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Neuromuskuläre Restblockade

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(Weitergeleitet von Relaxanzüberhang)

Als neuromuskuläre Restblockade, postoperative Restcurarisierung (PORC) oder Relaxansüberhang bezeichnet man eine unerwünschte Restwirkung von bestimmten Narkosemitteln (Muskelrelaxanzien) nach dem Ende einer Operation. Sie erhöht das Risiko postoperativer Komplikationen von Seiten der Lunge.

Durch die unvollständige Muskelfunktion ist das Abhusten von Schleim und Speichel erschwert, so dass es zum unbemerkten Verschlucken kleiner Mengen von bakterienbelasteten Rachenschleim in die Lunge kommen kann (Mikroaspiration). Durch diese Mikroaspirationen entwickeln sich meist erst nach Tagen Entzündungen der Bronchien oder Lungenentzündungen. Man schätzt, dass durch einen unbehandelten Relaxansüberhang sich das Risiko einer Lungenentzündung nach der OP vervierfacht.<ref name="DOI10.1111/j.1399-6576.1997.tb04851.x">H. Berg, J. Viby-Mogensen, J. Roed, C. R. Mortensen, J. Engbaek, L. T. Skovgaard, J. J. Krintel: Residual neuromuscular block is a risk factor for postoperative pulmonary complications A prospective, randomised, and blinded study of postoperative pulmonary complications after atracurium, vecuronium and pancuronium. In: Acta Anaesthesiologica Scandinavica. 41, 1997, S. 1095–1103, doi:10.1111/j.1399-6576.1997.tb04851.x.</ref>

Eine PORC wird häufiger nach Anwendung langwirksamer als nach mittellang wirkenden Muskelrelaxanzien beobachtet.<ref>M. Naguib, A. F. Kopman, J. E. Ensor: Neuromuscular monitoring and postoperative residual curarisation: a meta-analysis. In: Br J Anaesth. (2007); 98, S. 302–316. PMID 17307778.</ref> Einige andere Medikamente wie Inhalations- und Lokalanästhetika, Corticosteroide, Magnesium und einige Antibiotika führen zu einer verlängerten neuromuskulären Blockade.<ref>A. S. Milde, J. Motsch: Medikamenteninteraktionen für den Anästhesisten. In: Anaesthesist. (2003); 52, S. 839–859. Volltext online (PDF; 383 kB), abgerufen am 25. März 2007.</ref> Im Zeitraum zwischen 1995 und 2004 hat die Anwendung quantitativer Messverfahren (neuromuskuläres Monitoring) für die PORC zugenommen und die Häufigkeit einer PORC selbst abgenommen.<ref>C. Baillard u. a.: Postoperative residual neuromuscular block: a survey of management. In: Br J Anaesth. (2005); 95, S. 622–626. PMID 16183681.</ref>

Quellen

<references />