Bobięcino
Vorlage:Infobox Ort in Polen Bobięcino (Vorlage:DeS Papenzin, kaschubisch Papãczëno, auch Bòbiecëno) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Miastko im Powiat Bytowski der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage
Das Dorf liegt in Hinterpommern, in der Pojezierze Bytowskie (Bütower Seenplatte) im Osten der Pommerschen Seenplatte an den beiden Seen Jezioro Bobięcińskie Małe (Kleiner Papenzin-See) und Jezioro Bobięcińskie Wielkie (Großer Papenzin-See), nach denen der Ort benannt ist, etwa zehn Kilometer westnordwestlich von Miastko und neun Kilometer südöstlich des Dorfs Źydowo.
Geschichte
Das heutige Bobięcino wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegt und hatte 1590 bereits 13 Höfe. Im Jahre 1784 wurden hier sechs Halbbauern mit drei Rittersitzen, einer Schmiede, einem Schulmeister und einem Buschkaten gezählt.
Zwischen 1811 und 1820 entstanden: Birkhof (heute polnisch: Brzeżno), Charlottenhof (Mądroszki), Eichmannshof, Fließhof, Grünhof, Lilienhof, Louisenhof, Möshof (Wrześnica) und Seehof (Żabnica). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen noch Peitzenkaten, Neu Globnitz (Głobniczka) und Friedrichswalde dazu. 1925 waren hier 16 Höfe, die in Erbpacht ausgegeben worden waren.
Seit seiner Gründung war Papenzin dreiteilig. Schon vor der Gründung waren durch Verkäufe neben der Familie Vorbeck auch die von Massow und von Glasenapp an der Feldmark beteiligt. Die Besitzer wechselten häufig. Das Rittergut Papenzin ging 1828 in Konkurs und wurde als allodifiziertes Rittergut gerichtlich zur Zwangsversteigerung freigegeben, die 1829 erfolgte; sein Verkehrswert war amtlich auf 15034 Reichstaler geschätzt worden.<ref>Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, No. 2 vom 14. Januar 1829, Beilage Oeffentlicher Anzeiger, S. 1 (Google Books).</ref> Eigentümer von 1829 bis zu seinem Tod 1834 war der Rügenwalder Kaufmann Christian Friedrich Bahn. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war Papenzin an einen Zweig der Familie Zitzewitz verpachtet.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser, Achter Jahrgang, Perthes, Gotha 1907, S. 855–856 (Google Books).</ref> 1858 wurde das Gut für 135000 Taler von einem Herrn Unruh gekauft; nach einer erneuten Versteigerung erstand es 1862 ein Moses, der es für 115000 Taler an Balthasar weiterverkaufte.<ref>Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert, Berlin 1863, S. 640 (Google Books) und S. X (Google Books).</ref> Im Jahr 1878 wird Papenzin als Königliches Krontresorgut bezeichnet.<ref>Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1878/79, Berlin 1878, S. 14 (Google Books)</ref> Am 23. April 1889 zählte Papenzin zum Besitz des Königlich Preußischen Haus- und Kronfideikommiss, und am 22. Dezember 1927 schließlich wurde sein Besitzer der frühere deutsche Kaiser und preußische König Wilhelm II. in Haus Doorn.
Am 1. Dezember 1913 waren auf dem 2066,4 Hektar großen Gutsbezirk Papenzin 57 viehhaltende Haushaltungen gezählt worden, die zusammen 59 Pferde, 289 Stück Rindvieh, 175 Schafe und 430 Stück Borstenvieh hielten.<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 23. Kreis Rummelsburg, S. 116–117, Ziffer 94 (Google Books).</ref>
Am 1. April 1927 hatte das Gut Papenzin eine Flächengröße von 2066 Hektar und 66 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 311 Einwohner.<ref name=albrecht /> Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Papenzin in eine Landgemeinde gleichen Namens umgewandelt.<ref name=terr >Amtsbezirk Groß Schwirsen (Territorial.de)</ref>
Die Gemeinde Papenzin hatte Anfang der 1930er Jahre eine Flächengröße von 20,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen 40 bewohnte Wohnhäuser an 16 verschiedenen Wohnstätten: Vorlage:Mehrspaltige Liste
Bis 1945 war Papenzin ein Ort im Landkreis Rummelsburg im Regierungsbezirk Köslin in der preußischen Pommern des Deutschen Reichs und war in den Amtsbezirk Groß Schwirsen eingegliedert.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde der Ort zusammen mit ganz Hinterpommern Teil Polens und in Bobięcino umbenannt.
