Paradiesnüsse
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| Paradiesnüsse | ||||||||||||
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| Datei:Lecythis chartacea.jpg
Lecythis chartacea, Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lecythis | ||||||||||||
| Loefl. |
Der Name Paradiesnuss oder Sapucaianuss wird für eine Reihe von Arten der Gattung Lecythis verwandt, die im nördlichen Südamerika vorkommen. Die Monografie von Mori und Prance<ref>S. A. Mori, G. T. Prance, Carl H. de Zeeuw: Lecythidaceae, Part 2. In: Flora Neotropica. 21(2), The New York Botanical Garden, 1990, S. 316–320, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref> beschreibt 26 Lecythis-Arten, die zusammen mit der Paranuss (Bertholletia excelsa, einzige Art der Gattung Bertholletia) und acht weiteren Gattungen die neotropische Unterfamilie der Lecythidioideae in der Familie der Topffruchtbaumgewächse (Lecythidaceae) bildet<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brazil nut ( des Vorlage:IconExternal vom 12. Mai 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei FAO.</ref>.
Beschreibung
Diese immergrünen oder laubabwerfende Bäume erreichen Wuchshöhen über 40 Meter, wobei der gerade, astfreie Stamm rund 20 Meter betragen kann bei einem Durchmesser von bis zu zwei Metern. Meist ist der Stammdurchmesser nicht ganz gleichmäßig. Das Kernholz ist leicht bis kräftig lachsfarben, das Splintholz cremig-gelb. Es hat keinen speziellen Geruch oder Geschmack.<ref name="Chudnoff">Martin Chudnoff: Tropical Timbers of the World. USDA Forest Service. Ag. Handbook No. 607, 1984. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online ( des Vorlage:IconExternal vom 20. März 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 6 MB), bei Forest Products Laboratory - USDA Forest Service, abgerufen am 18. Oktober 2018.</ref> Die wechselständigen Laubblätter sind einfach und gestielt. Die Blüten mit doppelter Blütenhülle sind zwittrig und sechszählig. Sie haben bis zu 1000 Staubblättern, fertile und umgewandelte, teils nektarproduzierende Staubblätter und Staminodien. Die fertilen sind in einem Ring um den Fruchtknoten angeordnet und die umgewandelten, teils nektarproduzierenden und/oder teils auch Staminodien auf der einen Seite in einem Hut oder Haube, der/die sich über das Gynoeceum legt, angeordnet. Der Fruchtknoten ist halbunterständig bis unterständig.
Die holzigen Kapselfrüchte „Nüsse“ der Lecythis-Arten unterscheiden sich stark in der Größe, ähneln sich aber in ihrem Aufbau. Sie stellen merkwürdig geformte mit einem Deckel versehene Krüge dar; Deckelkapseln, darum auch die botanische Bezeichnung „Pyxidium“ von dem griechischen Wort pyxis für Krug. Bei der Reife fallen die Deckel ab und entlassen die Samen, die Paranüssen ähneln, jedoch dünnere Schalen haben und – bei einigen Arten – sehr viel größer sind als diese. Im Gegensatz dazu sind Paranussfrüchte fast rund und geschlossen, mit einem warzenähnlichen Auswuchs als evolutionäre Erinnerung an die ursprüngliche Öffnung. Sie fallen bei der Reife mit den Samen im Inneren ganz vom Baum. Die Samen haben oft einen fleischigen Arillus.
Lecythis-Samen sind sehr ölreich (bis 75 %) und sollen einen besseren Geschmack haben als Paranüsse<ref>S. A. Mori: The ecology and uses of the species of Lecythis in Central America. In: Turrialba Rev. Interamer. de Cienc. Agric. 20(3), 1970, S. 344–50.</ref>.
Arten
Folgende Arten gehören zur Gattung Lecythis (Auswahl)<ref name="GRIN" />:
- Lecythis chartacea <templatestyles src="Person/styles.css" />O. Berg: Sie ist im nördlichen Südamerika beheimatet.<ref name="WCSP" />
- Lecythis corrugata <templatestyles src="Person/styles.css" />Poit.: Sie kommt in zwei Unterarten vom nördlichen Südamerika bis ins nördliche Brasilien vor.<ref name="WCSP" />
- Lecythis ibiriba <templatestyles src="Person/styles.css" />(Miers) N.P.Sm., S.A.Mori & A.V.Popovkin (Syn.: Chytroma ibiriba <templatestyles src="Person/styles.css" />Miers): Sie kommt im nordöstlichen Brasilien vor.<ref name="WCSP" />
- Lecythis lanceolata <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir.; sie kommt nur in Brasilien vor.<ref name="WCSP" />
- Lecythis minor <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq.; sie kommt in Panama, Venezuela und Kolumbien vor.<ref name="WCSP" />
- Lecythis ollaria <templatestyles src="Person/styles.css" />L.; sie kommt nur in Venezuela vor.<ref name="WCSP" />
- Lecythis pisonis <templatestyles src="Person/styles.css" />Cambess.; sie kommt nur in Brasilien und Peru vor.<ref name="WCSP" />
- Lecythis tuyrana <templatestyles src="Person/styles.css" />Pittier; sie kommt nur im östlichen Panama, in Kolumbien und im nördlichen Ecuador vor.<ref name="WCSP" />
- Lecythis zabucajo <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl.; sie kommt im tropischen Südamerika vor.<ref name="WCSP" />
Nutzung
Der Anbau von Lecythis-Arten wurde oft empfohlen,<ref>W. C. Kennard, H. F. Winters: Some Fruits and Nuts for the Tropics. Miscellaneous Publication No. 801, US Dept. of Agriculture, 1960, S. 78.</ref><ref>H. Brücher: Tropische Nutzpflanzen. Springer, 1977, ISBN 978-3-662-13238-8 (Reprint), S. 410.</ref> war aber selten erfolgreich, hauptsächlich wegen der Schwierigkeit, die Nüsse vor tierischen Fraßfeinden zu schützen.
Außerdem wird das Holz für Gleisschwellen, Schiffskiele und Böden verwendet.<ref name="Chudnoff" />
Derzeit werden vor allem Lecythis pisonis und Lecythis zabucajo wirtschaftlich genutzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lecythis ( vom 24. Juni 2007 im Internet Archive).</ref>
Selen-Akkumulation
Viele, wenn nicht alle Lecythis-Arten teilen sich mit der Paranuss eine interessante Eigenschaft. Sie sind sogenannte Selen-Akkumulatoren, d. h., sie nehmen das schwefelähnliche Element Selen aus dem Boden auf und reichern es in den Samen an. Sie können auf entsprechenden Böden erstaunlich hohe Selenkonzentrationen erreichen, weshalb ein zu reichlicher Verzehr der Nüsse zu Selenvergiftungen führen kann<ref>F. Kerdel-Vegas: The Depilatory and Cytotoxic Action of "Coco de Mono" (Lecythis o.). In: Econ. Bot. 20, 1966, S. 187–195, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref><ref>J. D. Dickson: Notes on Hair and Nail Loss After Ingesting Sapucaia Nuts (Lecyth.) In: Econ. Bot. 23(2), 1969, S. 133–134.</ref>. Andererseits können Paradiesnüsse nach Verarbeitung als diätetische Selen-Quelle verwendet werden, denn Selen ist in der richtigen Menge ein wichtiges Spurenelement, das für die menschliche und tierische Gesundheit unerlässlich ist.
Literatur
- A. E. Menninger: Edible Nuts of the World. Horticultural Books, 1977, ISBN 0-960-00464-5, S. 37.
Weblinks
- Artliste bei Lecythidaceae Page bei NYBG.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>