Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Diphosgen – Wikipedia Zum Inhalt springen

Diphosgen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Perstoff)
Strukturformel
Struktur von Diphosgen
Kristallsystem

monoklin<ref name="Arce"></ref>

Raumgruppe

P21/n (Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2<ref name="Arce" />

Gitterparameter

a=5,5578(5) Å, b=14,2895(12) Å, c=8,6246(7) Å, β=102,443(2)°, Z=4<ref name="Arce" />

Allgemeines
Name Diphosgen
Andere Namen
  • Chlorameisensäuretrichlormethylester
  • Trichlormethylchlorformiat
  • Trichlormethylchlorkohlensäureester
  • Perstoff
  • Palit
Summenformel C2Cl4O2
Kurzbeschreibung

farblose, stechend riechende Flüssigkeit<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 207-965-9
ECHA-InfoCard 100.007.242
PubChem 10426
ChemSpider 21154424
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 197,85 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,65 g·cm−3 (14 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−57 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

128 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

13,33 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
Brechungsindex

1,4584<ref>Chlorameisensäure-trichlormethylester (Diphosgen). In: Kohlensäure-Derivate (= Methoden der organischen Chemie. Erweiterungs- u. Folgebd. zur 4. Aufl., Band E4). Thieme Verlag, 1983, ISBN 3-13-217404-1, II. Dikohlensäure-Derivate mit Orthokohlensäure-Funktionen: a) mit einer Orthokohlensäure-Funktion, S. 1204, doi:10.1055/b-0035-112295 (In der Vorschau einsehbar).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​314​‐​330
P: 280​‐​305+351+338​‐​310​‐​304+340​‐​301+330+331​‐​303+361+353<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

3200 mg·m−3 (LC50Mensch, Inh., 1 min)<ref name="roempp" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Vorlage:Hinweisbaustein Diphosgen ist eine chlorhaltige, giftige chemische Verbindung. Sie wurde wie Phosgen im Ersten Weltkrieg als Lungenkampfstoff verwendet. Es wird auch als Perstoff bezeichnet.

Geschichte

Diphosgen wurde zum ersten Mal am 23. Juni 1916 von deutschen Truppen bei Verdun im Raum Fort Souville und Fort Tavannes an der Westfront als Grünkreuzkampfstoff in Granatfüllungen eingesetzt.

Gewinnung und Darstellung

Technische Herstellung

Disphosgen wird technisch meist durch Photochlorierung von Ameisensäuremethylester unter UV-Licht hergestellt.<ref name="COFGT">Alan R. Katritzky, Richard J K Taylor (Hrsg.): Comprehensive Organic Functional Group Transformations II. 2. Auflage. Elsevier Science, 2004, ISBN 978-0-08-044256-3, S. 955 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Photochlorierung von Methylformiat zu Diphosgen
Photochlorierung von Methylformiat zu Diphosgen

Man nutzt für die Erzeugung von UV-Licht häufig Quecksilber-Hochdrucklampen und führt die Reaktion in Rührkesselreaktoren durch.<ref name="COFGT" />

Labormaßstab

Wegen der hohen Flüchtigkeit des Methylformiats und dessen hoher, mitunter explosiver Reaktionsfreudigkeit wird zumindest im Labor die radikalische Chlorierung von Chlorameisensäuremethylester vorgezogen. Dieser ist preiswert erhältlich und wird aus Phosgen und Methanol gewonnen:

Synthese von Diphosgen
Synthese von Diphosgen

Chemische Eigenschaften

Diphosgen zersetzt sich beim Erwärmen in zwei Moleküle Phosgen (Thermolyse).

Thermolyse von Diphosgen
Thermolyse von Diphosgen

Verwendung

Diphosgen wird als weniger gefährlicher Ersatz für Phosgen z. B. bei der Herstellung von Chlorameisensäureestern, Carbonaten, Isocyanaten und Isocyaniden verwendet. Militärisch wurde es unter dem Namen Grünkreuz als Kampfstoff verwendet.

Außerdem dient es im Labor als Syntheseäquivalent für Phosgen („dimeres Phosgen“); in der Praxis ist das Triphosgen jedoch besser handhabbar.

Biologische Bedeutung

Symptome der Vergiftung mit Phosgen oder Diphosgen sind Stunden nach dem Einatmen quälender Husten, bräunlicher Auswurf durch Blutbeimischung, Blauanlaufen der Haut (Zyanose) und Lungenödeme. Unbehandelt endet die Vergiftung mit Phosgen oder Diphosgen in qualvollem Ersticken.

Sicherheitshinweise

Diphosgen ist hochgiftig. Die letale Dosis LD100 beträgt 6 mg/l bei einer Einwirkzeit von einer Minute, der LCt50 3200 mg·min·m−3 und der ICt50 1600 mg·min·m−3.

Nachweis

Das entstehende Phosgen kann mit Prüfröhrchen nachgewiesen werden.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />