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Rundetårn

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Rundetårn
Datei:Copenhagen - Rundetårn - 2013.jpg
Bestehen 1642–1861 (dann Observatorium Østervold, 1953 Observatorium Brorfelde)
Typ Astronomischer Turm
Höhe 32 m DK
Koordinaten 55° 40′ 52,9″ N, 12° 34′ 32,8″ O
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Der Rundetårn (historische Schreibung sowie Schreibung auf Postkarten u. ä.: Rundetaarn, dänisch für Runder Turm) ist ein astronomischer Turm im Stadtzentrum Kopenhagens. Der Rundetårn ist heute eine bekannte Touristenattraktion, Volkssternwarte, Ausstellungsort, und sein Dach ein vielbesuchter Aussichtspunkt.

Das Bauwerk

König Christian IV. ließ ihn 1637 bis 1642 nach Plänen des Architekten Hans van Steenwinckel d. J. errichten. Er ist verbunden mit der alten Universitätsbibliothek und der Dreifaltigkeitskirche, die in den Jahrzehnten nach dem Turmbau errichtet wurden.

Der kreisrunde Turm hat einen Durchmesser von etwa 15 m und eine Höhe von 34,8 m.<ref name="rundetaarn.dk">Measure and Weight. In: Rundetaarn. Abgerufen am 29. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bestiegen wird er, abgesehen von den letzten Metern vom Aussichtsbereich zum Observatorium, nicht über Treppen, sondern über eine 209 m lange, gewendelte Rampe, die sich in siebeneinhalb vollen Drehungen um die Turmmitte windet. Diese 4 m breite Rampe ermöglichte es, Bücher, Instrumente und dergleichen per Pferdewagen anzuliefern. Hans van Steenwinckel d. J. war mit diesem Konstruktionsprinzip aus der Festung Varberg (Kasemattengang, sogenannter „Kockenborg-Gang“) vertraut.<ref>Roswitha Beyer: Eselstreppe, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 6, 1968, Sp. 21–22.</ref>

Das Eisengeländer auf der Aussichtsplattform wurde 1643 von Caspar Fincke gefertigt. Es enthält an mehreren Stellen die Buchstaben RFP, eine Abkürzung für den Wahlspruch König Christians IV.: Regna Firmat Pietas (‚Frömmigkeit stärkt die Königreiche‘).

Datei:Rebus rundetaarn.jpg
Rebus an der Südfassade

An der Fassade des Turms ist ein Bilderrätsel (Rebus) angebracht. Der eigenhändige Entwurf von Christian IV. ist im Reichsarchiv bewahrt. Eine Deutung lautet:

Element Anmerkung Deutung
DOCTRINAM ET lateinisch Rechte Lehre und
(Schwert) Symbol Gerechtigkeit
DIRIGE lateinisch leite,
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) hebräisch Gott,
IN lateinisch ins
(Herz) Symbol Herz von
(Krone) Symbol König
C 4 Kürzel Christian IV. -
16  42 Jahreszahl vollendet 1642.

Astronomie

Der Turm war ein Ersatz für die Sternwarte Uraniborg, die zerstört wurde und an Schweden fiel, und diente bis 1861 als Observatorium der Universität Kopenhagen (Københavns Universitet Astronomisk Observatorium, seit 1861 in Østervold), und beherbergt heute noch das älteste funktionsfähige Observatorium Europas. Er wurde wegen seiner astronomiegeschichtlichen Bedeutung von der Internationalen Astronomischen Union zum Outstanding Astronomical Heritage erklärt.

Im Observatorium steht eines der alten astronomischen Teleskope der Sternwarte, das öffentlich zugänglich ist.<ref>Around the tower. In: Rundetaarn. Abgerufen am 30. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Asteroid 5505 Rundetårn ist nach dem Turm benannt.

Trivia

Hans Christian Andersen beschreibt im Märchen Das Feuerzeug (1835) die kreisrunden, bedrohlich glotzenden Augen eines dämonischen Hundes mit dem Vergleich „Augen so groß wie der Runde Turm“ (Øine saa store som Rundetaarn).<ref>Fyrtøiet Königliche Bibliothek Kopenhagen, abgerufen am 20. Januar 2012.</ref> In Julius Reuschers klassischer Übersetzung<ref>Das Feuerzeug Zeno.org, abgerufen am 20. Januar 2012.</ref> heißt es allerdings nur „Augen so groß wie ein Thurm“, was den charmanten Bezug zum größten, überhaupt nur vorstellbaren runden Objekt der Stadt unverständlich werden lässt.

Weil der Runde Turm für Jahrhunderte im wahrsten Sinne Maßstäbe gesetzt hatte, diente er in Dänemark oft als Vergleichsmaßstab bei der Angabe großer (Gebäude-)Höhen.

Der Turm enthält zwei Latrinen, eine auf halber Höhe hinter dem Zugang zur Bibliothekshalle, die andere direkt unter dem Dach. Die Grube zur Aufnahme der menschlichen Exkremente liegt unterhalb des Erdgeschosses und war so groß, dass sie nur etwa alle 50 Jahre geleert werden musste. Zuletzt geschah dies 1921. Seit 1902 ist der Gebäudekomplex an die Kanalisation angeschlossen.

Ausstellungen

Die Bibliothekshalle (Bibliotekssalen) des Rundetaarn hat seit 1987 zahlreiche Ausstellungen dänischer und internationaler Künstler beherbergt, darunter Asger Jorn, dessen grafische Werke in Jorn i Rundetaarn (1992)<ref name="jorn">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Udstillinger 1992.] Rundetaarn, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> gezeigt wurden, sowie der Fluxus-Pionier Wolf Vostell, der zur politisch aufgeladenen Gruppenausstellung Berlin uden grænser (1991)<ref name="vostell">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Udstillinger 1991.] Rundetaarn, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> beitrug. Der Rundetaarn zeigt weiterhin zeitgenössische Kunst, wie die ortsspezifische Installation Lost Library Legends (2024) von Christoph und Sebastian Mügge.<ref name="muegge">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Lost Library Legends.] Rundetaarn, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Weblinks

Commons: Rundetårn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />