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Oborniki Śląskie

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(Weitergeleitet von Obernigk)

Vorlage:Infobox Ort in Polen Oborniki Śląskie [[[:Vorlage:IPA]]] (deutsch: Obernigk, Vorlage:SliS Ubernigke) ist eine Stadt mit etwa 8400 Einwohnern im Powiat Trzebnicki (Trebnitzer Distrikt) in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Geographische Lage

Datei:Schlesien Kr Trebnitz.png
Obernigk im Katzengebirge westlich von Trebnitz auf einer Landkarte von 1905
Datei:Oborniki Śl.jpg
Stadtpanorama

Die Stadt liegt in Niederschlesien nördlich der Oder im Katzengebirge, etwa zehn Kilometer westlich von Trzebnica (Trebnitz) und 26 Kilometer nördlich von Breslau.

Geschichte

Datei:Oborniki Śląskie, kościół Judy Tadeusza i Antoniego.jpg
Evangelische Pfarrkirche
Datei:Oborniki Śl. kościół NSPJ.jpg
Herz-Jesu-Kirche
Datei:Szkoła Podstawowa nr 3 Oborniki Śl. IV 2006.jpg
Gebäude der Grundschule

Wegen seiner guten klimatischen Verhältnisse entwickelte sich das 1305 erstmals erwähnte Dorf Obernigk im 19. Jahrhundert zum Kurort. Der Gutsbesitzer Karl Wolfgang Schaubert (ein Pate des Sohnes von Karl von Holtei), betrieb 1835 den Ausbau zum Kurbad. Obernigk gehörte zum Landkreis Trebnitz im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Schlesien.

Bereits zuvor war der Ort durch den Dichter Karl von Holtei bekannt geworden. Holtei, der einige Jahre hier lebte und 1821 hier heiratete, beschrieb Obernigk in mehreren Gedichten. Holtei, der seinen eigenen Versen zufolge in Obernigk „ein kleines Häuschen mit Schindeldächel und a Tannen“ bewohnt hatte, war auch Herausgeber des bekannten, allerdings nur vom 4. März bis September 1822<ref>Michael Sachs: ‘Fürstbischof und Vagabund’. Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Fürstbischof von Breslau Heinrich Förster (1799–1881) und dem Schriftsteller und Schauspieler Karl von Holtei (1798–1880). Nach dem Originalmanuskript Holteis textkritisch herausgegeben. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 35, 2016 (2018), S. 223–291, hier: S. 280.</ref> erschienenen Breslauer Wochenblatts Der Obernigker Bote gewesen.<ref>Joseph Kürschner: Holtei, Carl von. In: Allgemeinde Deutsche Biographie. Band 13, 1881, S. 3–5.</ref> Im Ort erinnert ein Denkmal an ihn.

Im Jahre 1856 erhielt der Ort durch die Strecke von Breslau nach Posen Anschluss an die Eisenbahn.

Als 1866 in Breslau die Cholera ausbrach, nutzten viele Einwohner die Eisenbahn zur Flucht nach Obernigk, wodurch die Bekanntheit des Ortes als Sommerfrische einen spürbaren Schub erhielt.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Obernigk ein Dorf und Luftkurort mit einer evangelischen Kirche, einer katholischen Kirche, zwei privaten Irrenanstalten, einem Sanatorium und einem Fichtennadelbad.<ref name="MKL" /> Das Dorf war ein beliebter Erholungsort für die Bürger Breslaus und anderer Städte aus Niederschlesien. Im Zweiten Weltkrieg wurde im Januar 1945 wegen der näherrückenden Front nahezu die gesamte Einwohnerschaft Obornigks nach Sachsen, Bayern und in das nahe Sudetenland evakuiert.

