Gelbe Hauhechel
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| Gelbe Hauhechel | ||||||||||||
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| Datei:Ononis natrix flower (16).jpg
Gelbe Hauhechel (Ononis natrix) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Ononis natrix | ||||||||||||
| L. |
Die Gelbe Hauhechel<ref name="FloraWeb" /> (Ononis natrix) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hauhecheln (Ononis) in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie wird als Zierpflanze verwendet.<ref name="FoC" />
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Gelbe Hauhechel wächst als Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 70 Zentimetern. Die vegetativen Pflanzenteile sind dicht drüsig und klebrig behaart (Indument). Der aufrechte oder aufsteigende Stängel ist unverzweigt oder von der Basis ab verzweigt und verholzt an der Basis.<ref name="FoC" />
Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist meist drei- die untersten selten fünf-, die obersten selten einteilig. Die Fiederblätter sind bei einer Länge von 1 bis 3 Zentimetern länglich, verkehrt-eiförmig bis breit lineal mit keilförmiger Basis und spitzem oberen Ende. Die Nebenblätter sind krautig.<ref name="FoC" />
Blütenstand und Blüte
Die Blütezeit reicht meist von Mai bis Juli, manchmal bis Oktober. An den Knoten (Nodien) oder am oberen Bereich der Verzweigungen stehen in lockeren, beblätterten, traubigen oder rispigen Blütenständen die Blüten zusammen. Die Tragblätter sind begrannt. Der Blütenstiel ist meist 5 bis 20 Millimeter lang.<ref name="FoC" />
Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die 8 bis 12 Millimeter langen Kelchblätter sind nur kurz verwachsen. Die fünf lineal-lanzettlichen Kelchzähne sind 2,5- bis 4-mal länger als die Kelchröhre. Die 12 bis 20 Millimeter lange Blütenkrone hat die typische Form der Schmetterlingsblütler und ist etwa dreimal so lang wie der Kelch. Die Farbe der Kronblätter ist kräftig gelb mit rötlicher bis purpurfarbener Aderung.<ref name="FoC" />
Frucht und Samen
Die hängende<ref name="FloraWeb" />, drüsig behaarte sowie geschnäbelte Hülsenfrucht ist zwei- bis dreimal so lang wie der haltbare Kelch und lineal-elliptisch mit einer Länge von 10 bis 25 Millimetern und einer Breite von 3 bis 4 Millimetern. Sie enthält meist 6 bis 9, selten bis zu 27 Samen. Die kugelförmigen Samen besitzen eine winzig warzige Oberfläche.<ref name="FoC" />
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, 32 oder 64.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet von Ononis natrix befindet sich im Mittelmeerraum, an der iberischen Atlantikküste und in wärmeren Gebieten Mitteleuropas. Als Fundorte werden angegeben: Deutschland, Schweiz, Österreich, Ungarn, ehemaliges Jugoslawien, Portugal, Spanien (inklusive der Balearen), Frankreich (inklusive Korsika), Italien (inklusive Sardinien), Marokko, Algerien, Ägypten, südliche Türkei, Israel, Jordanien, Libanon, Syrien, selten im westlichen Irak.<ref name="GRIN" /> Die Angaben von den Kanarischen Inseln<ref name="Arechavaleta+al 2009" /> betreffen Ononis angustissima und Ononis hesperia, von Libyen<ref name="Dobignard2012" /> Ononis ramosissima, von Sizilien,<ref name="Giardina 2007" /> Griechenland, Kreta und den Ostägäischen Inseln<ref name="Dimopoulos+al 2013" /> Ononis ramosissima und Ononis talaverae. In China tritt die Gelbe Hauhechel als verwilderter Gartenflüchtling auf.<ref name="FoC" /> Sie steigt im Wallis bis 1500 Meter, in Südtirol auf der Seiseralpe bis 2100 Meter Meereshöhe auf.<ref name="HegiGams1964" />
In Baden-Württemberg wo die einzigen wahrscheinlich natürlichen Vorkommen im südlichen Oberrheingebiet am Tuniberg und am Kaiserstuhl vorkamen,<ref name="FloraBW" /> wird die Gelbe Hauhechel als „ausgestorben“ betrachtet.<ref name="RL_BW" />
Die Gelbe Hauhechel gedeiht an trockenen, sonnigen Stellen (Magerwiesen, steinige Hänge) von der Hügelstufe bis in die submontane Stufe. Sie wächst hauptsächlich in Trockenrasen und Halbtrockenrasen. Ononis natrix ist in Mitteleuropa Kennart der Ordnung Brometalia erecti Br.-Bl. 1936.<ref name="FloraWeb" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Ononis natrix erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum.<ref name="SpPl" /><ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton natrix bedeutet Natter.
Von Ononis natrix gibt es zahlreiche Unterarten:<ref name="Förther1991" /><ref name="Turini+al2010" />
- Ononis natrix subsp. arganietorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Širj.: Sie kommt nur in Marokko vor.<ref name="Förther1991" />
- Ononis natrix subsp. falcata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Viv.) Širj.: Sie kommt in Algerien und Tunesien vor.<ref name="ILDIS" />
- Ononis natrix subsp. filifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Širj.: Sie kommt in Algerien und Tunesien vor.<ref name="ILDIS" />
- Ononis natrix subsp. mauritii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire & Sennen) Širj.: Sie kommt in Marokko vor.<ref name="ILDIS" />
- Ononis natrix subsp. natrix (Syn.: Ononis natrix subsp. candeliana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Maire)<ref name="Dobignard2012" />: Sie kommt in Spanien, Frankreich, Italien, im früheren Jugoslawien, in der Türkei, im Libanon, in Israel, Ägypten, Algerien und Marokko vor.<ref name="Förther1991" /> Auch in Portugal, in der Schweiz und in Deutschland kommt sie vor.<ref name="ILDIS" />
- Ononis natrix subsp. polyclada <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Širj.: Sie kommt in Marokko, Algerien und in Tunesien vor.<ref name="ILDIS" />
- Ononis natrix subsp. prostrata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Br.-Bl. & Wilczek) Širj.: Sie kommt nur in Marokko vor.<ref name="Förther1991" />
- Ononis natrix subsp. stenophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Širj.: Sie kommt in Israel, Ägypten und im Libanon sowie möglicherweise als Gartenflüchtling im Irak<ref name="FlIraq" /> vor.<ref name="Förther1991" />
Nahe verwandte, manchmal als Unterarten zu Ononis natrix gestellte Arten sind:
- Ononis angustissima <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. (Syn.: Ononis natrix subsp. angustissima <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Širj.)
- Ononis hesperia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Förther & Podl. (Syn.: Ononis natrix subsp. hesperia <templatestyles src="Person/styles.css" />Maire)
- Ononis ramosissima <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf. (Syn.: Ononis natrix subsp. ramosissima <templatestyles src="Person/styles.css" />(Desf.) Batt.) und
- Ononis talaverae <templatestyles src="Person/styles.css" />Devesa & López (Syn.: Ononis hispanica <templatestyles src="Person/styles.css" />L.f. nom. ambig.)<ref name="Förther1991" /><ref name="Turini+al2010" />
Quellen
Literatur
- Zhi Wei, Michael A. Vincent: Trifolieae. In: (Abschnitt Beschreibung)
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Tropicos"> Ononis natrix bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb"> Ononis natrix L., Gelbe Hauhechel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Ononis natrix L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraBW"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 717 (Digitalisat).</ref> <ref name="Förther1991"> Harald Förther, Dieter Podlech: Revision der Ononis natrix-Gruppe (Leguminosae) von Makaronesien, Nordafrika und dem angrenzenden Westasien. In: Mitteilungen der Botanischen Staatssammlung München. Band 30, 1991, S. 197–296, online. </ref> <ref name="FoC"> Zhi Wei, Michael A. Vincent: Trifolieae. In: </ref> <ref name="Turini+al2010"> Florian G. Turini, Christian Bräuchler, Günther Heubl: Phylogenetic relationships and evolution of morphological characters in Ononis L. (Fabaceae). In: Taxon. Band 59, Nr. 4, 2010, S. 1077–1090 Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Abstract;<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergänzende Daten ( vom 17. November 2015 im Internet Archive)). </ref> <ref name="Dobignard2012"> Alain Dobignard, Cyrille Chatelain: Index synonymique de la flore d'Afrique du Nord. Volume 4: Dicotyledoneae: Fabaceae – Nymphaeaceae. Conservatoire et jardin botaniques, Genève 2012, ISBN 978-2-8277-0126-1, S. 131–155 (online).</ref> <ref name="FlIraq"> C. C. Townsend: Ononis. In: C. C. Townsend, Evan Guest (Hrsg.): Flora of Iraq. Volume Three, Ministry of Agriculture and Agrarian Reform of the Republic of Iraq, Bagdad 1974, S. 78. </ref> <ref name="Dimopoulos+al 2013"> Panayiotis Dimopoulos, Thomas Raus, Erwin Bergmeier, Theophanis Constantinidis, Gregoris Iatrou, Stella Kokkini, Arne Strid, Dimitrios Tzanoudakis: Vascular Plants of Greece: An Annotated Checklist. (= Englera. Band 31). Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem/Hellenic Botanical Society, Berlin/Athen 2013, ISBN 978-3-921800-88-1, S. 96. </ref> <ref name="Arechavaleta+al 2009"> Manuel Arechavaleta, S. Rodríguez, Nieves Zurita, A. García (Hrsg.): Lista de especies silvestres de Canarias. Hongos, plantas y animales terrestres. 2009. Gobierno de Canarias 2010, ISBN 978-84-89729-21-6, S. 134 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF-Datei, 12,5 MB). ( vom 15. November 2011 im Internet Archive) </ref> <ref name="Giardina 2007"> G. Giardina, Francesco M. Raimondo, V. Spadaro: A catalogue of plants growing in Sicily. In: Bocconea. Band 20, 2007, ISBN 978-88-7915-022-4, ISSN 1120-4060, S. 169 (online). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online ( vom 7. April 2013 im Internet Archive) </ref> <ref name="RL_BW"> Thomas Breunig, Siegfried Demuth: Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Baden-Württembergs (= Naturschutz-Praxis. Artenschutz. Band 2). Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 1999, ISBN 3-88251-271-7 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Neu als ausgestorben oder verschollen eingestufte Sippen. ( vom 17. November 2015 im Internet Archive) </ref> <ref name="HegiGams1964"> Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, Seite 1217–1218. Verlag Carl Hanser, München 1964. </ref> <ref name="ILDIS"> Datenblatt Ononis bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38, 2010. </ref> </references>
Weblinks
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Günther Blaich: Fotos europäischer Pflanzen: Datenblatt von Ononis natrix mit Fotos.