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Benzimidazol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Probenzimidazole)
Strukturformel
Strukturformel von Benzimidazol
Allgemeines
Name Benzimidazol
Andere Namen
  • 1,3-Benzodiazol
  • 1H-1,3-Benzimidazol
  • 1H-Benzo[d]imidazol
  • Vorlage:INCI
Summenformel C7H6N2
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle<ref name="Römpp">Eintrag zu Benzimidazol. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-081-4
ECHA-InfoCard 100.000.075
PubChem 5798
ChemSpider 5593
DrugBank DB02962
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 118,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

171–174 °C<ref name="cb">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum.</ref><ref name="cid">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Siedepunkt

>360 °C<ref name="cb" />

Löslichkeit
  • wenig löslich in Wasser (2 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="cid" />
  • löslich in Ethanol<ref name="cb" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="cb" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="cb" />
Toxikologische Daten

2910 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="cb" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Benzimidazol ist eine heterocyclische organische chemische Verbindung die aus der Verschmelzung von Benzol und Imidazol entsteht. Verbindungen mit dieser Grundstruktur werden als Benzimidazole bezeichnet, deren bedeutendster Vertreter in der Natur die Verbindung N-Ribosyl-5,6-dimethylbenzimidazol ist, welche als Ligand für Cobalt im Vitamin B12 vorkommt. Sie steht aber auch in Verbindung mit Purin und Adenin, bei denen die Benzolstruktur im Ringsystem durch Pyrimidin ersetzt ist.

Gewinnung und Darstellung

Benzimidazol kann durch Kondensation von o-Phenylendiamin mit Ameisensäure oder dem äquivalenten Orthoameisensäuretrimethylester dargestellt werden.<ref name="wagner">E. C. Wagner and W. H. Millett: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 19, 1939, S. 12, doi:10.15227/orgsyn.019.0012; Coll. Vol. 2, 1943, S. 65 (PDF).</ref>

<math>\mathrm{C_6H_4(NH_2)_2 + HC(OCH_3)_3}</math> <math>\mathrm{\longrightarrow C_6H_4N(NH)CH + 3\ CH_3OH}</math>

Verwendung

Vorlage:Hinweisbaustein Benzimidazol dient als Ausgangsstoff zur Herstellung von Derivaten, die als Arzneistoffe (darunter die Anthelminthika Flubendazol, Albendazol, Fenbendazol, Mebendazol und Thiabendazol, aber auch andere wie z. B. Omeprazol und Domperidon) und Fungizide (sogenannte MBC-Fungizide) eingesetzt werden. Beispiele für MBC-Fungizide sind Carbendazim und Fuberidazol, ferner Benomyl und Thiophanat-methyl als metabolische Vorstufen für Carbendazim.

Probenzimidazole nennt man Verbindungen ohne Benzimidazolstruktur, die erst im Organismus in Benzimidazolwirkstoffe umgewandelt werden. Beispiele für solche Prodrugs sind Netobimin und Febantel.<ref name="ages.at"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Antiparasitika (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) (Memento vom 25. April 2014 im Internet Archive).</ref> Die anthelminische Wirkung beruht auf der Hemmung der Zellteilung (Mitose) durch Zerstörung der Bausteine des Spindelapparates.<ref name="ages.at" />

Als thermisch stabiler Kunststoff lässt sich das Polymer Polybenzimidazol einsetzen.

Designer-Drogen

Benzimidazol ist das namensgebende Strukturelement der Benzimidazol-Opioide (1-Aminoalkyl-2-benzylbenzimidazole), einer Gruppe synthetischer Opioide mit zum Teil hoch toxischen Vertretern mit hoher Missbrauchsattraktivität.

Einzelnachweise

<references />