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Ruß-Segge

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Ruß-Segge
Datei:Carex fuliginosa.JPG

Ruß-Segge von Torneträsk, Schweden

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Ruß-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex fuliginosa
Schkuhr

Die Ruß-Segge (Carex fuliginosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung

Datei:Carex fuliginosa illustration (01).jpg
Illustration

Vegetative Merkmale

Die Ruß-Segge ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Sie wächst dicht horstartig. Die stumpf dreikantigen und maximal leicht rauen Stängel sind nur am Grund beblättert<ref name="Schultze-Motel1980" /> und zwei- bis dreimal so lang wie die Laubblätter. Die grundständigen Blattscheiden sind gelb- bis rötlich-braun<ref name="Schultze-Motel1980" />, nicht netzfaserig und bleiben erhalten. Die Laubblätter sind 2 bis 4 Millimeter breit.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Ruß-Segge ist eine Verschiedenährige Segge. Es gibt zwei bis sechs Ährchen, die gestielt und länglich-eiförmig sind. Alle oder nur die unteren Ährchen stehen entfernt voneinander. Das endständige Ährchen trägt am oberen Ende weibliche, am Grund männliche Blüten. Die seitenständigen Ährchen sind weiblich, haben einen bis 5 Zentimeter langen, haarfeinen Stiel und sind überhängend. Die Ährchen sind bis 25 Millimeter lang und 6 bis 8 Millimeter breit; in Form und Farbe ähneln alle Ährchen einander. Die stumpflichen Tragblätter sind schwarz-violett mit einem schmalen helleren Mittelstreifen und haben einen weißen Hautrand.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Der Griffel endet in drei Narben. Die Schläuche sind bei einer Länge von 4 bis 6 Millimetern sowie bei einer Breite von bis zu 1,5 Millimetern lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich und abgeflacht-dreikantig;<ref name="Schultze-Motel1980" /> sie sind kahl, gelb-grün bis rot-braun, nach oben schwarz-braun und in einen helleren, am Rand fein wimperig gesägten Schnabel verschmälert.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Frucht ist ellipsoid, dreikantig und gelb-braun bis braun.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Ruß-Segge ist in den subarktischen Regionen und den subalpinen Gebieten der Nordhalbkugel von Nordamerika und Europa südlich bis Korea verbreitet.<ref name="POWO" /> Sie gilt in Europa als ein submeridional-alpines bis temperat-alpines, subozeanisches Florenelement. Ihr Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa sind Ost- und Südalpen. Für die Schweizer Alpen gibt es keine gesicherten Angaben über dortige Fundorte. In Mitteleuropa ist die Ruß-Segge selten, sie bildet aber an ihren Standorten kleinere Bestände.<ref name="Aichele2000" /> In Deutschland ist sie auf die Berchtesgadener Alpen beschränkt.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Sie wächst auf steinigen, kalkarmen, durchrieselten alpinen Rasen oder durchsickerten Wuchsorten. Sie gedeiht auf steinig-grusigen, nur mäßig basenreichen, stets kalkarmen oder kalkfreien Böden.<ref name="Aichele2000" /> Die Ruß-Segge wächst in Mitteleuropa an Rinnsalen, Bachufern und auf feuchten Matten der Alpen. Sie kommt in der subalpinen und alpinen Höhenstufe in Höhenlagen zwischen 1700 und 2600 Metern vor.<ref name="Aichele2000" />

Systematik

Carex fuliginosa wurde 1801 von Christian Schkuhr Beschreibung und Abbildung der Theils bekannten, Theils noch nicht beschriebenen Arten von Riedgräsern ..., Band 1, S. 91 erstbeschrieben.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme für Carex fuliginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Schkuhr sind: Carex frigida var. fuliginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Kunth, Carex frigida <templatestyles src="Person/styles.css" />Wahlenb. nom. illeg., Carex frigida var. huebneri <templatestyles src="Person/styles.css" />Hising., Carex fuliginosa var. misandra <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.Br.) O.Lang, Carex fuliginosa subsp. misandra <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.Br.) Nyman, Carex fuliginosa subsp. pronella <templatestyles src="Person/styles.css" />Printz, Carex misandra <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br., Carex misandra var. elatior <templatestyles src="Person/styles.css" />Lange.<ref name="POWO" />

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Carex fuliginosa subsp. fuliginosa: Sie kommt nur in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Österreich, Slowenien, Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine, Montenegro und Kosovo vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Carex fuliginosa subsp. misandra (R.Br.) Nyman (Syn.: Carex misandra <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br., Carex fuliginosa var. misandra <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.Br.) O.Lang): Sie kommt in Europa nur in Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Spitzbergen, Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land vor.<ref name="Euro+Med" /> Es ist allerdings bei manchen Autoren ein Synonym von Carex fuliginosa.<ref name="POWO" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Schultze-Motel1980"> Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 215–216. </ref> <ref name="POWO"> R. Govaerts, D. A. Simpson: World Checklist of Cyperaceae. Sedges, 2007, S. 1–765. Datenblatt Carex fuliginosa bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Carex fuliginosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Carex. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 245.</ref> </references>

Weblinks