Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Zarter Birken-Täubling – Wikipedia Zum Inhalt springen

Zarter Birken-Täubling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Russula gracillima)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Zarter Birken-Täubling
Datei:Russula gracillima.jpg

Der Zarter Birken-Täubling (Russula gracillima)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Täublingsartige (Russulales)
Familie: Täublingsverwandte (Russulaceae)
Gattung: Täublinge (Russula)
Art: Zarter Birken-Täubling
Wissenschaftlicher Name
Russula gracillima
Jul. (Schaff)

Der Zarte Birken-Täubling (Russula gracillima) ist ein Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten (Russulaceae). Das Art-Epitheton leitet sich vom lateinischen Adjektiv gracilis ab, was so viel wie zart oder schlank bedeutet.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Der Hut ist 2–6 cm breit. Gewöhnlich ist er in der Mitte trüb grünlich oder oliv gefärbt und hat einen rosa Rand. Er kann aber auch rein rosa oder blass violett gefärbt sein. Jung ist der Pilz konvex, dann ausgebreitet und manchmal hat er einen kleinen Buckel. Die Huthaut lässt sich zu einem Drittel bis maximal zur Hälfte abziehen. Ältere Fruchtkörper haben oft einen gerieften Rand. Der zerbrechliche und weich-fleischige Stiel ist im Verhältnis zum Hut lang. Er ist oft rosa geflammt. Die Lamellen laufen kaum am Stiel herab und sind cremefarben, wie auch das Sporenpulver. Die Lamellenschneiden sind nicht gesägt oder gezackt, wenn man sie mit der Lupe betrachtet. Das Fleisch ist weiß und schmeckt mäßig scharf.<ref name="Phillips06">Phillips R.: Mushrooms. Pan MacMillan, 2006, ISBN 0-330-44237-6, S. 25.</ref><ref name="bon">Marcel Bon (Hrsg.): Pareys Buch der Pilze. Franckh-Kosmos Verlag,, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-09970-9, S. 74.</ref>

Mikroskopische Merkmale

Die Sporen sind breit-elliptisch, 7–9 µm lang und 5–7 µm breit, mit bis zu 1 µm hohen, meist isoliert stehenden Warzen. Zwischen den Warzen sind keine oder nur sehr wenige verbindende Linien ausgebildet. Die zahlreichen Huthaut-Zystiden sind zylindrisch bis leicht keulenförmig und bis zu 10 µm breit, nicht oder einfach septiert. Die Basidien sind 42–48 µm lang und 8,5–11,5 μm breit, mit vier 4,5–5,5 µm breiten Sterigmen. Die Zystiden sind langkeulig oder bauchig mit meist 1(–2) Einschnürungen, mit kurzem, 0,5–2 μm langem Appendikul oder zu einem Spitzchen ausgezogen, 58–85 × 9,5–13,5 µm, meist 70 µm lang und 11 μm breit. In Sulfovanillin färben sie sich mit Ausnahme des Stielchens und des eventuell vorgezogenen Spitzchens blau an.<ref name="singer">Artbeschreibung von Russula gracillima in Singer „Monographie der Gattung Russula“; erschienen in „Beihefte zum Botanischen Centralblatt“, Herausgeber A. Pascher (1932) S. 285.</ref>

Artabgrenzung

Zu den ähnlichen Arten gehört der Birken-Spei-Täubling Russula betularum, der oft unter Birken gefunden wird, und obwohl er häufiger blasser ist, kann er leicht für einen ausgebleichten Birken-Täubling gehalten werden. Seine Lamellen und sein Sporenpulver sind weiß und er hat einen deutlich schärferen Geschmack.
Auch der Wechselfarbige Spei-Täubling Russula fragilis ist sehr ähnlich, er kann an den gleichen Standorten vorkommen. Er ist normalerweise dunkler und stärker purpurfarben und hat gesägte oder gekerbte Lamellenschneiden, die unter einer Lupe unverkennbar sind.

Ökologie

Der Zarte Birken-Täubling ist ein Mykorrhizapilz der Birke. Normalerweise findet man ihn vom Sommer bis in den späten Herbst hinein in kleinen Gruppen unter Birken oder seltener unter Weiden.

Er wächst gerne an feuchten grasigen Stellen auf sauren, nährstoffarmen Sand-, Ton-, Lehm- oder Moorböden. Über Kalk ist er sehr selten. Typische Standorte für den Zarten Birken-Täubling sind Moore, Birkenbrüche oder andere wassernahe Standorte unter Birken. Man kann den Täubling aber auch an Waldrändern, Waldwegen oder in Parkanlagen finden.<ref name="krieglsteiner" /><ref name="Phillips06" /><ref name="bon" />

Verbreitung

Datei:Distribution of Russula gracillima.svg
Europäische Länder mit Fundnachweisen des Zarten Birken-Täublings.<ref name="Belgian" /><ref name="Estonia" /><ref name="GBIF" /><ref name="krieglsteiner" /><ref name="Montenegro" /><ref name="nahuby" /><ref name="NBN" /><ref name="niederlande" /><ref name="pilzoek" />
Legende:
  • Länder mit Fundmeldungen
  • Länder ohne Nachweise
  • keine Daten
  • außereuropäische Länder
  • Der Zarte Birken-Täubling ist eine holarktische Art, die vorwiegend in temperaten bis borealen Klimazonen vorkommt und teilweise bis in submeridionale Bereiche vordringt. Man findet den Täubling in Nordasien (Ostsibirien, Japan), Nordamerika (USA, Kanada) und Europa. In Europa ist Spanien und Italien seine südliche Verbreitungsgrenze und im Südosten Slowenien. Im Westen kommt er in Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien vor. Dort findet man ihn bis zu den Hebriden. In Nordeuropa ist der Täubling stark verbreitet und kann in ganz Fennoskandinavien gefunden werden. Die Nordgrenze seines Verbreitungsgebietes liegt in Lappland.<ref name="krieglsteiner" />

    In Deutschland kommt der Täubling in allen Bundesländern vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Ostfriesischen Inseln im Norden bis ins Alpenvorland. Insgesamt ist er sehr lückig gestreut und überall selten.

    Systematik

    Der Zarte Birken-Täubling wird in die Untersektion Exalbicantinae<ref>Blut, Galle und Tränen. Täublinge Teil 6 – Scharfe Cremesporer. Der Tintling 96, Ausgabe 5/2015, S. 19–30</ref> gestellt, die innerhalb der Sektion Firmae steht. Die Untersektion enthält kleinere bis mittelgroße Täublinge mit vorwiegend rosa bis weinrötlich gefärbten Hüten. Der Stiel ist weiß oder rosa überlaufen und neigt bei Feuchtigkeit zum Grauen. Die Täublinge schmecken schärflich bis scharf und haben creme- bis ockerfarbenes Sporenpulver.<ref name="bon-key">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Monographic Key to European Russulas (1988).] (PDF; 1,4 MB) In: Englische Übersetzung von M. Bons Russula-Schlüssel. The Russulales Website, , S. 32, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Januar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Bedeutung

    Der Speisewert des Pilzes ist unbekannt. Aufgrund seines scharfen Geschmacks muss man aber davon ausgehen, dass er zumindest roh genossen leicht giftig ist.<ref name="Phillips06" />

    Literatur

    Dieser Artikel beruht in Teilen auf Informationen aus dem englischsprachigen Wikipedia-Artikel über Russula gracillima.

    • Russula gracillima. In: de.mycobank.org. International Mycological Association, abgerufen am 2. März 2014.
    • Russula gracillima. In: Partial Russula species database des CBS-KNAW Fungal Biodiversity Centre. Abgerufen am 2. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Sporenzeichnung und tabellarische Auflistung der makro- und mikroskopischen Merkmale (basierend auf H. Romagnesis Les Russules d'Europe et d'Afrique du Nord)).
    • Russula gracillima. In: Russulales News. Bart Buyck; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), lateinische Originaldiagnose).
    • Russula gracillima. In: Funghi in Italia. Abgerufen am 2. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Fotos vom Zarten Birken-Täubling).
    • Alfred Einhellinger: Die Gattung Russula in Bayern. In: Bibliotheca Mycologica. 3. Auflage. Band 112. Berlin/Stuttgart 1994, ISBN 978-3-443-59056-7, S. 92.

    Weblinks

    Commons: Zarter Birken-Täubling (Russula gracillima) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    <references> <ref name="Belgian"> Belgian List 2012 - Russula gracillima. Abgerufen am 7. Juni 2012 (Täubling selten: No threat). </ref> <ref name="Estonia">Estonian eBiodiversity Species description Russula gracillima. In: elurikkus.ut.ee. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juli 2018; abgerufen am 13. Juni 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="GBIF"> Weltweite Verbreitung von Russula gracillima. In: www.gbif.org. Abgerufen am 21. März 2025. </ref> <ref name="krieglsteiner"> German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0, S. 567. </ref> <ref name="Montenegro">Gordana Kasom & Mitko Karadelev: Survey of the family Russulaceae (Agaricomycetes, Fungi) in Montenegro. In: Warsaw Versita (Hrsg.): Acta Botanica Croatica. Band 71, Nr. (2), 2012, ISSN 0365-0588, S. 1–14 (online [PDF]).</ref> <ref name="nahuby"> Atlas húb - Russula gracillima. In: nahuby.sk. Abgerufen am 13. September 2012. </ref> <ref name="NBN"> Grid map of Russula gracillima. In: species.nbnatlas.org. NBN Gateway, abgerufen am 21. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="niederlande"> NMV Verspreidingsatlas | Russula gracillima. In: verspreidingsatlas.nl. Abgerufen am 7. Mai 2012. </ref> <ref name="pilzoek"> Russula gracillima in der PILZOEK-Datenbank. In: pilzoek.de. Abgerufen am 19. August 2011. </ref> </references>