Russenluster
Das Wort Russenluster, auch Russenlampen<ref name="teu">Wolfgang Teuschl: Wiener Dialekt-Lexikon. Residenz Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-7017-1464-3, S. 271.</ref> oder russischer Luster,<ref>Teuschl: Wiener Dialekt-Lexikon. S. 187.</ref> bezeichnet im österreichischen Sprachgebrauch eine Baufassung, also die Raumbeleuchtung mittels einer Glühlampe, die in einer einfachen Fassung ohne Lampenschirm direkt am Stromkabel von der Zimmerdecke hängt.<ref>Walter Koschatzky: Faszination Kunst: Erinnerungen eines Kunsthistorikers. 2001, S. 286 [1]</ref><ref>Robert Sedlaczek: Wörterbuch des Wienerischen. Haymon, Innsbruck/Wien 2011, ISBN 978-3-85218-891-1, S. 218.</ref>
Die Bezeichnung nimmt die im Österreichischen Luster genannte Deckenlampe auf und wertet sie ab: Einerseits bedeutet in der Wiener Mundart „etwas russisch machen“ eine schlampige bzw. nur provisorische Arbeitsausführung,<ref>Sagen.at: Russen in Wien.</ref><ref>Im übertragenen Sinn für etwas Halbfertiges auch für den Stephansdom verwendet, dessen Nordturm nicht fertiggestellt wurde: Christina Böck: Wachstumsschmerz. In: Tageszeitung Kurier, Ausgabe Wien, 19. März 2026, S. 1.</ref> andererseits kann mit dem Wort „Russenluster“ auch die (angenommene) spartanische Ausstattung russischer Haushalte gemeint sein.<ref>standard.at: Russenluster: ein Gruß aus dem Osten 31. Jänner 2006.</ref> Im Wiener Dialekt-Lexikon wird es mit „nackte Glühbirne“ erklärt.<ref name=teu />
Ende des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung „russisches Licht“ für die nach Entwürfen des russischen Erfinders Pawel Nikolajewitsch Jablotschkow angefertigten elektrischen Lampen üblich,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Natascha Drubek: Russisches Licht (Klappentext) ( vom 23. September 2016 im Internet Archive)</ref> möglicherweise hat auch diese Bezeichnung zur Entstehung des Begriffs Russenluster beigetragen.
Weblinks
Einzelnachweise
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