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Pohl-Göns

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Pohl-Göns
Gemeinde Butzbach
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1358)&title=Pohl-G%C3%B6ns 50° 28′ N, 8° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1358) 50° 27′ 43″ N, 8° 38′ 59″ O
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Höhe: 237 m ü. NHN
Fläche: 7,49 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1358 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen am 11. September 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35510
Vorwahl: 06033
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Pohl-Göns ist ein Stadtteil von Butzbach im hessischen Wetteraukreis. Der Nachbarort von Pohl-Göns ist Kirch-Göns.

Geschichte

Ortsgeschichte

Als älteste erhaltene Erwähnung von Pohl-Göns, als „Gönser Mark“, gilt eine Urkunde von 777. Der Name „Pohl-Göns“ erschien erstmals unter dem 23. Mai 1250 als „Palgunsin“. „Pohl“ bedeutet in hessischer Mundart „Pfahl“ und bezieht sich auf den Limes, der zu Zeiten der Ortsgründung zumindest streckenweise noch in seiner ursprünglichen Form erkennbar gewesen sein muss.

Die Evangelische Kirche Pohl-Göns wurde im 15. Jahrhundert als spätgotische Saalkirche errichtet und um 1500 um einen Rechteckchor erweitert.

Pohl-Göns gehörte zu dem Teil des Amtes Hüttenberg, einem nassauisch-hessischen Kondominat, der bei der Teilung von 1703 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt fiel. Dort gehörte es dann zum Amt Hüttenberg.<ref> L. Ewald: Beiträge zur Landeskunde. In: Grossherzogliche Centralstelle für die Landes-Statistik (Hg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Jonghaus, Darmstadt 1862, S. 54. </ref>

1803 fasste die Landgrafschaft ihre nördlich des Mains gelegenen Gebiete im sogenannten Fürstentum Oberhessen (später: Provinz Oberhessen) zusammen, wo nun auch Pohl-Göns lag. 1806 wurde die Landgrafschaft von Napoleon zum Großherzogtum Hessen erhoben. Dieses führte 1821 eine Verwaltungsreform durch, in der das Amt Hüttenberg aufgelöst wurde. Übergeordnete Verwaltung war nun der Landratsbezirk Gießen,<ref name="bsb01" /> zuständiges Gericht das Landgericht Gießen.<ref name="bsb01" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Pohl-Göns:

„Pohlgöns (L. Bez. Giessen) evangel. Pfarrdorf; liegt an der von Giessen nach Frankfurt führenden Chaussee, an dem Gunsbach, 3 St. von Giessen, so wie auch eine Chaussee von hier nach Wetzlar führt. Der Ort hat 79 Häuser und 369 Einwohner, die außer 10 Katholiken und 9 Juden evangelisch sind. Im Winter ist der größere Theil der Einwohner mit der Fabrikation der Leinwand beschäftigt, wovon ein Theil verkauft wird. Man findet hier eine Ziegelhütte und in der Gemarkung vorzügliche Thongruben. – Der Ort gehörte zur Gönser Mark, die schon sehr frühe vorkommt. Durch den Vertrag von 1703 kam Pohlgöns aus der Gemeinschaft mit Nassau-Weilburg, und wurde ausschließend Hessisch.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Pohl-Göns gehörte zum Gebiet des Gemeinen Rechts, das hier ohne die Überlagerung von Partikularrecht galt. Dieses behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert, bis es zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.<ref> Arthur B. Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 100, Anm. 6 und S. 9, 11. </ref>

Die 1926 erbaute, profanierte Synagoge ist bis heute erhalten.

Zum 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Pohl-Göns im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Butzbach eingemeindet.<ref>Eingliederung der Gemeinden Hoch-Weisel, Nieder-Weisel, Ostheim und Pohl-Göns in die Stadt Butzbach im Landkreis Friedberg vom 10. Dezember 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 52, S. 2447, Punkt 2466 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,8 MB]).</ref><ref></ref> Für Pohl-Göns wurde, wie für die übrigen Stadtteile von Butzbach, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 304 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Butzbach, abgerufen im April 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Pohl-Göns angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Pohl-Göns 1338 Einwohner. Darunter waren 33 (2,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 243 Einwohner unter 18 Jahren, 549 zwischen 18 und 49, 309 zwischen 50 und 64 und 240 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 561 Haushalten. Davon waren 150 Singlehaushalte, 177 Paare ohne Kinder und 177 Paare mit Kindern, sowie 42 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 93 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 393 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1806: 367 Einwohner, 79 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 369 Einwohner, 79 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 511 Einwohner, 99 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 563 Einwohner, 108 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Pohl-Göns: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
  
350
1800
  
350
1806
  
367
1829
  
369
1834
  
454
1840
  
475
1846
  
558
1852
  
574
1858
  
535
1864
  
507
1871
  
557
1875
  
563
1885
  
619
1895
  
573
1905
  
615
1910
  
666
1925
  
697
1939
  
719
1946
  
1.132
1950
  
1.186
1956
  
1.165
1961
  
1.229
1967
  
1.203
1970
  
1.184
1980
  
?
1990
  
?
2008
  
1.410
2010
  
1.398
2011
  
1.338
2015
  
1.357
2022
  
1.358
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 2008–2015<ref name="DF" />; 2022<ref name="EW2022" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Religion

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 350 evangelische (= 94,85 %), 9 jüdische (= 2,44 %), 10 katholische (= 2,71 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 925 evangelische (= 75,26 %), 284 katholische (= 23,11 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Eine jüdische Gemeinde konnte sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr entwickeln. Es erinnern noch der jüdische Friedhof, eine profanierte Synagoge und 11 Stolpersteine an die ehemals jüdische Bevölkerung von Pohl-Göns.

Politik

Ortsvorsteher ist Klaus Christ (parteilos).<ref>Ortsbeiräte Stand 2021 im Rathausinformationssystem der Stadt Butzbach</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Das Dorf ist sowohl von altem Fachwerk, Bauernhöfen und modernen Häusern geprägt.

Vereine

  • Ex-Weg Pohl-Göns (Freizeitfußballverein)
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Handballverein HSG Butzbach
  • Kegelclub „Fidele Post“
  • Liederkranz
  • Naturschutzgruppe
  • Schützenverein
  • Spielmannszug
  • Turnverein Pohl-/Kirch-Göns
  • Der Stamm „Botisphaden“ der Pfadfinderschaft „Grauer Reiter“ hat seinen Sitz in Pohl-Göns.

Infrastruktur

Einkaufsmöglichkeiten (Bäckerei, Metzgerei) fehlen. Die nächstgelegenen Geschäfte befinden sich in Butzbach und Langgöns. Die öffentlichen Einrichtungen in Pohl-Göns sind das Bürgerhaus, Rathaus, Gemeindezentrum und die Kindertagesstätte „Sonnenschein“.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Pohl-Göns, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. September 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 262 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="bsb01"> Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1821 Nr. 33, S. 403 ff. (407–408) (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 50 und 104, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="DF">Einwohnerzahlen der einzelnen Stadtteile. In: Webauftritt. Stadt Butzbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 22. Mai 2018. (archivierte Zahlen) </ref> </references>

Weblinks

Commons: Pohl-Göns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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