Zum Inhalt springen

Rehestädt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Rehestädt
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(150)&title=Rehest%C3%A4dt 50° 52′ N, 10° 55′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(150) 50° 52′ 11″ N, 10° 55′ 25″ O
 {{#coordinates:50,869722222222|10,923611111111|primary
dim=10000 globe= name=Rehestädt region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 265 (258–282) m ü. NHN
Fläche: 1,64 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Rehestädt, Gemeinde Amt Wachsenburg. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2026.</ref>
Einwohner: 150 (31. Dez. 2023)<ref>Haushalt 2025. Gemeinde Amt Wachsenburg, S. 7, abgerufen im Februar 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 8. März 1994
Eingemeindet nach: Ichtershausen
Postleitzahl: 99334
Vorwahlen: 03628, 036202
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Rehestädt ist ein Ortsteil der Gemeinde Amt Wachsenburg im thüringischen Ilm-Kreis. Für den Ortsteil gibt es eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 365 kB) § 3 und 4. In: Webauftritt. Gemeinde Amt Wachsenburg, abgerufen im Februar 2026.</ref>

Geografie

Rehestädt liegt am Übergang von den Vorbergen des Thüringer Waldes zum Thüringer Becken in etwa 270 Metern Höhe vier Kilometer nordwestlich von Arnstadt.

Geschichte

Es ist anzunehmen, dass der Ort durch einen Mann namens Recheo gegründet wurde. 1191 bestand bereits ein ausgebautes Dorf. Schon 1257 brachte das Kloster Ichtershausen Ländereien zu Rehestädt an sich.<ref>Galetti: Geschichte und Beschreibung des Herzogthums Gotha, Band 3, S. 345</ref> Bis zum Ende des Klosters Ichtershausen 1525 im Deutschen Bauernkrieg war Rehstedt dessen Eigentum. Im Jahre 1640, im Dreißigjährigen Krieg, war durch Tod und Flucht der Einwohner nur noch ein Drittel der Häuser bewohnt. Der Ort gehörte in der Folgezeit zum Amt Wachsenburg mit Ichtershausen, welches 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha, ab 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha kam.

Bis 1920 gehörte Rehestädt zu Sachsen-Coburg und Gotha, anschließend zum Landkreis Arnstadt bzw. dessen Nachfolgern. Am 8. März 1994 wurde der Ort in die Gemeinde Ichtershausen eingegliedert.<ref>Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref> Seit dem Zusammengehen der Gemeinde Ichtershausen mit der Wachsenburggemeinde am 1. Januar 2013 gehört Rehestädt zur Gemeinde Amt Wachsenburg.

Im April 1945 wurde der Ort von US-Truppen besetzt und Anfang Juli 1945 an die Rote Armee übergeben. Damit wurde er Teil der SBZ und der DDR. Dies brachte die Zwangskollektivierung und später Industrialisierung der Landwirtschaft mit sich.

Politik

Der ehrenamtliche Ortsteilbürgermeister von Rehestädt ist Mario Schubert. Er wurde bei den Kommunalwahlen in Thüringen am 26. Mai 2024 erstmals ins Amt gewählt. Zusammen mit vier weiteren Mitgliedern bildet Schubert den Ortsteilrat von Rehestädt.<ref>Amt Wachsenburg (Hrsg.): „Postskriptum“ – Amtsblatt Amt Wachsenburg. 30. Jahrgang, Nr. 8, 4. Juli 2024, S. 11 u. 14–15 (Online [PDF; 7,5 MB; abgerufen am 5. April 2025]).</ref>

Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Verkehr

Rehestädt ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Die Agroland Agrar e.G. Thörey/Rehestädt, hervorgegangen aus einer LPG, betreibt Landwirtschaft und einen Photovoltaikpark. Die Anlage liegt direkt am nördlichen Ortsrand von Rehestädt.

Etwa einen Kilometer nordöstlich von Rehestädt, am Rand von Thörey, befindet sich seit den 1990er Jahren das größte Gewerbegebiet des Ilm-Kreises, das besonders wegen seiner Lage am Erfurter Kreuz (A 4, A 71) entwickelt und auch danach benannt wurde.

Ein mehrere Hektar großes Gelände am Nordwestrand des Ortes wurde von den 1970er Jahren bis 2005 als Mülldeponie des Kreises Arnstadt bzw. des nördlichen Ilm-Kreises genutzt. Dazu gehören die „Alter Körper“ und „Neuer Körper“ genannten hohen Deponieberge sowie zwei Sondermülldeponien. Ein Teil des Mülls wird nun langsam abgetragen und der Verbrennung in Leuna zugeführt.

Auf 5,1 Hektar, am Hang des Zettelbergs (300 m), wurde im Auftrag der Restabfallverwertung Mittelthüringen (ZRM) durch Beck Energy eine große Solaranlage zur Erzeugung elektrischer Energie mit einer Nennleistung von 444 kWp errichtet und im Juni 2008 eingeweiht. Sie ist seit Oktober 2008 am Netz, soll 455.000 kWh/Jahr erzeugen und würde damit dem Betreiber 164.000 Euro/Jahr an Einspeisegebühren einbringen, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert sind.

Straßen führen von Rehestädt nach Arnstadt, Thörey und Haarhausen. Der nächste Bahnhof befindet sich einen Kilometer westlich des Ortes in Haarhausen an der Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen.

Ein Radweg aus Richtung Thörey/Gewerbegebiet führt bis nahe an Rehestädt heran. Er wurde einschließlich Renaturierung des Riethgrabens südlich des Gewerbegebiets als Ausgleichsmaßnahme für dessen Flächenverbrauch angelegt.

Persönlichkeiten

  • Hugo Gräf (* 10. Oktober 1892 in Rehestädt; † 23. Oktober 1958 in Gotha), Politiker (KPD, SED)

Weblinks

Commons: Rehestädt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein