Czerwonka (Biskupiec)
| Czerwonka | ||||||
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| Basisdaten | ||||||
| Staat: | Datei:Flag of Poland.svg Polen
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| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |||||
| Powiat: | Olsztyn | |||||
| Gmina: | Biskupiec | |||||
| Geographische Lage: | 53° 55′ N, 20° 54′ O
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| Höhe: | 144 m n.p.m. | |||||
| Einwohner: | 869 (2021<ref name="wies">Polska w Liczbach: Wieś Czerwonka w liczbach</ref>) | |||||
| Postleitzahl: | 11-300<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2022, S. 185 (polnisch) (PDF; 7,4 MB) ( vom 26. Oktober 2022 im Internet Archive)</ref> | |||||
| Telefonvorwahl: | (+48) 89 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | NOL | |||||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||||
| Straße: | 57: Bartoszyce–Bisztynek ↔ Biskupiec–Szczytno–Chorzele–Kleszewo/DK 61 (–Pułtusk) | |||||
| Eisenbahn: | PKP-Linie 353: Posen–Toruń–Olsztyn–Korsze (–Tschernjachowsk) | |||||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |||||
Czerwonka ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Dorf in der Gmina Biskupiec (Stadt- und Landgemeinde Bischofsburg) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geografische Lage
Das Dorf liegt im historischen Ostpreußen am Ufer des Daddaisees ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), etwa sechs Kilometer nordwestlich von Bischofsburg (Biskupiec). Bis zur früheren Kreisstadt Rößel (polnisch Reszel) sind es 22 km in nordöstlicher Richtung, die heutige Kreismetropole Olsztyn (Allenstein) liegt 32 km in südwestlicher Richtung.
Geschichte
Das Dorf Rothfließ (nach 1820 noch Rothflies) wurde im Jahr 1365 gegründet;<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Rothfließ</ref> am 20. September jenes Jahres verlieh Bischof Johann II. Stryprock seinem getreuen Junker Tilo, Sohn des Tilo von Böhmen, zur Belohnung für treu geleistete Dienste 40 Hufen Wald zwischen Bößau (heute {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und den Zehnhuben (polnisch Kostrzewy) im Felde – genannt Kunzen am Daddaisee – als Reiterlehen zu Kulmer Recht. Daraus wurde Rothfließ.
Zwischen 1874 und 1945 war das Dorf in den Amtsbezirk Bößau<ref name="Jehke">Rolf Jehke: Amtsbezirk Bößau</ref> (Sitz in Groß Bößau, polnisch Biesowo) eingegliedert.<ref name="wiki">Rothfließ (Kreis Rößel) bei GenWiki</ref> Er gehörte zum Kreis Rößel im Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905 Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen. Im gleichen Zeitraum war Rothfließ in das Standesamt Bößau einbezogen.<ref name="wiki" />
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Rothfließ gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Rothfließ stimmten 580 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.<ref>Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 109</ref>
Am 30. September 1928 wurde der Nachbargutsbezirk Kunzkeim (polnisch Droszewo) nach Rothfließ eingemeindet.<ref name="Jehke"/>
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region mit dem Dorf. Bald darauf wurde Rothfließ zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Das Dorf erhielt den polnischen Ortsnamen Czerwonka. Soweit die deutschen Einheimischen nicht geflohen waren, wurden sie nach 1945 größtenteils vertrieben bzw. später ausgesiedelt und durch Polen ersetzt.
Czerwonka ist heute eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Biskupiec (Bischofsburg) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Bevölkerungsentwicklung
Die Zahl der Einwohner von Rothfließ steigerte sich von 218 im Jahr 1820 auf 597 im Jahr 1895 bzw. 580 im Jahr 1905.<ref name="wiki" /> Am 1. Dezember 1910 lebten hier 836 Einwohner.<ref>M. W. Ehrenreich: Landkreis Rößel. In: Gemeindeverzeichnis 1900. U. Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. September 2022; abgerufen am 22. Dezember 2025 (Stand 1. Dezember 1910).</ref> Im Jahr 1933 waren 974 Einwohner verzeichnet, und im Jahr 1939 stieg ihre Zahl auf 983.<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> Nach einer Volkszählung im Jahr 2021 lebten in Czerwonka 869 Einwohner.<ref name="wies" />
Religionen
Christentum
Evangelisch
Rothfließ gehörte bis 1945 zur evangelischen Kirche in Bischofsburg<ref>Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 489.</ref> (heute polnisch Biskupiec) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Zur besseren Betreuung der evangelischen Kirchenglieder in der Diasporaregion Rößel wurden in verschiedenen Orten kleine Kapellen errichtet, darunter auch eine in Rothfließ. Sie wurde am 27. Oktober 1895 eingeweiht.
Heute ist eine Kapelle in Biskupiec das Gotteshaus der evangelischen Einwohner Czerwonkas. Sie ist eine Filialkapelle der Pfarrei Sorkwity ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Römisch-katholisch
Die Pfarrkirche der römisch-katholischen Kirchenglieder von Rothfließ war vor 1945 die in Groß Bößau im Bistum Ermland. Aber auch in Rothfließ stand eine Kapelle.
Heute besteht weiterhin der Bezug der Katholiken nach Biesowo, in der es jetzt eine Pfarrei innerhalb des Erzbistums Ermland der Römisch-katholischen Kirche in Polen gibt.
Sehenswürdigkeiten
In Czerwonka steht noch unbeschädigt ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen in Form einer kleinen Kapelle aus rotem Backstein, erbaut im Jahr 1920.<ref name="ostpreussen">Czerwonka – Rothfließ</ref>
Söhne und Töchter des Ortes
- Alfred Preuß (1887–1947), Politiker der NSDAP
Verkehr
Straße
Czerwonka liegt an der verkehrspolitisch bedeutenden Nord-Süd-Achse der polnischen Landesstraße 57 (einstige deutsche Reichsstraße 128), die in Bartoszyce (Bartenstein) den von der russischen Oblast Kaliningrad kommenden Verkehr aufnimnmt und – die Woiwodschaft Ermland-Masuren durchquerend – in die Woiwodschaft Masowien in die Nähe der Stadt Pułtusk führt.
Schiene
Am 1. Januar 1872 wurde in Rothfließ mit dem Bau der Bahnstrecke Thorn–Insterburg ein Bahnhof eingerichtet. In das nahe Bischofsburg verkehrte eine private Pferdeomnibuslinie. Mit dem Bau und der Eröffnung einer Nebenbahnstrecke von Königsberg (Preußen) (heute {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) via Zinten (russisch: Kornewo) über Landsberg (heute {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) nach Niedersee (polnisch: Ruciane-Nida) in Masuren zum 1. September 1898, heute ein Teilstück der Bahnstrecke Czerwonka–Ełk, gewann Czerwonken als Bahnknotenpunkt an zusätzlicher Bedeutung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink ( vom 10. Juli 2009 im Internet Archive). Abgerufen am 1. April 2024.</ref>
Heute wird nur noch die Teilstrecke Toruń–Korsze ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in regulärem Betrieb befahren.
Literatur
- Artur Becker beschreibt in seinem Roman Onkel Jimmy, die Indianer und ich seine Rückkehr nach Czerwonka (Leseprobe).
- Der Poet Gerald Zschorsch verfasste nach einer Reise durch Masuren mit dem Titel Czerwonka ein Gedicht in mehreren Teilen.<ref name="ostpreussen" />
- Alexander Issajewitsch Solschenizyn beschreibt den Kampf um den Bahnhof Rothfließ in seinem Roman August Vierzehn.
Weblinks
Einzelnachweise
<references /> Vorlage:Navigationsleiste Gmina Biskupiec (Powiat Olsztyński)