Zum Inhalt springen

Obergesteln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Obergesteln
Datei:Obergesteln.png
Wappen von Obergesteln
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton WallisDatei:Wappen Wallis matt.svg Wallis (VS)
Bezirk: Gomsw
Munizipalgemeinde: Obergomsi2
Postleitzahl: 3988
frühere BFS-Nr.: 6065
Koordinaten: 668106 / 151936Koordinaten: 46° 30′ 55″ N, 8° 19′ 34″ O; CH1903: 668106 / 151936
 {{#coordinates:46,515269|8,326104|primary
dim=5000 globe= name= region=CH-VS type=city
  }}
Höhe: 1355 m ü. M.
Fläche: 14,56 km²
Einwohner: 209 (31. Dezember 2007)
Einwohnerdichte: 14 Einw. pro km²
Website: www.obergesteln.ch
Datei:Obergesteln2.JPG
Obergesteln vom Gommer Höhenweg gesehen
Obergesteln vom Gommer Höhenweg gesehen
Karte
w{w
Datei:Karte Gemeinde Obergesteln 2007.png
Gemeindestand vor der Fusion am 31. Dezember 2008

Obergesteln (walliserdeutsch: Geschle, Obergeschle <templatestyles src="IPA/styles.css" />[geʃːlə ˈobərgeʃːlə]<ref name="lsg">Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 662.</ref>) ist eine Ortschaft in der Walliser Munizipalgemeinde Obergoms sowie eine Pfarrgemeinde im Dekanat Ernen.

Geschichte

Datei:ETH-BIB-Obergestlen-LBS H1-011378.tif
Luftbild (1949)

Der Ort findet sich erstmals 1322 in der Phrase Willermus ab püle de castellione bezeugt. Er geht auf lateinisch-romanisches castelliōne zurück, das die Verkleinerungsform zu lateinisch castellum «befestigtes Lager, Burg» ist.<ref name="lsg" />

Das Dorf wurde mehrmals von Naturereignissen und Feuersbrünsten betroffen. Wie die Nachbargemeinden Oberwald und Unterwassern wurde es während des Rarner Krieges 1419 von den Bernern in Schutt und Asche gelegt. Für dieses Dorf sind allerdings ältere Erwähnungen erhalten. So fand 1417 hier ein Felssturz statt.<ref>Walliser Wappenbuch. Zürich, ohne Jahrgang.</ref> Die Kirche wird 1309 erstmals erwähnt, und auf dem Kirchhügel, wo sie sich befindet, vermutet man ein römisches Kastell.

Im Jahre 1658 veranlasste eine Lawine die Verlegung des Backhauses. Am 18. Februar 1720 wurde der westliche Dorfteil von einer Staublawine erfasst. Es wird von 83 betroffenen Firsten an 35 Häusern berichtet (Auch 56 Gebäude und 27 Wohnhäuser mit 83 Gemächern).<ref>In Kunstdenkmäler der Schweiz Band 64. sind zwei sich eigentlich widersprechende Angaben vorhanden</ref> Durch die Lawine wurde der Rotten gestaut, und Feuer brach aus. An diese Katastrophe erinnert das Kreuz an der äusseren südlichen Kirchenmauer. Im Jahre 1725 riss eine Lawine erneut die eben frisch errichteten Häuser weg, so dass beschlossen wurde, nur noch zwischen Rotten und Kirchhügel zu bauen.

Eine Feuersbrunst legte 1868 neun Gebäude der Ortschaft in Schutt und Asche. Am Ende des Feuers, welches am 2. September 1868 ausbrach, standen nur noch vier Nutzbauten und das Backhaus. Der Staatsrat des Kantons Wallis beauftragte daraufhin den Ingenieur Ernest von Stockalper (1838–1919) und den Architekten Joseph de Kalbermatten (1840–1920) mit dem Wiederaufbau. Architekt de Kalbermatten – er hatte am Polytechnikum Zürich bei Gottfried Semper studiert – liess sich bei seinen Plänen von den Wiederaufbauplänen der 1861 durch einen Brand zerstörten Stadt Glarus inspirieren. Typisch für Obergesteln sind schachbrettartig angeordnete Steinbauten mit Steinplattendächern und breite, langgezogene Gassen, um weitere Feuersbrünste zu verhindern.<ref>Roland Flückiger-Seiler: Die Bauernhäuser des Kantons Wallis. Les maisons rurales du Valais. Band 2: Das Wohnhaus in Steinbauweise und die Vielzweckbauten (Val d’Illiez), tome 2, L’habitation en pierre et la maison concentrée (Val d’Illiez). Basel 2000, ISBN 3-907624-13-0. (Die Bauernhäuser der Schweiz, Band 14).</ref> In der Folge des Brandes entstand eine Auswanderungswelle nach Amerika, hier vor allem nach Kalifornien, die bis 1911 anhielt.

Am 25. November 2007 wurde in einer Volksabstimmung eine Fusion der bis anhin selbständigen drei Obergommer Munizipalgemeinden Obergesteln, Oberwald und Ulrichen gutgeheissen. Die neue Gemeinde Obergoms besteht seit dem 1. Januar 2009.

Datei:Goms cross-country skiing.jpg
Obergesteln, von der Sonnenloipe aus gesehen

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 1990 2007
Einwohner 249 242 240 195 209

Naturdenkmal

In Obergesteln steht der wahrscheinlich älteste Baum der Schweiz, eine ca. 700 Jahre alte Lärche. Da die Lärche mit einem Umfang von 7,4 Meter bis in eine Höhe von zirka 20 Meter hohl ist, ist eine Kernbohrung zur genauen Bestimmung des Alters mittels Jahrringen nicht möglich. Das Alter wurde auf Grund von Vergleichen geschätzt.<ref>PRO ABORE | Bauminventar der Schweiz | Michel Brunner – Ältester Baum</ref>

Sehenswürdigkeiten

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Persönlichkeiten

  • Konrad Hallenbarter (* 1953), Wasalaufsieger 1983, geboren und aufgewachsen in Obergesteln
  • Beat Jost (* 1954), Gewerkschafter, Journalist und Walliser Politiker, geboren und aufgewachsen in Obergesteln
  • Martin Werlen (* 1962), Abt des Klosters Einsiedeln (2001–2013), geboren und aufgewachsen in Obergesteln
  • Simon Hallenbarter (1979–2022), Biathlet und dreimaliger Olympiateilnehmer

Literatur

  • Robert Walpen: Obergesteln. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2017.
  • Walter Ruppen: Obergesteln. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstdenkmäler der Schweiz (= Das Obergoms. Band 1). Band 64. Birkhäuser Verlag, Basel 1976, ISBN 3-7643-0728-5, S. 194–213.

Weblinks

Commons: Obergesteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein