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Oberdünzebach

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Oberdünzebach
Stadt Eschwege
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(822)&title=Oberd%C3%BCnzebach 51° 10′ N, 10° 5′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(822) 51° 10′ 2″ N, 10° 4′ 37″ O
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Höhe: 205 (196–230) m ü. NHN
Fläche: 3,55 km²<ref name="Gindex" />
Einwohner: 822 (31. Dez. 2023) HW<ref name="DF">Oberdünzebach. In: Webauftritt. Stadt Eschwege, abgerufen am 11. Juli 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 232 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 37269
Vorwahl: 05651
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Oberdünzebach ist ein Stadtteil von Eschwege im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie

Das Straßendorf Oberdünzebach ist ein Straßendorf am Südostrand des Eschweger Becken im Tal des Dünzbaches.<ref name="lagis" /> Es liegt ca. 2,6 km südöstlich der Stadtverwaltung von Eschwege. Das Gebiet des Stadtteils besteht aus der Gemarkung Oberdünzebach im Südosten des Gemeindegebiets mit einer Fläche von 355 Hektar<ref name="Gindex">Gemarkung Oberdünzebach. In: GEOindex. Abgerufen im Juli 2025.</ref>, davon sind 49 Hektar Wald.<ref name="lagis" /> Die Ortslage befindet sich auf 196 bis 230 m ü. NHN und der höchste Punkt der Gemarkung liegt bei etwa 369 Meter im Süden der Gemarkung. An den Stadtteil Oberdünzebach grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, die Eschweger Kernstadt, im Osten Eschwege-Niederdünzebach und im Süden und Westen wiederum die Kernstadt.

Durch den Ort führt die Landesstraße L 3300, welche die aus dem Norden von Eschwege kommende L 3240 mit der weiter südlich gelegenen Gemeinde Weißenborn verbindet.

Geschichte

Ortsgeschichte

Bei dem 1263 urkundlich erwähnten „Thuncenbach“ handelt es sich vermutlich um Niederdünzebach. Explizit wir Niederdünzebach als inferius Tunzebach im Jahr 1308 in einem Klosterarchiv genannt. Wobei es unklar ist, ob die Spezifizierung schon damals durch Oberdünzebach nötig geworden ist. In den Jahren 1444 und 1471 wird der Ort als wüst bezeichnet.<ref name="lagis" />

Durch die relativ späte Ersterwähnung kann nicht geklärt werde welche Rechte das Eschweger Königsgut an Niederdünzebachn hatte. Vom Spätmittelalter bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches scheinen die Boyneburger die überwiegende Herrschaft über Niederdünzebach ausgeübt zu haben. Der Beginn der Herrschaft scheint durch die Güterübertragung an das Kloster Germerode im Jahr 1272 zu liegen. Im Jahr 1444 belehnt der hessische Landgraf Ludwig die Brüder Heimbrod, Rabe und Reinhard von Boyneburg genannt von Hohenstein u. a. mit den Wüstungen Ober- und Niederdünzebach mit Kirchlehen, Gericht und Rechten. Die genauer Verhältnisse bleiben jedoch ungeklärt. Erst im Grundlagenvertrag zwischen den Landgrafen und denen von Boyneburg wird 1602 die Hochgerichtsbarkeit in Nieder- und Oberdünzebach dem Landgrafen zugesprochen.<ref name="lagis" /> In diesem Vertrag konnte die Landgrafschaft Hessen die peinliche Gerichtsbarkeit für sich gewinnen. Straffällig Gewordene mussten von den von Boyneburg dann nach Eschwege ausgeliefert werden, landgräfliche Beamte hatten in Oberdünzebach weiterhin keine Hoheitsrechte.<ref>Thomas Diehl: Adelsherrschaft im Werraraum: Das Gericht Boyneburg im Prozess der Grundlegung frühmoderner Staatlichkeit (Ende 16. - Anfang 18. Jh.). Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 2010.</ref>

Bezüglich Grundherrschaft und Grundbesitz sind die folgenden Ereignisse belegt:<ref name="lagis" />

  • 1388 wurde im Zinsregister des Frauenklosters St. Augustinus<ref name="Augustkl" /> zu Eschwege Oberdünzebach genannt. St. Cyriacus hatte um 1400 gleichfalls Einkünfte aus dem Ort.
  • 1770 wurde neben den Gütern der Boyneburger auch eine Hufe, die Lenchenshufe genannt, der Hombergk zu Kleinvach aufgeführt. Der Besitz ist seit 1596 belegt.

Im Jahr 1770 war in Oberdünzebach ein Schulhaus vorhanden und für 1910 ist eine einklassige Volksschule dokumentiert.<ref name="lagis" />

Der adlige Ort im Besitz der Herren von Boyneburg gehörte zunächst zum Amt Eschwege und kam 1645 zum landgräflichen Amt Bischhausen.<ref name="lagis" /> Seit 1821 gehörte Oberdünzebach zum Kreis Eschwege. 1933 hatte der Ort 595 Einwohner. Schon damals gehörte Oberdünzebach zum Bereich des Amtsgerichts und Finanzamts Eschwege.

Zum 31. Dezember 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen der bis dahin selbständige Gemeinde auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Kreisstadt Eschwege eingemeindet.<ref name="DEZ-1071">Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 86 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Niederdünzebach wurde, wie für die anderen eingemeindeten ehemals eigenständigen Gemeinden von Eschwege, ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 238 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Eschwege, abgerufen im Juni 2025.</ref>

Gerichte

Die Gerichtsbarkeit über Oberdünzebach wurde im Mittelalter durch die Herren von Boyneburg ausgeübt. Im Jahr 1480 erhielten nach langen Auseinandersetzungen die früher reichsunmittelbaren Ritter die Boyneburg und damit das Gericht Boyneburg als erbliches Lehen der hessen-darmstädter Landgrafen. In einem Vertrag von 1602 wurde festgelegt, dass die peinliche Gerichtsbarkeit den Landgrafen zustand, die niedere Gerichtsbarkeit wurde den von Boyneburg überlassen. In der Landgrafschaft Hessen-Kassel und im Kurfürstentum Hessen war ab 1654 das Amt Bischhausen neben der Verwaltung auch für die peinliche Gerichtsbarkeit in Oberdünzebach zuständig. Das Boyneburgische Justizamt Bischhausen war bis Aussterben der Hessen-Rotenburgischen Linie für die Niedere Gerichtsbarkeit zuständig. Danach wurde dessen Zuständigkeit in die kurhessische Justizämter überführt. Die weitere Zuständigkeit entwickelte sich wie folgt:<ref name="lagis" />

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Oberdünzebach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oberdünzebach 828 Einwohner. Darunter waren 15 (1,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 135 Einwohner unter 18 Jahren, 327 waren zwischen 18 und 49, 216 zwischen 50 und 64 und 153 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 345 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 108 Paare ohne Kinder und 135 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 69 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 234 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1585: 17 Haushaltungen mit etwa 85 Einwohnern
• 1747: 42 Haushaltungen
• 1770: 48 Häuser mit 274 Einwohnern. Gewerbetreibende: 1 Leineweber und Ackermann, 2 Bild Tuchmacher, 1 (Grob) Schmied, 1 Schneider, 6 Tagelöhner, 2 Wirte, 3 Zimmerleute
• 1854: 68 Häuser mit 453 Einwohnern
Oberdünzebach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2023
Jahr  Einwohner
1834
  
410
1840
  
451
1846
  
469
1852
  
490
1858
  
494
1864
  
542
1871
  
500
1875
  
505
1885
  
459
1895
  
446
1905
  
485
1910
  
527
1925
  
543
1939
  
593
1946
  
664
1950
  
680
1956
  
625
1961
  
636
1967
  
672
1970
  
705
1972
  
708
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
828
2023
  
892
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS:<ref name="lagis" />; Stadt Eschwege<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1865: 459 evangelische (= 100 %)
• 1961: 571 evangelische (= 91,21 %), 35 katholische (= 5,59 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Religion

Kirchengebäude<ref name="lagis" />
  • 1732 wird ein Kirchenbau an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet
Bekenntniswechsel<ref name="lagis" />
  • Die Einführung der Reformation erfolgte vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Pfarrzugehörigkeit<ref name="lagis" />
  • 1585 und 1770 wurden die Herren von Boyneburg als Kirchenpatrone genannt.
  • 1770 ist Oberdünzebach ein Filalort von Niederdünzebach, mit dem es auch ansonsten eng verbunden war.

Politik

Für Oberdünzebach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Asmushausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 66,67 %. Alle Kandidaten gehörten der „Freien Wählerliste Oberdünzebach“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Niederdünzebach. In: Votemanager. Stadt Eschwege, abgerufen im Juli 2025.</ref> Der Ortsbeirat wählte Matthias Herzog zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Stadtteil Niederdünzebach. In: Gremienportal. Stadt Eschwege, abgerufen im Juli 2025.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Oberdünzebach.

Im Dorf gibt es eine evangelische Kirche und eine Sporthalle.

Im Ort aktive Vereine sind:

  • Freiwillige Feuerwehr Oberdünzebach
  • Heimatverein Oberdünzebach 1961 e. V.
  • Kinderfestausschuss
  • Landfrauen
  • Schützenverein Oberdünzebach 1954 e. V.
  • VDK-Ortsgruppe Oberdünzebach
  • TSV Oberdünzebach 1911 e. V.
  • Kulturverein Oberdünzebach e. V.

Fußnoten

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Oberdünzebach, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 20. Januar 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Augustkl">Augustinereremitenkloster Eschwege, Gemeinde Eschwege. Klöster und Orden. (Stand: 26. Februar 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 52 und 1068, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Oberdünzebach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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