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Felsen-Kreuzdorn

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(Weitergeleitet von Rhamnus saxatilis)

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Felsen-Kreuzdorn
Datei:Rhamnus saxatilis (Felsen-Kreuzdorn) IMG 7438.JPG

Rhamnus saxatilis

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Gattung: Kreuzdorn (Rhamnus)
Art: Felsen-Kreuzdorn
Wissenschaftlicher Name
Rhamnus saxatilis
Jacq.

Der Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxatilis) ist ein Vertreter der Gattung Kreuzdorn (Rhamnus). Er bevorzugt sonnige, felsige Hanglagen, was seinen Namen erklärt.

Beschreibung

Der Felsen-Kreuzdorn ist ein sommergrüner, niedrig bleibender, maximal 1,5 Meter hoher Strauch. Die Äste stehen dicht und bestehen aus Kurz- und Langtrieben. Die Langtriebe können in einem Dorn enden.

Blätter

Datei:Rhamnus saxatilis (Felsen-Kreuzdorn) IMG 7432.JPG
Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxatilis)
Datei:Rhamnus saxatilis Orjen 2.JPG
Felsen-Kreuzdorn aus den südöstlichen Dinariden

Die Blattstellung ist gegenständig bis schief gegenständig. An Kurztrieben treten die Blätter büschelig auf. Die Blattstiele werden bis zu 1,5 Zentimeter lang, die Blattspreiten haben eine Länge von 0,8 bis 3 Zentimetern und eine Breite von 0,5 bis 1,5 Zentimetern. Die Blattform ist meist länglich-elliptisch, seltener rundlich, der Blattrand fein gesägt. Es werden kleine Nebenblätter gebildet, die rasch abfallen. Die Winterknospen liegen seitlich am Spross an und sind mit Knospenschuppen (Tegmenten) bedeckt.

Blüten

Der Felsen-Kreuzdorn blüht unscheinbar in büscheligen Blütenständen aus wenigen Einzelblüten, die an den Blattachseln gebildet werden. Die Einzelblüten sind vierzählig, gelblich bis grünlich und 4 bis 7 Millimeter lang gestielt. Die Blüten können sowohl zwittrig als auch eingeschlechtig sein. Die vier linealischen Kelchblätter sind gelblich-grün. Es werden vier, selten auch fünf linealische Kronblätter gebildet, die etwa gleich lang wie die vier bis fünf Staubblätter sind. Bei den weiblichen Blüten fehlen die Kronblätter häufig. Der Fruchtknoten ist oberständig. Blütezeit ist von April bis Mai.

Früchte

Die Früchte sind schwarzblaue, runde und beerenartige Steinfrüchte, die drei Steinkerne mit jeweils einen Samen enthalten. Das Perikarp ist fleischig.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="Oberdorfer2001" />

Verbreitung und Standortansprüche

Datei:Rhamnus saxatilis Orjen 1.JPG
Habitus an einer Windkante in der oromediterranen Stufe im Orjen, Montenegro ca. 1750 m

Das Zentrum des natürlichen Verbreitungsgebiets liegt im südlichen Mitteleuropa und in Südosteuropa. In Tirol bei Leutasch findet man die Art bis auf 1300 Meter Seehöhe, im Veltlin bis 1400 und in Frankreich bis 1500 Meter Meereshöhe.<ref name="Hegi" /> Die Südgrenze des Verbreitungsgebiets liegt in Mittelitalien und Nordspanien. Im Westen kommt Rhamnus saxatilis auch in Süd- und Südostfrankreich vor. Im Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über große Teile von Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien, nach Norden kommt er bis Süddeutschland vor.

Der Felsen-Kreuzdorn bevorzugt sonnige, trockene und felsige Hanglagen. Halbschatten wird toleriert, feuchte Standorte werden gemieden. Man trifft ihn häufig auf basischem und stickstoffarmen Untergrund, er gilt als Anzeiger für Kalkböden. In Mitteleuropa ist er eine Erici-Pinion-Verbandscharakterart, kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Quercetalia pubesceti-petraeae, Brometalia oder des Verbands Berberidion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (sehr trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Der Felsen-Kreuzdorn wird der Untergattung Eurhamnus zugeordnet.

Im Mittelmeerraum kommen insgesamt folgende Unterarten des Felsen-Kreuzdorns (Rhamnus saxatilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq., Syn.: Rhamnus villarsii <templatestyles src="Person/styles.css" />Jord., Rhamnus saxatilis subsp. villarsii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jordan) P.Fourn.) vor:<ref name="Euro+Med" />

  • Rhamnus saxatilis subsp. infectoria <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) P.Fourn. (Syn.: Rhamnus infectoria <templatestyles src="Person/styles.css" />L.), kommt nur in Spanien, Frankreich und Italien (mit Sizilien) vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Rhamnus saxatilis subsp. prunifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sm.) Aldén (Syn.: Rhamnus prunifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm.), kommt nur in Griechenland, in der Ägäis und in Kroatien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Rhamnus saxatilis subsp. rhodopea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Velen.) Aldén (Syn.: Rhamnus rhodopea <templatestyles src="Person/styles.css" />Velen.), kommt nur auf der Balkan-Halbinsel, in Kleinasien und in der Ägäis vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Rhamnus saxatilis subsp. saxatilis
  • Rhamnus saxatilis subsp. tinctoria <templatestyles src="Person/styles.css" />Nyman, kommt in der Schweiz, in Kroatien, Serbien, Ungarn, auf der Balkanhalbinsel, in Bulgarien, Rumänien, in der Ukraine und in Moldawien vor.<ref name="Euro+Med" />

Verwendung

Der Felsen-Kreuzdorn hat keine wirtschaftliche Bedeutung, Anbauten sind nicht bekannt. In Frankreich werden die Früchte von Rhamnus cathartica subsp. infectoria als 'Graines d'Avignon' gesammelt.<ref name="Hegi" />

Nachweise

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 652.</ref> <ref name="Euro+Med">T. Henning, E. von Raab-Straube (2016): Rhamnaceae.: Datenblatt Rhamnus saxatilis, In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="InfoFlora"> Rhamnus saxatilis Jacq. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hegi"> </ref> </references>

Weblinks

Commons: Felsen-Kreuzdorn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien