschwiegene Genie. Dresden 2014, ISBN 978-3-941757-42-4.
- Lars-Arne Dannenberg und Matthias Donath: Schlösser in der polnischen Oberlausitz. Edition Sächsische Zeitung, Dresden 2011.
- Gotthard Rauch: Chronik der Kirchgemeinde Kieslingswalde O.-L. Diesdorf 1895 (Digitalisat)
- Vorlage:SammlungDunckerGrafik
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Sitz der Gemeinde: Zgorzelec (nicht Teil der Gemeinde)
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