Rubén Capitanio
Rubén Omar Capitanio (* 6. Dezember 1947;<ref>Clero – Diócesis Neuquén. Abgerufen am 2. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Los Hornos, Argentinien) ist ein argentinischer katholischer Priester und Menschenrechtsaktivist.
Leben
1972, während der Diktatur Alejandro Lanusses, war Capitanio Gefängnisseelsorger in Olmos. Nachdem er einige Wärter wegen Misshandlung von Häftlingen angezeigt hatte, musste er seine Arbeit im Gefängnis vorläufig aufgeben. Erst nachdem 1973 demokratische Wahlen stattfanden, konnte Capitanio wieder als Gefängnisseelsorger tätig werden.<ref name="Dandan">Alejandra Dandan: “Fue una madre que no buscó a sus hijos”. In: Página/12, 11. September 2007. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref> Während der argentinischen Militärdiktatur (ab 1976) hielt er in seiner Gemeinde in San Carlos de Berisso (Provinz Buenos Aires) während der Messe Fürbitten für die verschwundenen Regimegegner (Desaparecidos).<ref name="testimoniales">Juicio a Von Wernich: Testimoniales. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref>
Am 4. August 1976 erhielt Capitanio einen Telefonanruf von Antonio José Plaza, dem der Diktatur nahestehenden Erzbischof von La Plata, der ihn warnte, er solle in dieser Nacht nicht in La Plata schlafen. Da auch bereits sein Vater für zwei Tage inhaftiert und gefoltert und sein Bruder unter Druck gesetzt worden waren,<ref>Pablo Truffa: “Vine a Neuquén por pocos meses que se convirtieron en 30 años”. In: Diario La Mañana Neuquen. Abgerufen am 2. März 2022.</ref> floh Capitanio am 7. August 1976 in die Diözese Neuquén, wo der in Menschenrechtsangelegenheiten engagierte Bischof Jaime de Nevares ihn schützte.<ref name="testimoniales"/> Seitdem ist Capitanio in Neuquén als Priester tätig.<ref name="Dandan"/>
Aufarbeitung der Militärdiktatur
2002 schrieb Capitanio einen offenen Brief an die argentinische Bischofskonferenz, in dem er der Kirchenhierarchie vorwarf, sich nur ungenügend von der Militärjunta distanziert zu haben.<ref>Liliana Daunes, Claudia Korol: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Reportaje especial: Iglesia de la liberación en Argentina – entre el poder y la fe ( vom 18. September 2013 im Internet Archive). Website von Adital. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref> 2003 unterzeichnete er einen weiteren offenen Brief, der die Angehörigen der argentinischen Hierarchie aufforderte, über ihre Rolle in der Militärdiktatur zu sprechen.<ref>No es “la iglesia”.... Website der Equipo Nizkor. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref> Das Schuldbekenntnis, dass die argentinische Kirche 2000 auf dem Nationalen Eucharistischen Kongress in Córdoba abgelegt hatte,<ref>http://aica.org/aica/documentos_files/CEA/Otros_documentos/Reconciliacion.htm</ref> bezeichnete Capitanio als nicht weitgehend genug.<ref name="Ginzberg">Victoria Ginzberg: Un cura que bendijo la represión. In: Página/12, 15. Juli 2007. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref>
2007 sagte Capitanio in La Plata als Zeuge im Prozess gegen den Priester und Polizeikaplan Christian von Wernich aus, der während der Diktatur an Morden, Folterungen und Entführungen beteiligt war.<ref name="testimoniales"/><ref name="Ginzberg"/><ref>Michael Kuhnert: In der Klemme. Die Kirche in Argentinien ringt mit der Vergangenheit. In: Herder-Korrespondenz, 4/2008, S. 200 (online).</ref> Capitanio hatte von Wernich 1970 im Priesterseminar in La Plata kennengelernt.<ref name="Dandan"/> Das Strafverfahren gegen von Wernich bezeichnete Capitanio als einen „Dienst an der Kirche“, der ihr helfe, „die Wahrheit zu suchen“.<ref>Alexei Barrionuevo: Argentine Church Faces ‘Dirty War’ Past. In: New York Times, 17. September 2007. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref>
Weitere Tätigkeiten
Capitanio, der Mitglied des Encuentro Nacional de Curas en la Opción Preferencial por los Pobres (CurasOPP, eine Priesterbewegung, die sich im Sinne der Option für die Armen engagiert) ist,<ref name="testimoniales"/> arbeitet in der Sozialpastoral des Bistums Neuquén,<ref>La Iglesia advierte que crece la pobreza en Neuquén. Website von AICA, 18. Oktober 2009. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref> wo er sich u. a. für eine bessere Gesundheitsversorgung einsetzt.<ref>Crítico balance 2010 de la Pastoral Social. In: Río Negro, 15. Dezember 2010. Abgerufen am 2. Januar 2011.</ref> Neben der Aufarbeitung der Diktatur engagiert Capitanio sich auch für die Ahndung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche und für einen Erlass der argentinischen Auslandsschulden.
Zitat
„Die Kirche muss den Gekreuzigten zur Seite stehen, nicht den Kreuzigern.“
Weblinks
- Website von CurasOPP (spanisch)
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Capitanio, Rubén |
| ALTERNATIVNAMEN | Capitanio, Rubén Omar (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | argentinischer Priester und Menschenrechtsaktivist |
| GEBURTSDATUM | 6. Dezember 1947 |
| GEBURTSORT | Los Hornos, Argentinien |