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Precision Farming

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(Weitergeleitet von Präzisionslandwirtschaft)
Datei:Geländegängiges Leichtfahrzeug mit elektrischem Schlaghammer.jpg
Bodenprobenerfassung zur Bestimmung der Ausgangslage auf dem Acker

Precision Farming, auch Präzisionslandwirtschaft, ist ein landwirtschaftliches Verfahren der ortsdifferenzierten und zielgerichteten Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen, mit dem Ziel die Unterschiede des Kulturbodens und der landwirtschaftlichen Ertragsfähigkeit innerhalb eines Feldes zu berücksichtigen. Precision Farming ist eine Teilmenge von digitalen Verfahrenstechniken im Rahmen der Digitalisierung in der Landwirtschaft.

Alternative Bezeichnungen sind: Präzisionsackerbaus, Präzisionslandwirtschaft, teilschlagbezogene Landwirtschaft, Teilschlagbewirtschaftung, Computer-Aided Farming (CAF)<ref>Lamp, J. und Schnug, E.: Rechnergestützte Düngung mit Hilfe digitaler Hofbodenkarten. Schriftenreihe Agrarwiss. Fak. Kiel (Ed. Parey) 69, 61 - 70, 1987</ref><ref>Schnug, E., Haneklaus, S. and Lamp, J.: Economic and ecological optimization of farmchemical application by "Computer Aided Farming" (CAF). Proceedings International Conference on Agricultural Engineering Berlin pp. 163-164, 1990]</ref>, lokales Ressourcenmanagement<ref name="Haneklaus">[Silvia Haneklaus, Holger Lilienthal, Ewald Schnug (2016): 25 years Precision Agriculture in Germany – a retrospective. In: Proceedings of the 13th International Conference on Precision Agriculture : 31. Juli – 3. August 2016, St. Louis, Missouri, USA.</ref>.

In Deutschland bietet die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) den Bachelor-Studiengang Precision Farming an.<ref>Precision Farming</ref>

Geschichte

Auf dem Versuchsgut Birkenmoor der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein fand 1986 erstmals die Demonstration einer landwirtschaftlichen Anwendung des Global Positioning System (GPS) statt.<ref>Versuchsstation Birkenmoor Präsentation Computer-Aided Farming (CAF), auf youtube.com</ref> Im gleichen Jahr stellet die Fa. Müller Elektronik aus Salzkotten auf den Feldtagen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Schwarzenraben zum ersten Mal ein GPS der Fa. SEL zur Anwendung in der Landwirtschaft vor.<ref name="Haneklaus" /> 1993 wurde am damaligen Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der FAL (Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, heute JKI) mit der Einrichtung des Arbeitsgebietes „Local Resource Management“ die Erforschung der agrikulturchemischen Grundlagen für Precision Farming weltweit zum ersten Mal in die Konzeption eines Institutes der Ressortforschung<ref>Ewald Schnug: Lokales Ressourcen-Management landwirtschaftlicher Böden (PDF; 94 kB), Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft</ref> implementiert. Die erste internationale Fachzeitschrift zum Precision Farming erschien 1998 bei Herbert Daybel Publications Ltd. in Bottesford, UK.

Datei:Cover page of the First volume of the first international Journal for Precision Agriculture.jpg
Titelseite der Erstausgabe der ersten internationalen Zeitschrift für „Precision Farming“ erschienen 1998
Datei:First volume of the first international journal for Precision Agriculture.pdf
Inhalt der Erstausgabe der ersten internationalen Zeitschrift für „Precision Farming“ erschienen 1998

Im Jahr 2010 arbeiteten rund acht Prozent der Betriebe mit Precision Farming.<ref>Marken, Firmen, Techniktrends profi 2009</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Selbständige Helfer (Memento vom 19. Oktober 2012 im Internet Archive) (PDF; 1,7 MB), Neue Landwirtschaft, 06/2010</ref> Heute setzen fast 50 % aller Landwirte im Vereinigten Königreich eine oder mehrere Techniken der Präzisionslandwirtschaft in ihren Betrieben ein.<ref>Die 5 wichtigsten Vorteile einer Präzisionslandwirtschaft</ref>

Methodik

Die Standorte der Bearbeitungsmaschinen werden auf den Flurstücken erfasst und die Landmaschinen wiederum erfassen und dokumentieren die Kennwerte (zum Beispiel Ertrag) schon während der Bearbeitung. Diese Daten werden dann ausgewertet und die anschließende Bodenbewirtschaftung, zum Beispiel die Düngung, kann darauf abgestimmt werden. Diese Bewirtschaftung wird teilflächenspezifisch genannt, da innerhalb eines großen Feldes (Schlag) die Auswirkungen unterschiedlicher Böden berücksichtigt werden können.

Die kleinräumige Boden- und (Pflanzen-)Bestandsführung ermöglicht eine gezieltere Saat bzw. Düngung und kann damit zu Einsparungen bei Betriebsmitteln und einer ökologischen Entlastung durch geringeren Einsatz von Herbiziden und Mineraldünger führen bzw. zum kompletten Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden. Die Datenerfassung erlaubt auch die Verwendung von Geoinformationssystem zur Planung zukünftiger Bewirtschaftungsmaßnahmen und zum Nachweis bereits erfolgter Bewirtschaftungsmaßnahmen gegenüber staatlichen Stellen im Rahmen von Förderungsmaßnahmen.

Precision Farming ist verflochten mit der Agriculture 4.0, wo Roboter (wie beispielsweise das Opensource-Projekt FarmBot)<ref>FarmBot | Open-Source CNC Farming. Abgerufen am 26. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Drohnen Traktoren ersetzen und der Bodenverdichtung entgegenwirken.

Die Maschinen und Geräte für das Precision Farming verwenden zur Positionsbestimmung innerhalb eines Feldes dabei in der Regel Navigationssysteme (sensorgesteuert) und GPS-Empfänger sowie spezielle Ausrüstungen für eine teilflächenspezifische Ausbringung von Betriebsmitteln.

Erste Schritte sind die Ermittlung von Bodeneigenschaften und Nährstoffgehalte der einzelnen Teilflächen durch Bonitur und Bodenproben. Von Vorteil sind markenunabhängige Kommunikationssysteme wie der ISOBUS.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Precision Farming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

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