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Robert Bulwer-Lytton, 1. Earl of Lytton

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Robert Bulwer-Lytton, 1. Earl of Lytton
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Robert Bulwer-Lytton, 2. Baron Lytton als Vizekönig von Indien

Edward Robert Bulwer-Lytton, 1. Earl of Lytton GCB GCSI GCIE PC (geborener Bulwer, * 8. November 1831 in London; † 24. November 1891 in Paris) war ein britischer Diplomat und Schriftsteller, sowie von 1876 bis 1880 Vizekönig von Indien. Er veröffentlichte Gedichte unter dem Künstlernamen „Owen Meredith“.

Leben

Bulwer-Lytton war der einzige Sohn des Politikers und Romanautors Edward Bulwer aus dessen Ehe mit der Schriftstellerin Rosina Wheeler. Sein Vater ergänzte den Familiennamen 1844 von „Bulwer“ zu „Bulwer-Lytton“, wurde 1838 als Baronet, of Knebworth, geadelt und 1866 als Baron Lytton zum erblichen Peer erhoben. Bulwer-Lytton besuchte die Harrow School und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Im Alter von 18 Jahren trat Bulwer-Lytton in den Diplomatischen Dienst ein und ging als Privatsekretär seines Onkels Sir Henry Bulwer nach Washington, D.C., wo sein Onkel drei Jahre lang das Amt des britischen Botschafters in die Vereinigten Staaten bekleidete. 1852 wurde er als Diplomat in Florenz, 1854 in Paris eingesetzt. 1856 wurde er als Attaché in Den Haag, 1858 in St. Petersburg und Konstantinopel und 1858 in Wien stationiert. 1860 wurde er als Konsul nach Belgrad, 1863 als Gesandtschaftssekretär nach Kopenhagen, 1864 nach Athen, 1865 nach Lissabon und 1868 nach Madrid entsandt. 1868 war er Botschaftssekretär in Wien und von 1872 bis 1874 in Paris. Von 1874 bis 1876 war er britischer Botschafter in Lissabon.

Beim Tod seines Vaters im Januar 1871 hatte Bulwer-Lytton dessen Adelstitel als 2. Baron Lytton und 2. Baronet, of Knebworth, geerbt. Mit ersterem Titel war ein Sitz im House of Lords verbunden.

Von 1876 bis 1880 war Bulwer-Lytton Generalgouverneur und Vizekönig von Indien. In seine Amtszeit fallen die Große Hungersnot von 1876 bis 1878, der Zweite Anglo-Afghanische Krieg und der Vertrag von Gandamak. Die Politik Bulwer-Lyttons während der Großen Hungersnot in Indien, die im Jahr von Bulwer-Lyttons Amtsantritt als Vizekönig von Britisch-Indien begann und der zwischen 6,1 Millionen und 10,3 Millionen Menschen in Südindien zum Opfer fielen, ist Gegenstand internationaler Kontroversen zwischen Historikern. Während einige Forscher die Ansicht vertreten, die Hungersnot und ihre Opfer beruhten auf natürlichen Faktoren wie Missernten, argumentieren andere, der Tod von Millionen Indern sei der laissez-faire-Politik der britischen Kolonialregierung unter Bulwer-Lytton geschuldet, die bewusst keine effektiven Gegenmaßnahmen getroffen hätte. Dabei wird auch der Vorwurf des Genozids erhoben.<ref>Kathakali Chatterjee: The British Created an Indian Holocaust. University of Wisconsin, 17. Juli 2007.</ref><ref>Mike Davis: Late Victorian Holocausts. El Nino Famines and the Making of the Third World. Verso, London 2001.</ref> Lyttons Entscheidung, Ressourcen für die große Zeremonie des Delhi Durbar von 1877 bereitzustellen, die als Demonstration der Macht und des Reichtums Großbritanniens angesehen wurde, verschärfte die Hungersnot weiter und führte letztendlich zu großem menschlichen Leid und dem Verlust vieler Menschenleben.

In seiner Eigenschaft als Vizekönig war Bulwer-Lytton kraft Amtes Großmeister der beiden auf Indien bezogenen britischen Ritterorden, des Order of the Star of India und des Order of the Indian Empire und wurde bei seinem Ausscheiden 1880 jeweils Knight Grand Commander dieser beiden Orden. 1878 wurde er zudem als Knight Grand Cross des Order of the Bath ausgezeichnet. Als er aus Indien zurückgekehrt war, wurden ihm am 28. April 1880 die erblichen Adelstitel Earl of Lytton und Viscount Knebworth verliehen.

Von 1887 bis 1890 war er britischer Botschafter in Paris. Zugleich amtierte er von 1887 bis 1890 als Lord Rector der Universität Glasgow. 1888 wurde er ins Privy Council aufgenommen.

Ehe und Nachkommen

Im Oktober 1864 heiratete Bulwer-Lytton Edith Villiers († 1936), eine Enkelin des 1. Baron Ravensworth und Nichte des 4. Earl of Clarendon. Mit ihr hatte er vier Söhne und drei Töchter:

Schriftsteller

Bulwer-Lytton veröffentlichte im Alter von 25 Jahren unter dem Künstlernamen „Owen Meredith“ einen Gedicht-Band, dem Novellen und weitere Gedichte unter demselben Pseudonym folgten. Als sein bekanntestes Werk gilt Lucile von 1860<ref>https://sdrc.lib.uiowa.edu/lucile/</ref>, das in der breiten Öffentlichkeit auch deswegen bekannt wurde, weil dem Autor vorgeworfen wurde, es handele sich um ein Plagiat von George Sands Lavinia.

Veröffentlichungen

  • Pausanias, the Spartan. Tauchnitz, Leipzig 1876.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Thomas George BaringGeneralgouverneur und Vizekönig von Indien
1876–1880
George Robinson
Titel neu geschaffenEarl of Lytton
1880–1891
Victor Bulwer-Lytton
Edward Bulwer-LyttonBaron Lytton
1873–1891
Victor Bulwer-Lytton

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