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Kalkfelsen-Fingerkraut

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(Weitergeleitet von Potentilla caulescens)

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Kalkfelsen-Fingerkraut
Datei:Potentilla caulescens (Kalkfelsen-Fingerkraut) IMG 28242.JPG

Kalkfelsen-Fingerkraut (Potentilla caulescens)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Fingerkräuter (Potentilla)
Art: Kalkfelsen-Fingerkraut
Wissenschaftlicher Name
Potentilla caulescens
L.

Das Kalkfelsen-Fingerkraut (Potentilla caulescens), auch Stängel-Fingerkraut<ref name="FloraWeb" /> oder Vielstängeliges Fingerkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fingerkräuter (Potentilla) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Beschreibung

Datei:Potentilla caulescens Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora
Datei:Potentilla caulescens ENBLA03.jpeg
Gestielte, behaarte Laubblätter
Datei:Potentilla caulescens (Kalkfelsen-Fingerkraut) IMG 0932.jpg
Blüte im Detail

Vegetative Merkmale

Das Kalkfelsen-Fingerkraut ist eine überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /> Die Pflanzenexemplare befinden sich liegend bis hängend am Felsen. Am Grunde der Stängel befinden sich viele abgestorbene Blätter der Vorjahre.<ref name="Nitter" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind seidig behaart. Sie besitzt meist überhängende Stängel.

Die Grundblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist mit einer Länge von 2 bis 8 (bis 12) Zentimetern relativ lang. Die Blattspreiten sind (drei- bis sieben-) meist fünfteilig gefingert.<ref name="InfoFlora" /> Die oberseits kahlen, unterseits anliegend seidig (bis drüsig) behaarten Teilblättchen sind bei einer Länge von 1,5 bis 3,5 Zentimetern verkehrt-eiförmig mit gestutztem oberem Ende und sie besitzen jeweils zwei bis sieben ungleiche, zusammenneigende Randzähne.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Meist drei bis sieben, selten nur zwei Blüten stehen in einem lang gestielten trugdoldigen Blütenstand zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 15 bis 25 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die je fünf grünen Nebenkelch- und Kelchblätter sind kaum kürzer als die Kronblätter. Die fünf freien, sich nie überlappenden,<ref name="Nitter" /> weißen Kronblätter sind bei einer Länge von 7 bis 9 Millimetern verkehrt-eiförmig mit keilförmiger Basis und an der Spitze nur wenig ausgerandet. Die vielen Staubblätter stehen auffallend zusammen, die Staubfäden sind behaart und die Staubbeutel sind gelblich. Der Griffel ist gelblich.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Potentilla caulescens.jpg
Habitus und fünfzählige Blüte

Ökologie

Beim Kalkfelsen-Fingerkraut handelt es sich um einen Hemikryptophyten<ref name="FloraWeb" /> und eine Halbrosettenpflanze. Es handelt sich um eine tiefwurzelnde Spaltenpflanze.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Art Potentilla caulescens mit ihren etwa vier Unterarten umfasst die Alpen und die Gebirge Südeuropas sowie den nordafrikanischen Atlas.

In Österreich kommt Potentilla caulescens subsp. caulescens zerstreut vor und fehlt in Wien sowie im Burgenland.

In Deutschland kommt Potentilla caulescens subsp. caulescens in den Alpen mäßig häufig vor und es gibt auch Standorte im Alpenvorland. Sie wurde 1996 in der Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands als nicht gefährdet bewertet und gilt auch für Bayern als nicht gefährdet.<ref name="FvD" /><ref name="BIB" /><ref name="FloraWeb" />

Potentilla caulescens subsp. caulescens gilt in der Schweiz als nicht gefährdet. Sie gedeiht in der kollin-subalpinen, selten bis alpinen Höhenstufe in den Schweizer Alpen, Schweizer Mittelland und im Schweizer Jura (nur Kanton Neuchâtel).<ref name="InfoFlora" />

Es handelt sich beim Kalkfelsen-Fingerkraut um die Leitart der montanen Kalkfelsenspaltengesellschaft. Pflanzensoziologisch ist es in Mitteleuropa eine Charakterart des Potentilletum caulescentis, kommt aber überregional auch in anderen Gesellschaften der Ordnung Potentilletalia caulescentis vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Diese kalkstete Art gedeiht nur an Kalkfelsen und Überhängen von der Tallage bis in Höhenlagen von 2600 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt es in Bayern am Südgrat des Rauhhorns östlich Hinterstein bis zu einer Höhenlage von 2250 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Das Kalkfelsen-Fingerkraut gedeiht am besten auf feinerde- und humusarmen, kalkhaltigen und steinigen Böden.<ref name="Aichele2000" />

Es ist eine ausgesprochene Pflanze der Felsspalten. Sie wächst noch an den steilsten, ja an überhängenden Felswänden. In diese dringt sie außerordentlich tief ein. Das Rhizom und die Wurzeln können im Laufe der Zeit solche Spalten erweitern, oder sie können sich ihnen durch seitlich abgeplattetes Wachsen anpassen.<ref name="Aichele2000" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik und Verbreitung

Der Artname Potentilla caulescens wurde 1756 von Carl von Linné in Centuria II. Plantarum quam consensu experientiss, S. 19 erstveröffentlicht.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Potentilla caulescens <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Fragaria caulescens <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Crantz, Trichothalamus caulescens <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Spreng., Fragariastrum caulescens <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Schur.<ref name="Euro+Med" />

Von Potentilla caulescens gibt es etwa vier Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Potentilla caulescens <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. caulescens (Syn.: Dasiphora jacquinii <templatestyles src="Person/styles.css" />Raf. nom. illeg., Fragariastrum petiolulatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gaudin) Schur, Potentilla kristofiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Zimmeter, Potentilla petiolulata <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaudin, Potentilla petiolulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ser.) Strobl nom. illeg., Potentilla petrophila <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss., Trichothalamus petiolulatus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gaudin) Fourr., Potentilla caulescens subsp. cebennensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Debeaux) Kerguélen, Potentilla caulescens subsp. iserensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Soják, Potentilla caulescens subsp. petiolulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gaudin) Nyman, Potentilla caulescens subsp. petiolulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ser.) Arcang., Potentilla caulescens subsp. petrophila <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Nyman): Sie kommt von West- über Mittel- und Süd- bis Südosteuropa vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Potentilla caulescens subsp. achhalii <templatestyles src="Person/styles.css" />Romo: Sie wurde 1996 aus Marokko erstbeschrieben.<ref name="Euro+Med" />
  • Potentilla caulescens subsp. djurjurae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Chabert) Romo (Syn.: Potentilla caulescens var. djurjurae <templatestyles src="Person/styles.css" />Chabert): Sie kommt in Algerien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Potentilla caulescens subsp. nebrodensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Zimmeter) Arrigoni (Syn.: Potentilla nebrodensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Zimmeter): Sie kommt in Italien, Sardinien und Sizilien vor.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Potentilla caulescens bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="FloraWeb"> Potentilla caulescens L., Stängel-Fingerkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="BIB"> Vorlage:BIB</ref> <ref name="InfoFlora"> Potentilla caulescens L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> A. Kurtto (2009): Rosaceae (pro parte majore).: Potentilla caulescens In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref>.<ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 73.</ref> <ref name="FvD"> Michael Hassler, Bernd Schmitt: Datenblatt bei Flora von Deutschland - Eine Bilder-Datenbank, Version 3.40.</ref> <ref name="Nitter"> Gerhard Nitter: Steckbrief mit Fotos. </ref> </references>

Weblinks