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Prärie-Indianer

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<imagemap> Datei:Karte-Prärie-Indianer-Pferd-und-Bison.png|mini|hochkant=1.5|Die Ausbreitung des Pferdes im Lebensraum des Bisons als Voraussetzung für die Entstehung der Prärie- und Plains-Kulturen (Fahren Sie mit der Maus über die rot umrandeten Stammesterritorien in hellgelb, um die – verlinkten – Namen der Völker zu sehen) poly 539 802 503 783 530 715 547 715 583 737 578 764 579 791 Tonkawa poly 438 781 427 745 456 748 480 758 492 778 Lipan-Apachen poly 427 746 400 704 389 614 428 570 437 630 467 669 485 718 522 742 504 784 491 778 478 757 456 748 Comanchen poly 577 733 547 716 568 682 573 689 570 714 Kichai poly 485 619 486 632 499 637 512 632 516 617 509 609 494 609 Kiowa-Apachen poly 568 683 547 716 531 716 521 744 485 717 468 669 476 651 500 645 521 651 564 651 560 671 Wichita poly 468 671 438 630 427 570 473 547 509 549 521 553 530 568 538 601 520 650 500 646 500 637 512 634 516 618 509 609 496 609 485 618 486 633 500 638 500 646 477 651 Kiowa poly 591 673 573 690 561 672 564 651 520 653 538 601 531 569 553 557 583 554 674 571 677 586 658 595 627 644 616 676 Osage poly 678 586 658 596 627 646 615 677 656 706 666 702 666 672 677 654 Quapaw poly 531 569 522 554 508 550 527 512 566 520 573 527 568 531 582 553 553 558 Kansa poly 673 572 583 555 569 533 574 526 565 520 572 501 624 518 626 531 669 545 Missouri poly 508 550 473 547 458 492 440 486 455 444 507 458 536 487 528 511 Pawnee poly 527 513 537 486 544 493 573 502 565 520 Oto poly 623 518 546 493 548 475 592 463 603 442 675 441 697 473 682 488 640 495 Iowa poly 590 463 548 475 550 466 540 451 513 447 497 436 488 408 481 395 513 403 572 398 581 403 584 420 603 443 Yankton poly 545 494 506 460 515 448 540 451 549 466 Omaha poly 506 459 454 444 463 419 488 408 496 436 514 447 Ponca poly 473 548 428 570 389 612 383 570 335 541 344 493 337 483 298 473 343 422 338 409 356 418 369 435 391 453 438 485 458 492 Arapaho poly 439 486 391 453 416 435 429 413 419 380 398 375 390 352 413 318 452 328 458 365 458 397 480 394 488 408 463 419 Lakota poly 603 443 584 420 582 404 533 375 547 343 538 303 553 306 576 338 643 385 684 398 673 415 674 441 Dakota poly 573 398 515 403 479 394 485 348 484 317 492 316 513 296 539 303 547 343 534 375 Yanktonai poly 368 435 355 418 398 375 419 380 429 413 416 436 391 452 Cheyenne poly 458 397 458 366 469 349 486 348 479 395 Arikaree poly 458 367 469 349 486 349 485 333 454 339 Mandan poly 455 340 484 333 484 317 463 318 450 328 Hidatsa poly 278 348 243 324 273 308 302 308 339 314 380 308 413 318 390 352 398 376 355 418 337 408 328 383 338 344 294 330 Absarokee poly 451 328 381 308 358 263 353 233 464 248 513 295 491 316 463 318 Assiniboine poly 551 305 541 258 505 175 473 152 462 181 470 221 465 249 513 297 Saulteaux poly 382 308 338 314 301 308 316 249 341 230 354 233 358 263 Gros Ventre poly 243 323 266 257 265 214 248 160 274 147 284 136 348 210 353 233 340 231 316 248 302 308 273 308 Blackfoot poly 294 89 294 127 284 136 349 211 353 233 465 248 470 220 462 182 473 150 452 145 397 143 343 103 Plains-Cree poly 220 54 293 88 293 127 273 148 248 160 238 133 240 114 187 78 208 56 Sarcee default außerhalb der Prärien </imagemap>

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Pferd und Bison bildeten für wenig mehr als 100 Jahre die Lebensgrundlage der Prärie-Indianer

Die Bezeichnung Prärie-Indianer (auch Plains-Indianer) wird vor allem für die Reiterkulturen nomadischer Bisonjäger verwendet, die in Tipis auf den westlichen (Kurzgras-)Prärien Nordamerikas (Great Plains) lebten. Sie werden in der Ethnologie zum Kulturareal „Prärie und Plains“ zusammengefasst. Dazu gehörten unter anderem (von Nord nach Süd) die Blackfoot, Plains-Cree, Absarokee, Lakota, Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanchen und Teile der Apachen (weitere siehe als Tooltip auf der abgebildeten Karte).

An den großen Prärieflüssen und auf der östlichen Langgrasprärie siedelten jedoch auch einige halbsesshafte Ethnien, die Feldbau betrieben, wie die Mandan, Hidatsa, Pawnee oder Arikaree. Sie wohnten in Erdhütten und nutzten das Tipi nur in der Jagdsaison. Diese Lebensweise war vor der Ankunft des Pferdes bei fast allen Völker der östlichen Prärien verbreitet, während die kargen Kurzgrassteppen weiter im Westen zu dieser Zeit kaum bewohnt waren.

Reiterkulturen

Die Reiterkulturen haben ihre Entstehung der Einführung des Hauspferdes zu verdanken. Mitte des 16. Jahrhunderts brachten die spanischen Konquistadoren und einige wenige Siedler und Missionare das Pferd mit ins südliche Nordamerika. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden vorwiegend zugerittene Tiere der Spanier von den Indianern erbeutet. Im Südwesten blieb der Pferdediebstahl bis ins 19. Jahrhundert die wichtigste Bezugsquelle für die südlichen Prärie-Indianer. Vor allem aber entwichene Tiere – die an Hitze und Trockenheit gewöhnten Berberpferde, die sich seit der Revolte der Pueblo-Stämme 1680 verbreiteten – fanden in den Steppen ideale Lebensbedingungen und begründeten die verwilderte Rasse der Mustangs. Von Anfang an erkannten die Indianer der Ebenen den Nutzen des Pferdes als Reit- und Transporttier.

Bereits zur Mitte des 17. Jahrhunderts setzte mit der Ausbreitung des Pferdes – beginnend bei den Apachen, bald darauf bei den Comanchen – in den südlichen Plains ein erheblicher Kulturwandel bei den Präriebewohnern ein. Das Pferd ermöglichte die Besiedlung der trockenen Kurzgrassteppe, indem es den Prärie-Indianern eine vergrößerte Mobilität mit Vorteilen bei der Nahrungsbeschaffung, dem Transport und auf Kriegszügen verschaffte.<ref>Alfred Hendricks (Hrsg.): Prärie- und Plainsindianer. Wandel und Tradition. Siegbert Linnemann Verlag, 1. Auflage 1996, ISBN 3-89523-080-4, S. 24, 26.</ref> Dieser Prozess erreichte schon 1730 den oberen Missouri und vor 1750 die kanadischen Steppen. Um 1800 gab es ca. zwei Millionen Wildpferde in den Prärien Nordamerikas.

Entscheidend war die dadurch mögliche Anpassung an die saisonalen Wanderungen der Bisons: Das Pferd erlaubte anders als der Hund, der vorher als einziges Lasttier genutzt wurde, die rasche Verlegung von Siedlungen und auch die Besiedlung von Räumen, die abseits der großen Flüsse lagen. Viele indianische Nationen gaben den Anbau von Feldfrüchten auf, verließen ihre Erdhäuser, und lebten fortan in Zelten aus Büffelhaut in der offenen Prärie.<ref>Aram Mattioli: Verlorene Welten. Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas. Stuttgart 2017, S. 222 ff.</ref> So entstand eine nomadische Lebensweise, die durch die Haltung von Pferdeherden bisweilen der Naturweidewirtschaft zugerechnet wird. Eine kontrollierte Pferdezucht hat sich jedoch nur bei wenigen spezialisierten Stämmen entwickelt; zu denen gehören neben den Comanchen die Nez Percé, die Cayuse und die Palouse. Die anderen Präriestämme bezogen ihre Pferde in der Regel durch Diebstahl, Tausch und Wildfang. Mit der Zeit spielte das Pferd – das häufig als „Heiliger Hund“ oder „großer Hund“ bezeichnet wurde – in der Kultur der Plains-Indianer eine immer größere Rolle: Als Geschenk, Bezahlung, Brautpreis, zur Wiedergutmachung von Streitigkeiten sowie als mythisches Objekt religiöser Verehrung.

Geschichte

Nachdem der Osten der USA durch europäische Einwanderer vermehrt besiedelt worden war, wurden die Stämme des Nord- und Südostens zunehmend verdrängt; unter den Bewohnern dieser Kulturareale kam es zu Völkerwanderungen. Vormals Völker des Nord- und Südöstlichen Waldrandes – wie die Sioux oder die Cheyenne – wurden von westwärts drängenden Stämmen in die Prärien und Plains vertrieben, wo sie ab dem 18. Jahrhundert die Bisonjägerkulturen begründeten. Die Comanchen entwickelten sich bereits etwas früher zu einer gefürchteten Reiternation und militärischen Macht, die fast 200 Jahre lang die südlichen Plains – nach ihnen Comancheria genannt – und damit den Zugang zu Millionenbeständen des Bisons kontrollierten. Sie verdrängten die Apachen, unterwarfen andere Stämme und verhinderten die nördliche Expansion der Spanier – später Mexikos – und die Ausbreitung der Anglo-Amerikaner Richtung Westen, obwohl sie kaum mehr als 30.000 Menschen umfassten. Ihre Raubzüge in den Norden Mexikos waren berüchtigt. Zugleich eskalierten auch die innerindianischen Konflikte. Die Sprache der Comanchen, die auch ein ausgedehntes Handelsnetzwerk betrieben, wurden zur Lingua franca der südlichen Plains.<ref>Mattioli, ebd.</ref>

Die neu entstandenen Reiterkulturen der Prärie-Indianer blieben zunächst unbehelligt; die Grasebenen wurden von den Amerikanern als lebensfeindliche Wüste betrachtet. Als in den 1840er Jahren Goldfunde in verschiedenen Teilen des Westens bekannt wurden, zogen immer mehr neue Siedler durch die Plains. Das brachte den Prärievölkern neue Einnahmequellen durch Handel und Raubüberfälle, aber auch neue Krankheiten und erhebliche Unruhe, Kriegsangst und Ungewissheit.

Etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Indianerkriege gegen die Reiternomaden. Das Pferd machte sie zu ernstzunehmenden militärischen Gegnern, die erheblichen Widerstand leisteten. Mit dem Bau der ersten Eisenbahnlinien von Ost nach West, der gezielten Dezimierung der Büffelherden durch professionelle Jäger, der Entwicklung der Rinderzucht auf den südlichen Plains (Ranching) und schließlich der geplanten Besiedlung und Urbarmachung durch Farmer schwand jedoch die Existenzgrundlage und der Lebensraum immer mehr, sodass es bis 1890 zum unwiderruflichen Untergang der jungen Bisonjägerkulturen kam.

Viele Nachkommen der Prärie-Indianer leben heute in Reservationen, in denen meist ein wesentlich geringerer Lebensstandard als im übrigen Nordamerika herrscht. Die Not des 19. Jahrhunderts, aber auch die Eindrücke des freien Reiterlebens haben die Kulturen dieser Menschen bis heute geprägt. Vor allem bei den Powwows werden die Traditionen gepflegt. Seit Ende des 20. Jahrhunderts findet bei einigen Stämmen eine Rückbesinnung statt: Statt Büffeljagd werden Büffel gezüchtet und die Pferdezucht bringt manchen Stämmen gute Einnahmen.

Siehe auch

Literatur

  • Uli Otto, Till Otto: Auf den Spuren der Söhne der Großen Bärin. Untersuchung zum historischen und kulturgeschichtlichen Hintergrund der Jugendbücher Die Söhne der Großen Bärin von Liselotte Welskopf-Henrich. Kern, Regensburg 2001, ISBN 3-934983-03-0
  • Werner Arens, Hans-Martin Braun: Die Indianer Nordamerikas: Geschichte, Kultur, Religion. C. H. Beck 2004, ISBN 978-3-406-50830-1, S. 12–12, 22, 29–30, 106ff ({{#if: YQESErk8g38C

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  • Jürgen Döring: Kulturwandel bei den nordamerikanischen Plainsindianern. Marburger Studien zur Völkerkunde, 4. Reimer, Berlin 1984, ISBN 3-496-00769-9
  • James W. Daschuk: Clearing the Plains: Disease, Politics of Starvation, and the Loss of Aboriginal Life. University of Regina Press, Regina 2013; TB 2014<ref>Inhaltsverzeichnis, erste Seiten im Online-Buchhandel einsehbar</ref>
    • Französisch: La destruction des indiens des plaines. Übers. Catherine Ego. Presses Université Laval, 2015; TB 2017<ref>Inhaltsverzeichnis und erste Seiten über Verlag oder durch Suchmaschine als PDF einsehbar</ref>

Weblinks

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Einzelnachweise

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