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Gefleckter Täubling

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(Weitergeleitet von Russula maculata)

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Gefleckter Täubling
Datei:2002-01-05 Russula maculata Quél. & Roze 114 crop.jpg

Gefleckter Täubling (Russula maculata)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Täublingsartige (Russulales)
Familie: Täublingsverwandte (Russulaceae)
Gattung: Täublinge (Russula)
Art: Gefleckter Täubling
Wissenschaftlicher Name
Russula maculata
Quél. & Roze

Der Gefleckte Täubling oder Flecken-Täubling (Russula maculata)<ref name="speciesfungorum" /> ist ein Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten. Der recht seltene und wärmeliebende Täubling hat einen leuchtend rötlichen Hut, der in der Regel ockerfleckig verblasst. Daher der deutsche Name und das lateinische Epitheton, das ebenfalls gefleckt bedeutet. Der Pilz hat ockergelbe Lamellen und einen verzögert scharfen Geschmack. Man kann ihn unter Eichen und Rotbuchen finden.

Merkmale

Datei:2002-01-05 Russula maculata Quél. & Roze 115 crop.jpg
Draufsicht auf 2 Fruchtkörper des Gefleckten Täublings
Datei:2012-05-12 Russula maculata Quél. & Roze trimmed.jpg
Eine Gruppe Fruchtkörper des Gefleckten Täublings mit diversen Hutfarben

Makroskopische Merkmale

Der 4–10 cm breite Hut bleibt lange Zeit halbkugelig bis konvex. Er ist recht dickfleischig und am Rand eingerollt. Erst spät schirmt er auf und ist dann im Alter leicht niedergedrückt. Der kann Hut verschiedene Rottöne aufweisen. Oft ist er leuchtend rot. Er kann aber auch rosa oder orange gefärbt sein oder seltener rotbraun oder aprikosengelb. Typisch für ihn ist, dass sein Hut im Alter auffallend rostfleckig wird. Der Hutrand ist stumpf und lange glatt. Die Oberhaut ist kahl, bei Feuchtigkeit ein wenig schmierig und nur am Rand abziehbar.

Die Lamellen bleiben lange bleich, haben aber im Inneren einen zitronen- oder orangegelben Reflex. Bei Reife sind sie lebhaft gelbocker gefärbt, an den Schneiden manchmal auch rot. Sie sind 5–14 mm hoch, am Ende abgerundet, teilweise gegabelt und stehen sehr gedrängt bis ziemlich entfernt. Im Alter sind sie etwas rostfleckig. Das Sporenpulver ist dottergelb (nach Romagnesi Ivc(-d)).

Der meist weiße Stiel ist 3–8 cm lang und 1–2 cm, ja bis 3 cm dick. Er ist hart, oft kurz und stämmig und manchmal purpurn oder rosa überlaufen. An verletzten Stellen wird er gelbfleckig, im Alter ockerlich.

Das Fleisch ist weißlich bis blass creme-ocker, im Alter oft auch rostbräunlich. Der Geschmack ist nach kurzer Zeit scharf, allerdings nicht ganz so scharf wie beim nahverwandten Heimtückischen Täubling. Das Fleisch riecht fruchtig oder nach Bleistiftholz wie beim Harten Zinnobertäubling.<ref name="bon">Marcel Bon (Hrsg.): Pareys Buch der Pilze. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-09970-9, S. 76.</ref><ref name="krieglsteiner">German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0, S. 585.</ref><ref name="bon-key">Monographic Key to European Russulas (1988). (PDF; 1,4 MB) In: Englische Übersetzung von M. Bons Russula-Schlüssel:. The Russulales Website, S. 42, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Juli 2010; abgerufen am 20. Mai 2011.</ref>

Mikroskopische Merkmale

Die breit elliptischen bis fast kugeligen Sporen sind sehr variabel. Sie sind 7–10 (–11,5) µm lang und 7–8 (–9) µm breit und pustelförmig bis warzig ornamentiert. Von den 0,5–1,5 µm hohen Warzen gehen feine, strichartige Verbindungslinien aus, die aber nur selten und nur vereinzelt netzmaschig verbunden sind. Die Basidien sind 38–57 µm lang und 11,5–13 µm breit und haben vier 6–8,5 µm lange Sterigmen. Die zylindrischen, oben meist stumpfen oder teilweise appendikulierten Pleurozystiden sind 80–115 µm lang und 8–13,5 (17) µm breit und reagieren mit Sulfovanillin.

Die Huthaut (Epikutis) enthält zahlreiche, 6–12 µm breite, meist zylindrische, schmal keulige oder spindelförmige Pileozystiden. Die Huthauthyphen sind zylindrisch oder zugespitzt. Die Huthaut-Hyphen enthalten Vakuolen-, aber keine Membranpigmente.<ref name="krieglsteiner" /><ref name="bon-key" /><ref name="roger">Roger Phillips: Russula maculata. Rogers Mushrooms, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015; abgerufen am 20. Mai 2011.</ref>

Ökologie

Der Gefleckte Täubling ist wie alle Täublinge ein Mykorrhizapilz, der mit verschiedenen Laubbäumen eine Symbiose eingehen kann. Sein häufigster Symbiosepartner ist die Eiche, gefolgt von der Rotbuche. Bisweilen können aber auch Hainbuchen, Linden und weitere Laubbäume als Wirt dienen.

Man findet den wärmeliebenden Täubling in verschiedenen kalkreichen Laubwäldern, wie Waldgersten- und Orchideen-Buchenwäldern, gelegentlich auch in entsprechenden Hainbuchen-Eichenwäldern, ferner an lichten, meist südlich exponierten Waldrändern, an Waldsäumen und Übergängen zu basenreicheren Halbtrockenrasen und in Parks.

Der Pilz bevorzugt flachgründige, sommertrockene, sonnige, rasch erwärmenden Mull- und Braunlehm-Rendzinen über Kalk sowie Pararendzinen über Kalksanden und Kalkmergeln. Man findet den Täubling von Juni bis Anfang Oktober, meist im Hügel- und unterem Bergland.<ref name="krieglsteiner" />

Verbreitung

Datei:Distribution of Russula maculata.svg
Europäische Länder mit Fundnachweisen des Gefleckten Täublings.<ref name="Belgien" /><ref name="Bulgarien" /><ref name="Croatia" /><ref name="Estonia" /><ref name="finland" /><ref name="GBIF" /><ref name="Montenegro" /><ref name="NBN" /><ref name="pilzoek" /><ref name="verspreidingsatlas" />
Legende:
  • Länder mit Fundmeldungen
  • Länder ohne Nachweise
  • keine Daten
  • außereuropäische Länder
  • Der Täubling kommt in Nordamerika (USA), Nordasien (Russland Fernost), Nordafrika (Marokko, Algerien) und in Europa vor.

    Die wärmeliebende Art ist in Deutschland sehr zerstreut. Auf der Roten Liste steht sie in der Gefährdungskategorie RL3.<ref name="krieglsteiner" />

    Systematik

    • Russula maculata subsp. alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Singer) Knudsen & T. Borgen (1992) wurde von <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Fellner & Landa 1993 auch als eigene Art Russula dryadicola beschrieben, die aber nicht allgemein anerkannt wird.
    • Auch Russula maculata var. decipiens <templatestyles src="Person/styles.css" />Singer (1931) wurde von Kühner & Romagn. unter dem wissenschaftlichen Namen Russula decipiens als eigenständige Art beschrieben. Auch diese Art wird nicht von allen Mykologen anerkannt.<ref name="decipiens" />
    • Russula maculata var. globispora J. Blum 1952 gehört ebenfalls zum Verwandtschaftskreis um R. maculata. Sie wurde von M. Bon 1986 als Russula globispora zu einer eigenständigen Art erhoben. Auch die Stellung dieser Art ist umstritten.

    Infragenerische Systematik

    Der Gefleckte Täubling ist die Typart der Untersektion Maculatinae (Urentinae), die innerhalb der Sektion Insidiosinae (Subgenus Insidiosula) steht. Die Vertreter dieser Untersektion haben meist rote, gelbe, oder purpurrote Hüte. Sie schmecken scharf und haben ein gelbes Sporenpulver.

    Unterarten und Varietäten

    • Russula maculata var. bresadoloma <templatestyles src="Person/styles.css" />Singer 1932 mit größeren Sporen (9,5–12×8,5–11 µm)
    • Russula maculata f. paradecipiens <templatestyles src="Person/styles.css" />A. Favre 1992
    • Russula maculata f. subdulcis <templatestyles src="Person/styles.css" />Bon 1993
    • Russula maculata var. alba <templatestyles src="Person/styles.css" />(Velenovsky) Singer 1939

    Bedeutung

    Wie alle Täublinge aus der Untersektion Maculatinae ist der Gefleckte Täubling nicht essbar.

    Literatur

    • Russula maculata. In: Russula Datenbank. CBS Fungal Biodiversity Center, abgerufen am 20. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
    • Monographic Key to European Russulas (1988). (PDF; 1,4 MB) In: Englische Übersetzung von M. Bons Russula-Schlüssel. The Russulales Website, S. 43, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Juli 2010; abgerufen am 20. Mai 2011.
    • H. Romagnesi: Russula maculata. In: Les Russules d’Europe et d’Afrique du Nord (1967). MycoBank, the Fungal Website, abgerufen am 20. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

    Einzelnachweise

    <references> <ref name="Belgien"> Belgian List 2012 -Russula maculata. Abgerufen am 26. September 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Bulgarien"> Cvetomir M. Denchev, Boris Assyov: Checklist of the larger basidiomycetes in Bulgaria. In: Mycotaxon. Band 111, 2010, ISSN 0093-4666, S. 279–282 (online [PDF; 592 kB; abgerufen am 31. August 2011]). </ref> <ref name="Croatia"> Z. Tkalcec, A. Mešic: Preliminary checklist of Agaricales from Croatia V:. Families Crepidotaceae, Russulaceae and Strophariaceae. In: Mycotaxon. Band 88, 2003, ISSN 0093-4666, S. 293 (online [abgerufen am 31. August 2011]). </ref> <ref name="decipiens"> Russula decipiens. In: muse.it. Russulales News, abgerufen am 25. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Estonia">Estonian eBiodiversity Species description Russula maculata. In: elurikkus.ut.ee. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. März 2018; abgerufen am 13. Juni 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="finland"> Pertti Salo, Tuomo Niemelä, Ulla Nummela-Salo: SY769 Suomen helttasienten ja tattien ekologia, levinneisyys ja uhanalaisuus. (Finnische Lamellen- und Röhrenpilze: Ökologie, Verbreitung und Bedrohungsstatus ). Hrsg.: Esteri Ohenoja. 2005, ISBN 952-11-1997-7 (online [PDF] Die Täublinge wurde als R. globispora identifiziert.). </ref> <ref name="GBIF"> Weltweite Verbreitung von Russula maculata. In: www.gbif.org. Abgerufen am 21. August 2011. </ref> <ref name="Montenegro"> Gordana Kasom, Mitko Karadelev: Survey of the family Russulaceae (Agaricomycetes, Fungi) in Montenegro. In: Warsaw Versita (Hrsg.): Acta Botanica Croatica. Band 71, Nr. 2, 2012, ISSN 0365-0588, S. 1–14 (botanic.hr). </ref> <ref name="NBN"> Grid map of records on the Gateway for Russula maculata. In: species.nbnatlas.org. NBN Gateway, abgerufen am 22. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="pilzoek"> Russula maculata in der PILZOEK-Datenbank. In: pilzoek.de. Abgerufen am 31. August 2011. </ref> <ref name="speciesfungorum"> Synonyme von Russula maculata. In: Species Fungorum / speciesfungorum.org. Abgerufen am 31. August 2011. </ref> <ref name="verspreidingsatlas"> NMV Verspreidingsatlas online : Russula maculata. In: verspreidingsatlas.nl. Abgerufen am 26. September 2012. </ref> </references>

    Weblinks

    Commons: Gefleckter Täubling (Russula maculata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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