Bobięcino ist heute der Gmina Miastko im Powiat Bytowski in der Woiwodschaft Pommern (1975–1998 Woiwodschaft Słupsk) angegliedert.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 75 | Dorf, adlige Besitzung<ref name="Krug" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 8, Ziffer 280 (Google Books).</ref> |
| 1825 | 90 | Dorf, mit den Vorwerken Eichmannshof, Friedrichswalde und Glownitz<ref name="FvR" >Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berin und Stettin 1827, S. 294, Ziffer 40 (Google Books).</ref> |
| 1852 | 304 | <ref>Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 454.</ref> |
| 1867 | 321 | <ref name="SB">Königl. Preußisches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Berlin 1874, S. 146, Nr. 92.</ref> |
| 1871 | 349 | <ref name="SB" /> |
| 1925 | 331 | am 16. Juni, Gutsbezirk;<ref name=albrecht >Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 399, 9. Kreis Rummelsburg, Ziffer 31 (Google Books).</ref> ausschließlich Evangelische<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> |
| 1933 | 281 | <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1939 | 221 | <ref name="MR" /> |
| 2011 | 121 | <ref name="GUS2011">GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017</ref> |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
Vor 1945 war die Bevölkerung von Papenzin fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Vor 1571 war das Dorf in das Kirchspiel Pritzig eingepfarrt, danach kam es in den Pfarrsprengel Groß Schwirsen und gehörte zum Kirchenkreis Rummelsburg i. Pom. im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union.
Das katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.
Kirchspiel seit 1946
Die seit 1945 hier lebenden Bevölkerung sind überwiegend katholischer Konfession. Das Dorf ist in die polnische katholische Pfarrei Świerzno (Groß Schwirsen) integriert. Sie liegt im Dekanat Polanów (Pollnow) im Bistum Köslin-Kolberg der Römisch-katholischen Kirche in Polen.
Hier lebende evangelische Kirchenglieder sind dem Pfarramt der Kirchengemeinde in Koszalin (Köslin) zugeordnet, dessen nächstgelegene Filialkirche die Dorfkirche in Wołcza Wielka (Groß Volz, 6 km) ist.
Schule
Um 1780 hatte Papenzin schon einen Schulmeister. 1813 besuchten 20 Kinder die Schule. Die Abgelegenheit des Ortes sowie ungünstige Wohnverhältnisse sorgten für einen häufigen Lehrerwechsel. 1937 unterrichtete hier ein Lehrer 32 Schulkinder.
Verkehr
Zu erreichen ist das Dorf von Źydowo (Sydow) an der Woiwodschaftsstraße 205 über eine Nebenstraße, die nach Miastko (Rummelsburg) an den Landesstraßen 20 und 21 führt, außerdem auf direktem Wege von Kawcze (Kaffzig, 8 km) an der Woiwodschaftsstraße 206.
Die nächste Bahnstation ist Kawcze an der Bahnstrecke Piła–Ustka (Schneidemühl – Stolpmünde).
Persönlichkeiten, die mit dem Ort verbunden sind
- Christian Friedrich Bahn (1773–1834), Rügenwalder Unternehmer und Gutsbesitzer in Papenzin.
Weblinks
- Die Gemeinde Papenzin im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- Papenzin (Heimatkreis Rummelsburg in Pommern)
Einzelnachweise
<references />