Paul Hirsch (Widerstandskämpfer)
Paul Hirsch (* 25. Oktober 1907 in Berlin; † 21. August 1945 in der Nähe von Qaraghandy) war ein deutscher Kommunist, Arbeiter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Leben
Paul Hirsch wurde am 25. Oktober 1907 in Berlin geboren und wohnte bis zu seiner Verhaftung im Haus seines Schwiegervaters im Pilatusweg 28 in Berlin-Mariendorf. Zusammen mit seiner Frau Herta Ackermann hatte er zwei Söhne.
Er war Mitglied im Deutschen Metallarbeiter Verband, der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition und seit 1927 in der KPD. Außerdem war im Arbeitersportverein „Fichte“ aktiv. Als gelernter Werkzeugmacher arbeitete er seit 1938 bei den Askania Werken in Mariendorf.
Über seine Ehefrau bekam er Kontakt zu Hans Coppi und Hilde Coppi und durch Johannes Paucka zur Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation. Zusammen mit Richard Bergow und Paul Junius leitete er die illegale Betriebszelle in den Mariendorfer Askania-Werken. Diese versuchte durch Sabotageaktionen die Rüstungsproduktion in den Werken zu behindern und verteilte Lebensmittel an die in der Umgebung internierten Zwangsarbeiter. Paul Hirsch organisierte Geldsammlungen und verbreitete illegale Flugblätter, sein Deckname in der Gruppe war Franz.
Er wurde im Zuge der Verfolgung und Zerschlagung der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation am 11. Juli 1944 verhaftet, war zuerst im Polizeipräsidium Alexanderplatz inhaftiert und ab 21. August 1944 im Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit. Bei den Verhören durch die Gestapo wurde er krankenhausreif geschlagen. Am 28. November 1944 gelang ihm auf dem Weg zu seinem Prozess vor dem Volksgerichtshof die Flucht.
Da er in Berlin nicht versteckt werden konnte, begab er sich auf den Weg in Richtung Ostfront. Unterschiedlichen Angaben nach, wurde er entweder in Schlesien nach Aufgreifung durch eine Wehrmachtsstreife zwangsweise an die Ostfront geschickt oder begab sich freiwillig in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Trotz guter Pflege in einem sowjetischen Lazarett starb er am 21. August 1945 in der Nähe von Qaraghandy an Entkräftung und durch die Folgen der in Gefangenschaft erlittenen Verletzungen.
Sein Sohn Helmut berichtet immer wieder als Zeitzeuge auf Veranstaltungen über seinen Vater und das Leben der Familie unter dem Nationalsozialismus.<ref>Zeitzeugengespräch mit Helmut Hirsch (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 321 kB) am 17. Dezember 2008 im Tempelhof Museum</ref><ref>Vortrag über Berliner Arbeiterwiderstand 1933–1945 vom VVN-BdA Lichtenberg e.V. am 21. Juni 2011</ref>
Ehrungen
Ein 2009 geplanter Stolperstein vor dem Haus im Pilatusweg 28 wurde nicht verlegt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stolpersteine an der B 96 ( des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 307 kB)</ref><ref>Stolpersteine B 96 (Projekt 38) Stolpersteine B 96 e.V. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 153 kB)</ref>
Am 13. September 2014 wurde durch die Initiative zur Erinnerung an den Arbeiterwiderstand gegen das NS-Regime<ref>Faltblatt der Initiative (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) im Google Cache</ref> und mit einer Rede von seinem Sohn Helmut Hirsch<ref>Gedenktafel für NS-Widerstandsgruppe bei Askania am 14. September 2014 IG Metall</ref> auf dem Gelände der ehemaligen Askania-Werke in Mariendorf zur Erinnerung an sieben Arbeiter, die durch den Widerstand in den Askania-Werken ihr Leben verloren, eine Gedenktafel errichtet.
Weblinks
- Arbeiterwiderstand in der Nazi-Zeit Informations- und Diskussionsveranstaltung der IG Metall Berlin am 19. März 2013
- Arbeiterwiderstand in Berlin und besonders bei ASKANIA Vortrag im Jahr 2011 beim VVN-BdA Berlin-Lichtenberg
Einzelnachweise
<references /> Vorlage:Hinweisbaustein
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hirsch, Paul |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kommunist, Arbeiter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus |
| GEBURTSDATUM | 25. Oktober 1907 |
| GEBURTSORT | Berlin, Deutschland |
| STERBEDATUM | 21. August 1945 |
| STERBEORT | bei Qaraghandy, Kasachische SSR |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2019-05
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2022-12
- Wikipedia:Weblink offline
- Wikipedia:GND fehlt 2023-10
- Wikipedia:GND in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:VIAF in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- KPD-Mitglied
- Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)
- Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation
- Person (Berlin)
- Person (Arbeitersport)
- Deutscher
- Geboren 1907
- Gestorben 1945
- Mann
- Berlin-Mariendorf