Rosenthal (Schönsee)
Rosenthal Stadt Schönsee
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4)&title=Rosenthal 49° 30′ N, 12° 31′ O
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| Höhe: | 580 m | |||||
| Einwohner: | 4 (12. Dez. 2012)<ref>Einwohnermeldeamt Schönsee</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 92539 | |||||
| Vorwahl: | 09674 | |||||
Lage von Rosenthal in Bayern
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Rosenthal ist ein Ortsteil der Stadt Schönsee im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in Bayern.
Geografie
Der Weiler Rosenthal lag an der Staatsstraße 2159 im oberen Drittel des engen Rosenthals, der Durchbruchstrecke der Ascha von der Schönseer Hochfläche zur Gaisthaler Senke.<ref>Teresa Guggenmoos: Die Natur. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 16.</ref>
Geschichte
Zwischen Muggenthal und Gaisthalerhammer beträgt der Höhenunterschied 100 Meter auf 1,5 Kilometer Länge. Dieses Gefälle der Ascha eignete sich besonders gut zur Anlage von Hämmern, Glasschleifen und anderen Betrieben, die die Wasserkraft nutzten. Schon 1813 gründete der letzte Winklarner Herrschaftsrichter Heinrich Gareis hier Werke, die als Ober- und Unterrosenthal bezeichnet wurden. Aschaabwärts stand die Glasschleife Wilhelmsthal. Die Nürnberger Fabrikanten Karl und Hermann Müller kauften 1844 die Gareisschen Grundstücke Ober- und Unterrosenthal. Sie beantragten 1851 die Genehmigung, zwischen Unterrosenthal und Wilhelmsthal zusätzlich drei Schleifwerke, zwei Polierwerke und eine Schneidsäge bauen zu dürfen. Die Werkanlagen Wilhelmsthal 3 und 4 wurden 1852 gebaut. Es gab nun zehn Glasschleifen im Rosenthal.
Der jüdische Großkaufmann Moses Isaak Büchenbacher aus Fürth kaufte 1865 den gesamten Müllerschen Besitz. Sein Nachfolger war Leopold Büchenbacher. In den Händen der Firma Büchenbacher blühten die Betriebe im Rosenthal auf.
Die Glasschleifen wurden zuerst von böhmischen Glashütten beliefert, später aus Furth im Wald, Weiden und Fürth. Ihr Transportaufkommen betrug in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts 30000 Zentner jährlich. Zunächst musste alles Glas auf Fuhrwerken transportiert werden. Erst 1913 verbesserten sich die Transportverhältnisse durch die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Nabburg–Schönsee.<ref>Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981, S. 157, 158</ref>
Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) war Rosenthal Teil der Expositur Gaisthal und hatte 8 Häuser, 4 Glasschleifen und 83 Einwohner.<ref>Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 375</ref>
1933 emigrierte Leopold Büchenbacher in die USA, nachdem er – gezwungen durch das judenfeindliche faschistische Regime – seinen Besitz billig an oberpfälzer Einheimische verkauft hatte. Damit begann der Niedergang dieses einst blühenden Industriezweiges. Heute (2013) sind kaum noch Spuren der einstigen Fabriken zu finden.<ref>Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981, S. 157, 158</ref>
1969 gehörte Rosenthal noch zu Gaisthal und wurde am 1. Januar 1975 zusammen mit Gaisthal in die Stadt Schönsee eingegliedert.<ref>Hans Berger: Der Landkreis Oberviechtach in Zahlen. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 166.</ref>
Am 31. Dezember 1990 hatte Rosenthal 6 Einwohner und gehörte zur Expositur Gaisthal.<ref>Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 435</ref>
Die Wasserkraft der Ascha wird in Rosenthal zur Stromerzeugung genutzt.
Das Verwaltungsgebäude der Firma Büchenbacher, das später als Gasthof diente, wurde im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße in den Jahren 2022/23 von Gaisthal beginnend nach Schönsee abgerissen, ebenfalls die ehemalige Glasschleife Rosenthal, die unter der Nummer D-3-76-160-49 als Baudenkmal in der Denkmalliste geführt wurde.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Durch das Rosenthal zieht sich auf der ehemaligen Bahntrasse der Eisenbahnstrecke Nabburg – Schönsee ein Rad- und Wanderweg auf dem im Winter eine Langlaufloipe gespurt wird. Er führt durch ein besonders eindrucksvolles Durchbruchstal der Ascha.<ref>http://www.oberpfaelzerwald.de/de/aschatal-radweg</ref> Dieser Radweg ist Teil des Bayerisch-Böhmischen Freundschaftsweges.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 28. Februar 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> An ihm befinden sich die wenigen gebliebenen alten Gebäude der Glasschleifen und zahlreiche markante Felsbildungen.<ref>Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981, S. 13</ref>
Bildergalerie
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Rosenthal, ehemalige Glasschleife
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Rosenthal, ehemaliges Verwaltungsgebäude
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Rosenthal ehemaliger Werkskanal
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Rosenthal ehemalige Glasschleife Felsenkeller innen
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Rosenthal Ruinen einer ehemaligen Glasschleife
Weblinks
Einzelnachweise
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