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Ehringshausen (Gemünden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Oberndorf (Gemünden))
Ehringshausen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(651)&title=Ehringshausen 50° 42′ N, 9° 7′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(651) 50° 42′ 23″ N, 9° 6′ 46″ O
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Höhe: 247 (244–267) m ü. NHN
Fläche: 15,08 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 651 (31. Dez. 2022)<ref name="DF">Zahlen und Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden (Felda), archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35329
Vorwahl: 06634

Das Dorf Ehringshausen ist seit dem 31. Dezember 1971 ein Ortsteil der Gemeinde Gemünden (Felda) im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Zu Ehringshausen und dessen Gemarkung gehört der bereits 1836 eingemeindete Ort Oberndorf.

Geographie

Das Straßendorf liegt in Oberhessen am Fuß des Vogelsbergs im Tal der Felda. Am nördlichen Ortsrand verläuft die Bundesautobahn 5, im Dorf treffen sich die Landesstraßen 3071 und 3146.

Innerhalb der Gemarkung Ehringshausen befinden sich zwei Wüstungen, Langenhain und Mehlbach, sowie zwei Hügelgräberanlagen südlich und östlich des nahen Himmenbergs.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die Ersterwähnung des Orts erfolgte im Jahr 1244, als der zum Ortsadel gehörende „Wigandus Ruz de Iringshusen“ in einer Urkunde genannt wird. Wie andere Angehörige des Ortsadels in den folgenden Jahren stand er in Beziehung zur Deutschordensballei Hessen<ref>Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 302.</ref>.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 75, S. 69.</ref> 1263 heißt es: „… bona nostra … in Yringshausen.“ (Unser Gut in Iringshausen.)<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 198, S. 152.</ref> In einem Kopiar des 14. Jahrhunderts erscheint, datiert auf das Jahr 1269, ein weiterer Ortsadliger „Luodewicus de Yringshausen“.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 250, S. 191.</ref> Am 22. Februar 1279 wird der Ort in einer Urkunde genannt.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 362, S. 270.</ref> In dieser Urkunde wird bestätigt, dass der Ritter Berthold von Ehringshausen („Berthous miles de Yrerngizhusen“) und seine Verwandten dem Deutschen Orden zu Marburg Leibeigene zu Burkendorf verkauft haben.<ref>StAM, Urkunden 37, Nr. 397.</ref> 1303 erscheint ein weiterer Angehöriger des Ortsadels, ein „Henricus de Eringishusen“.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Band 2. Nr. 432, S. 308.</ref> Ein Kopiar aus der Zeit von 1400–1425 erwähnt „Eringeshusen“ und „Oberdorf“ für die Zeit um 1300.<ref>Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. S. 284</ref> Um 1300 entsteht als eigenständiger Ortsname „Oberndorf“. Gemeint ist der höher gelegene Ortsteil von Ehringshausen. 1360 lautet der urkundliche Eintrag: „zcuo Aberin Yringish [usen]“,<ref>StAM, AII, Urk. Stift Wetter</ref> 1361 „… zuo Eringeshusin dem obirsten“.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 3. Nr. 1010, S. 17.</ref> 1587 heißt es in einem Salbuch: „Eringshausen“.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 228.</ref>

Der Ortsname Ehringshausen lässt sich auf den häufig vorkommenden Rufnamen „Iring“ zurückführen, der aber noch nicht erklärt ist.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 94–96.</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ehringshausen:

„Ehringshausen (L. Bez. Kirtorf) evangel. Pfarrdorf; liegt 112 St. von Kirtorf an der Felda, hat 52 Häuser und 303 Einw., die bis auf 1 Juden evangelisch sind. Die Einwohner beschäftigen sich mit der Leineweberei. Der Ort gehörte zum Kirtorfer und Oberofleidener Kirchengebiet, welches wahrscheinlich darin seinen Grund finden mag, daß sich die Einwohner eines zerstörten Orts hier angebaut haben. Im Jahr 1424 wurde Heinrich von Ehringshausen von Graf Johann von Ziegenhain mit dem Kirchsatze belehnt.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Am 10. September 1836 wurde der um das Jahr 1300 bekannte Ort Oberndorf nach Ehringshausen eingegliedert.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Burg-Gemünden, Ehringshausen, Elpenrod, Hainbach, Nieder-Gemünden, Otterbach und Rülfenrod freiwillig zur neuen Gemeinde Gemünden.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 3 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Für alle eingegliederten ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 28 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ehringshausen angehört(e):<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="lagis" /><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Ehringshausen das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Ehringshausen zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld,<ref>Rundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 — 3200/7 — Ia9 995 — Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation.</ref> aber bereits mit Wirkung vom 1. Juni 1948 wieder in ein Vollgericht umgewandelt.<ref>Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 — 3210/1 — Ia 1961 — Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen). (Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiete der Gerichtsorganisation und Gerichtsverfassung vom 17. November 1953. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1953 Nr. 30, S. 189–191, Anlagen 1. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,3 MB]).)</ref> Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Ehringshausen wurde dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeteilt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 b) und Artikel 2, Abs. 4 a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Ehringshausen 696 Einwohner. Darunter waren 12 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 117 Einwohner unter 18 Jahren, 264 zwischen 18 und 49, 153 zwischen 50 und 64 und 162 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 285 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 93 Paare ohne Kinder und 93 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften.

Einwohnerentwicklung

• 1806: 242 Einwohner, 49 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 303 Einwohner, 52 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 461 Einwohner, 76 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 457 Einwohner, 80 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Ehringshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
247
1800
  
227
1806
  
242
1834
  
473
1840
  
436
1846
  
464
1852
  
448
1858
  
446
1864
  
450
1871
  
461
1875
  
457
1885
  
489
1895
  
498
1905
  
559
1910
  
568
1925
  
565
1939
  
811
1946
  
895
1950
  
881
1956
  
761
1961
  
724
1967
  
734
1970
  
725
1980
  
?
1990
  
?
2011
  
696
2015
  
622
2020
  
637
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Gemeinde Gemünden (Felda): Webarchiv (2015,2020)

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 302 evangelische (= 99,67 %), ein jüdischer Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 616 evangelische (= 85,08 %), 102 römisch-katholische (= 14,09 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsbeirat

Für Ehringshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Ehringshausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 57 %. Alle Mitglieder gehören der „Dorfgemeinschaft Ehringshausen“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Ehringshausen. In: Votemanager. Gemeinde Gemünden (Felda), abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Jörg Müller zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Ehringshausen. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden (Felda), abgerufen im Januar 2024.</ref>

Wappen

Am 16. Dezember 1965 wurde der Gemeinde Ehringshausen im damaligen Landkreis Alsfeld ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Über schwarzem, mit einem silbernen Weberschiffchen belegten Schildfuß in dem von Rot und Gold gespaltenen Schild rechts ein halber, rotbezungter goldener Doppeladler mit silbernem Nimbus, links zwei rote Balken.<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Ehringshausen, Landkreis Alsfeld, Regierungsbezirk Darmstadt vom 16. Dezember 1965. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1966 Nr. 1, S. 2, Punkt 3 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,3 MB]).</ref>

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Ehringshausen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 260 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 143 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,18 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

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