Nach der Eroberung durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 kam Obornik im März 1945 unter die Verwaltung der Volksrepublik Polen, die es in Oborniki Śląskie umbenannte. Am 23. Juni 1945 erhielt die 10. Division der Polnischen Volksarmee die „ehrenvolle Aufgabe …, den uralten polnischen Boden vom deutschen Ungeziefer zu säubern“. Darin war die Abschiebung der Einwohner Obornigks nach Görlitz für den 30. Juni vorgesehen. Diese wilde Vertreibung erwies sich wegen der Rückkehr vieler Vertriebener und Evakuierter, nur als Teilerfolg.<ref>Włodzimierz Borodziej, Hans Lemberg: Die Deutschen östlich von Oder und Neiße 1945–1950. Bd. 4., Wojewodschaften Pommerellen und Danzig (Westpreußen). Wojewodschaft Breslau (Niederschlesien). Herder-Institut, Marburg 2004, ISBN 3-87969-315-3, S. 458–462, das Zitat S. 458; darin allgemein zur Vertreibung aus Niederschlesien das Kapitel „Die Jahre 1946–1950“ von Stanisław Jankowiak, S. 402–432.</ref> In der Folgezeit erlebte Obornigk durch die systematische Vertreibung der bisherigen Einwohner und eine Neubesiedlung mit Polen aus Zentralpolen und den an die Sowjetunion gefallenen Territorien zwischen Februar 1946 und Ende 1947 einen vollständigen Bevölkerungsaustausch.<ref> Zu den Vorgängen siehe die Kapitel „V. Die Endphase des 2. Weltkrieges“ und „VI. Die ehemaligen und die heutigen Einwohner von Oborniki und ihre Stadt in der Nachkriegszeit“ in der Darstellung von Andrzej Pudło und Kazimierz M. Pudło Sieben Jahrhunderte von Oborniki Śląskie auf der Websitesite der Stadt.</ref>

Die Ortschaft erhielt Stadtrecht. Der Kur- und Naherholungsbetrieb setzt sich bis heute fort. . Seit 2004 besteht eine Städtepartnerschaft mit der oberfränkischen Stadt Rehau.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkungen
1785 Vorlage:0312
1825 Vorlage:0497
1900 2051 davon 425 Katholiken und 26 Juden<ref name="MKL">Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 867.</ref>
1933 4258 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1939 4407 <ref name="MR" />
1961 5418
1970 5720
2007 8428

Verkehr

Zug

Von Oborniki Śląskie erreicht man Danzig und Breslau umsteigefrei mit dem IC und dem TLK der polnische PKP.

Stadtwappen

Das Wappen der Stadt (nach 1945 geschaffen) zeigt einen grünen Tannenbaum im gelben Feld.

Sehenswürdigkeiten

Gmina

Datei:Rittergut Obernigk Sammlung Duncker.jpg
Rittergut Obernigk, Sammlung Alexander Duncker

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Oborniki Śląskie umfasst ein Gebiet von 153,75 km² mit 18.059 Bewohnern (2007<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>). Dazu gehören diese Orte:

  • Bagno (Heinzendorf)
  • Borkowice (Burgwitz)
  • Ciecholowice (Zechelwitz)
  • Golędzinów (Kunzendorf)
  • Jary (Jäckel)
  • Kotowice (Kottwitz)
  • Kowale (Kawallen)
  • Kuraszków (Alt Karoschke, 1936–1937: Karoschke, 1937–1945: Lindenwaldau)
  • Lubnów (Liebenau) mit Nowosielce (Sorgan)
  • Morzęcin Mały (Klein Muritsch)
  • Morzęcin Wielki (Groß Muritsch)
  • Oborniki Śląskie (Obernigk)-Stadt
  • Osola (Ritschedorf)
  • Osolin (Esdorf) mit Brzezno Małe
  • Paniowice (Pannwitz)
  • Pęgów (Hennigsdorf)
  • Piekary (Beckern)
  • Przecławice (Prischwitz)
  • Raków (Raake)
  • Rościsławice (Riemberg, ehemals ab 1874 Amtsbezirk 29 im Kreis Wohlau<ref>Walter Schmidt: Johannes Halm (1893–1953). Widerstand und Verfolgungen des evangelischen Pastors von Auras / Oder in der Zeit von 1933 bis 1945. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013 (2014), S. 517–545, hier: S. 517.</ref>)<ref>Elfriede Hoppe, Brigitte Stürmer: Beiträge zu einer Chronik des Dorfes Riemberg im Kreis Wohlau (Niederschlesien). Wiesbaden/Stuttgart 1989.</ref>
  • Siemianice (Schimmelwitz)
  • Uraz (Auras) mit Niziny (Weitemalke)
  • Wielka Lipa (Groß Leipe)
  • Wilczyn (Heidewilxen)
  • Zajączków (Haasenau)
  • Paniowice (Pannwitz)

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks

Vorlage:Commons

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Powiat Trzebnicki

Vorlage:Normdaten