Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Petrus van Oeckelen – WikipediaZum Inhalt springen
Petrus van Oeckelen wurde als Sohn des Uhrmachers, Orgel- und Klavierbauers Cornelis van Oeckelen und Elisabeth Coenen geboren. Er erlernte sein Handwerk bei seinem Vater. Um 1808 wurde er als städtischer Carillonspieler nach Breda berufen. Im Jahr 1810 übersiedelte er nach Groningen, wo er den Ruf erhielt, das Carillon der Martinikerk zu bespielen. 1837 ließ er sich als Orgelbauer in Harendermolen bei Glimmen nieder. Dort übernahm er die Werkstatt des verstorbenen Orgelbauers Johannes Wilhelmus Timpe. Vermutlich hat er sich bei Timpe oder bei Heinrich Hermann Freytag im Orgelbau vertieft.<ref name="AS">www.arpschnitger.nl: De orgelmakers van Oekelen (ca. 1790–1918), abgerufen am 7. Mai 2019.</ref>
Er heiratete am 30. Juni 1825 in Groningen die sieben Jahre jüngere Joanna Maria Theresia Auwerda, Tochter von Christianus Auwerda und Margarita Elizabetha Paping. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, von denen drei den väterlichen Beruf erlernten: Cornelis Allegondus (Aldegundis) (1829–1905), Henricus (1835–1894) und Antonius (1839–1918). Van Oeckelen starb zwei Tage vor Vollendung seines 86. Lebensjahres und wurde in Noordlaren begraben.<ref>Stichting Dodenakkers: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Noordlaren - Grabplatz (Memento des Vorlage:IconExternal vom 8. November 2017 im Internet Archive) Datei:Pictogram voting info.svgInfo: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dodenakkers.nl, abgerufen am 7. Mai 2019.</ref> Cornelis Aldegundis und Antonius führten den Betrieb ihres Vaters fort.<ref name="AS" /> Die letzte Orgel aus der van Ockelen-Werkstatt entstand im Jahr 1915 für die Hervormde kerk in Leek. Mit dem Tod des Enkels Antonius van Oeckelen endete das Familienunternehmen im Jahr 1918 in dritter Generation. Der Meistergeselle Harmannus Thijs (1862–1943) führte bis etwa 1933 und dessen Lehrling Lukas Rinkema bis in die 1960er Jahre nur noch Unterhaltsarbeiten durch.
Werk
Petrus van Oeckelen war der bedeutendste Vertreter der Orgelbauerfamilie van Oeckelen.<ref name="Kassel">Richard Kassel: Ockelen, van. In: Douglas E. Bush, Richard Kassel (Hrsg.): The Organ. An Encyclopedia. Routledge, New York, London 2006, ISBN 0-415-94174-1, S.378 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Er war zwar römisch-katholisch, lieferte aber überwiegend Orgeln für die protestantischen Kirchen in der nördlichen Niederlande. Eine Orgel schuf er für die katholische Broerkerk in Groningen, die in einer Anzeige im Algemeen Handelsblad ihre Zufriedenheit über das Instrument zum Ausdruck brachte.<ref>Algemeen Handelsblad vom 24. Mai 1842, abgerufen am 7. Mai 2019.</ref>
Im 19. Jahrhundert gehörte der Familienbetrieb neben der Firma van Dam aus Leeuwarden zu den produktivsten Erbauern von Kirchenorgeln in der nördlichen Region der Niederlande. Dies ist auf seine Geschäftstüchtigkeit, seine Freundschaften mit einflussreichen Persönlichkeiten, sein diplomatisches Geschick und auf Standardisierungsverfahren in der Produktion (beim Prospekt und bei Orgelteilen) zurückzuführen. Dennoch bewahrte van Oeckelen ein hohes handwerkliches Niveau.<ref name="AS" /> Von besonderer Qualität sind seine Streichregister, insbesondere die Viola da gamba. Er führte verschiedene Neuerungen in den Orgelbau ein, verwendete aber ausschließlich die mechanische Traktur. Van Oeckelens Werke stehen noch in der Groninger Klangtradition des 18. Jahrhunderts und sind mit ihren gemischten Stimmen und den Zungenregistern konservativ geprägt. Zungen und der Bourdun 16′ sind häufig aufgeteilt in Bass und Diskant. In späteren Werken hielten auch romantische Register Einzug in die Dispositionen. Das Pedal ist in der Regel nur angehängt, auch bei zweimanualigen Werken.
