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Pfaffenhoffen

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(Weitergeleitet von Pfaffenhofen im Elsaß)
Pfaffenhoffen
[[Datei:{{#property:P94}}|115px|alt=|Wappen von Pfaffenhoffen]]
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Gemeinde Val-de-Moder
Koordinaten 48° 51′ N, 7° 37′ OKoordinaten: 48° 51′ N, 7° 37′ O
 {{#coordinates:48,844444444444|7,6111111111111|primary
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Postleitzahl 67350
Ehemaliger INSEE-Code 67372
Eingemeindung 1. Januar 2016
Status Commune déléguée
Datei:Pfaffenhoffen 04.JPG
Ehemalige Mairie (Rathaus) Pfaffenhoffen
Datei:Pfaffenhoffen EgliseProt 03.JPG
Evangelische Kirche

Pfaffenhoffen (elsässisch Pfaffhoffe, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Commune déléguée in der französischen Gemeinde Val-de-Moder mit 2.704 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est.

Geschichte

Mittelalter

Noch vor 1289 kauften die Herren von Lichtenberg,<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. … Band 10, 1985, S. 53.</ref> zunächst zusammen mit den Herren von Ochsenstein,<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. … Band 10, 1985, S. 57.</ref> Pfaffenhofen. 1454 kam auch der ochsensteinische Anteil an Lichtenberg.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. … Band 10, 1985, S. 74, 140.</ref> 1471 schließlich kauften die Herren von Lichtenberg das letzte Viertel von Pfaffenhofen, das sich noch im Besitz einiger Bürger von Hagenau befand.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. … Band 10, 1985, S. 76.</ref> Pfaffenhofen war ein Reichslehen.<ref>Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. 1962, S. 15.</ref> 1335 wurde eine Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg durchgeführt. Pfaffenhofen fiel dabei an Ludwig III. von Lichtenberg, der die jüngere Linie des Hauses begründete.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. … Band 10, 1985, S. 79f.</ref> Diese Landesteilung war auch Anlass für eine neue interne Organisation der Herrschaft Lichtenberg: Die Ämter Ingweiler und Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg neu organisiert werden. Dabei wurde unter anderem das Amt Pfaffenhofen ausgegliedert und verselbständigt, zu dem auch Pfaffenhofen als der namensgebende Ort und Sitz der Amtsverwaltung gehörte.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. … Band 10, 1985, S. 238.</ref>

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474) heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Zu dieser Hälfte gehörte auch Amt und Gemeinde Pfaffenhofen.

Neuzeit

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen 1680 erhebliche der im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs. Dazu zählte auch Pfaffenhofen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Im Zuge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch Pfaffenhofen – an Frankreich.

Seit dem 1. Januar 2015 gehört Pfaffenhoffen zum Arrondissement Haguenau-Wissembourg, vorher zum Arrondissement Saverne.<ref>Legfrance: Décret n° 2014-1722 du 29 décembre 2014 portant suppression des arrondissements de Strasbourg-Campagne et de Wissembourg (département du Bas-Rhin).</ref>

Während des Zweiten Weltkrieges wurden 1940 unter deutscher Besatzung die im Ort verbliebenen jüdischen Einwohner nach Südfrankreich deportiert. Elf ehemalige Einwohner wurden Opfer des Holocaust.<ref>Pfaffenhofen (Elsass). Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, aufgerufen am 27. Dezember 2024.</ref>

Die Gemeinde Pfaffenhoffen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2016 mit den früheren Gemeinden Uberach und La Walck zur Commune nouvelle Val de Moder zusammengelegt.

Bevölkerungsentwicklung

1798<ref>Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. 1980, S. 7.</ref> 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2005 2013
1028 1802 2098 2306 2261 2285 2468 2677 2794

Juden in Pfaffenhoffen

Der erste Nachweis über Juden in Pfaffenhoffen stammt aus dem Jahr 1594, viel später als in Bouxwiller oder Neuviller, wo Juden ab dem Beginn des 14. Jahrhunderts nachgewiesen sind. Bis zu den Verwüstungen 1673/74 und den Verfolgungen 1678 war die Gemeinde zahlreich, danach lebten nur noch wenige Juden in Pfaffenhoffen. 1702 gab es drei Familien, 1723 zehn Familien. In der Volkszählung 1784 wurden 84 Personen in 17 Familien erfasst. 1791 wurde die Synagoge erbaut. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten 132 Juden in Pfaffenhoffen. Im Jahr 1894 belief sich das Budget der Gemeinde auf 1297 Mark, relativ viel. Während der deutschen Besatzung von 1940 bis 1944 flohen die meisten Juden oder wurden deportiert, es kehrten nach dem Krieg nur zwei Familien zurück.<ref>André-Marc Haarscher: Pfaffenhoffen naissance, vie et mort d'une kehilla alsacienne. In: Judaïsme de l'Alsace et de la Lorraine. 1984, abgerufen am 28. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bauwerke

Datei:Pfaffenhoffen Synagogue 02.JPG
Ehemalige Synagoge
Datei:Pfaffenhoffen StsPierrePaul 02.JPG
Römisch-katholische Kirche St. Peter und Paul

Persönlichkeiten

  • Pantaleon Blasius (um 1520–nach 1560), protestantischer Geistlicher und Reformator, Pfarrer von Pfaffenhoffen
  • Gottfried Jakob Schaller (1762–1831), protestantischer Geistlicher und Autor, war von 1785 bis 1831 Pfarrer von Pfaffenhoffen.
  • Albert Schweitzer (1875–1965), deutsch-französischer Arzt, evangelischer Theologe, Organist, Philosoph und Pazifist. Schweitzer war Bürger von Pfaffenhoffen. Nach ihm ist die Rue du Docteur Albert Schweitzer, ein Abschnitt der Departementsstraße D 919, benannt.
  • Walter Biel (1933–2024), Schweizer Ökonom, Politiker (LdU) und Journalist
  • Rémy Mahler (* 1956), elsässischer Orgelbauer mit Sitz in Pfaffenhoffen

Literatur

  • Vorlage:MerianTopo
  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3922923313 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace. 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Band 1, Flohic Editions, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 227–234.

Weblinks

Commons: Pfaffenhoffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />