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Südtiroler-Siedlung – Wikipedia Zum Inhalt springen

Südtiroler-Siedlung

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(Weitergeleitet von Südtirolersiedlung)
Datei:Imst - Volksschule und Neue Mittelschule Oberstadt - Sozialer Wohnbau 1940 Südtirolersiedlung.jpg
Südtiroler-Siedlung in Imst (zu beiden Seiten der Franz-Xaver-Renn-Straße)
Datei:2007.10.22.Bludenz.SüdtirolerSiedlung.JPG
Südtiroler-Siedlung in Bludenz, dahinter Fatima-Kirche (Blick vom Muttersberg)
Datei:SüdtirolerSiedlungBludenz0.jpg
Südtiroler-Siedlung in Bludenz
Datei:SüdtirolerSiedlungLochau2.jpg
Sanierte Südtiroler-Siedlung in Lochau

In Südtiroler-Siedlungen wurden Anfang der 1940er Jahre im Deutschen Reich (Deutschland und Österreich) Wohneinheiten in einheitlicher Bauweise für die zugezogenen Südtiroler errichtet.

Geschichte

Adolf Hitler und der italienische Faschistenführer Benito Mussolini schlossen 1939 das sogenannte Hitler-Mussolini-Abkommen. Dieses zwang die nicht-italienischsprachigen (deutsch- und ladinischsprachigen) Südtiroler, sich zu entscheiden, ob sie

In der Zeit zwischen 1939 und 1943 wurde diese Wahlmöglichkeit als Option in Südtirol bezeichnet, die Südtiroler unterteilte man in Optanten und Dableiber.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorarlberg-Leitfaden. Was Staatsbürgerschaftswerber über unser Land wissen sollten (Memento vom 15. Dezember 2007 im Internet Archive), Bregenz 2006. Seite 11 (PDF).</ref>

80 Prozent (das waren 166.488 Südtiroler) entschieden sich für die Option – und bis Kriegsende wanderten viele aus.<ref>STANDARD-Wohnsymposium</ref> Es verließen in der Folge rund 77.000 Südtiroler ihre Heimat in Richtung „Ostmark“, wie Österreich seit dem Jahr 1939 genannt wurde. Es wurden in Österreich zwischen 1939 und 1943 in 126 Gemeinden Wohnhäuser mit etwa 13.500 Wohnungen errichtet und so konnte der enorme Wohnungsbedarf gelindert werden.<ref>Wer erbaute die Südtiroler Siedlung? (19. Februar 2025)</ref>

Im Zusammenhang mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde diese Bauentscheidung als „Sondermaßnahme S(üdtirol)“ vom Tiroler Gauleiter Franz Hofer für die Ostmark getroffen und veranlasst.<ref>Die Erinnerung an die Südtiroler Option 1939</ref> Dieser Wohnungsbau unterlag dem Reichsheimstättenamt bzw. den örtlichen Heimstättenämtern, die im Rahmen dieser Sondermaßnahme diese Wohnungen in Tirol und Vorarlberg nur errichten konnten, weil deren Bau als gleich kriegswichtig eingestuft wurde wie z. B. die Produktion von Panzern und nicht selten waren auf diesen Baustellen auch Zwangsarbeiter tätig.<ref>Südtiroler Siedlungen – Sondermaßnahme S (1939-1943)</ref> Diese Siedlungen stehen bis heute in vielen größeren Gemeinden und Städten Österreichs und sind als „Südtiroler-Siedlungen“ bekannt.

Standorte

Die Liste der Orte mit Südtiroler-Siedlung soll einen Überblick zu den Standorten von Südtiroler-Siedlungen bieten.

Viele der Südtiroler-Siedlungen in Vorarlberg und Tirol wurden vom Stuttgarter Architekten Helmut Erdle (1906–1991) mitgeplant:
Beteiligung an Planung und Ausführung von Siedlungen für Südtiroler in Kematen, Landeck-Perjen, Landeck-Zams, Jenbach, Imst, Telfs, Schwaz, Kufstein, St. Johann, Reutte, Hall, Bregenz-Lochau, Götzis, Völs, Wattens, Brixlegg, Pfunds, Flirsch, Jochberg, Wörgl und Kramsach.

  • 1938–39 tätig im Heimstättenamt in Wien
  • 1939–43 tätig im Heimstättenamt in Innsbruck, Leiter der Planungsabteilung<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Helmut Erdle (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 689 kB)</ref>

Das Reichsheimstättenamt war eine Organisation der Deutschen Arbeitsfront, siehe dazu der auch aus Stuttgart kommende Architekt Julius Schulte-Frohlinde, ab 1934 unter Albert Speer stellvertretender Leiter der Bauabteilung der DAF, ab 1936 der Leiter, und ihm sind auch die Planungsabteilungen des Reichsheimstättenamtes unterstellt.

Burgenland

Niederösterreich

Oberösterreich

Salzburg

Steiermark

Tirol

Vorarlberg

Die 1939 neu gegründete Vorarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft m.b.H. VOGEWOSI wurde als Bauträger der sogenannten Südtiroler Volkswohnbauten im Land Vorarlberg beauftragt, wobei insgesamt 2300 Wohnungen geplant waren.<ref>Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau 1902 bis 2002. Eine Chronik, Marktgemeinde Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 240.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Alexander, Adolf Leidlmair, Stefan Lechner: Heimatlos: die Umsiedlung der Südtiroler. Deuticke, Wien 1993, ISBN 3-216-07832-9.
  • Anja Manfredi: Die Südtiroler Siedlung oder Das Gedächtnis der Häuser, der Pflanzen und der Vögel. Fotografien/Photographs. Mit Beiträgen von Hannes Obermair und Maren Lübbke-Tidow. Schleebrügge Editor, Wien 2021, ISBN 978-3-903172-74-6.
  • Wittfrida Mitterer (Hrsg.): Südtiroler Siedlungen: Condominium in mind. Weger, Brixen 2023, ISBN 978-88-6563-341-0.

Weblinks

Einzelnachweise

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