Die Prospektgestaltung ist recht einheitlich, in der Regel fünfachsig, mit erhöhtem Mittelturm und flankierenden Türmen, dazwischen doppelgeschossige Flachfelder. Während van Oeckelen in seiner Frühzeit vereinzelt polygonale oder Spitztürme baute, verwendet er später immer drei Rundtürme. In den 1850er Jahren baute er einige Werke mit Rückpositiv, danach mit Oberwerk. Das seitliche Schnitzwerk verbreitert sich nach unten. Oben wird das Orgelgehäuse mit Musikinstrumenten bekrönt, vielfach eine Leier auf dem Mittelturm, gelegentlich mit großen Adlern, Figuren, Vasen oder einem Strahlenkranz. Die unteren viereckigen Flachfelder werden mit einer Schräge abgeschlossen, die oberen haben einen geschwungenen Abschluss, der sich an den Mittelturm anschmiegt.
Neben Neubauten führte van Oeckelen auch Umbauten oder Überführungen von Orgeln in andere Kirchen durch. So baute er im Jahr 1857 die Orgel der Groninger Aa-kerk um. Diese Maßnahmen werden heute teils kritisiert, weil Orgeln mit historischer Substanz ganz oder teilweise dem Zeitgeschmack angepasst wurden. Auf der anderen Seite ging van Oeckelen verhältnismäßig respektvoll mit den erhaltenen Orgeln um, erneuerte abgängige Bälge und Trakturen und bewahrte die Instrumente auf diese Weise.<ref name="Kassel" /> Auch seine Söhne konzentrierten sich auf Provinzen Groningen, Friesland und Drenthe, schufen vereinzelt aber auch Werke außerhalb der Nordniederlande.
Werkliste (Neubauten)
Die römische Zahl bezeichnet die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal, ein kleines „p“ ein nur angehängtes Pedal und die arabische Zahl die Anzahl der klingenden Register.
Neubau unter Verwendung von Registern und vielleicht auch der Front von Heinrich Hermann Freytag; 1848 in die dortige Jozefkerk überführt und 1897 in die Clemenskerk in Havelte (Foto)<ref>Orgel in Havelte, abgerufen am 7. Mai 2019.</ref>
nahezu vollständig erhalten<ref>Orgel in Hardegarijp (PDF-Datei; 115 kB), abgerufen am 7. Mai 2019.</ref>
Literatur
Peter van Dijk: De betekenis van de orgelmakerij Van Oeckelen. In: Het Orgel, Jg. 100, Nr. 4, 2004, S. 27–46.
M.A.W. Gerding (Hrsg.): Orgelbouwers. In: Encyclopedie van Drenthe. Koninklijke Van Gorcum, Assen 2003, ISBN 90-232-3932-6, S. 696 f (online).
J. Holthuis: Petrus van Oeckelen. Orgelmaker te Harenermolen bij Groningen. Stichting Groningen Orgelland, Groningen 1985.
Lex Gunnink: Repertorium van de orgels gebouwd door Petrus van Oeckelen, orgelmaker te Harendermolen (Groningen). Gunnink, Zwolle 1990.
Jan Jongepier u. a.: Het orgel in de kerk van Tolbert - Andere activiteiten van de orgelmakers Van Oeckelen in het Zuidelijk Westerkwartier. Stichting tot behoud van het Nederlandse Orgel, Elburg 2001.
Peter Karstkarel: Alle middeleeuwse kerken. Van Harlingen tot Wilhelmshaven. Uitgeverij Noordboek, Groningen 2007, ISBN 90-330-0558-1.
Richard Kassel: Ockelen, van. In: Douglas E. Bush, Richard Kassel (Hrsg.): The Organ. An Encyclopedia. Routledge, New York, London 2006, ISBN 0-415-94174-1, S.378 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
Henk Kwakernaat: De orgelmakers van Oeckelen. In: De Orgelvriend. 1995.