Nickeltetracarbonyl
Nickeltetracarbonyl ist eine farblose Flüssigkeit. Diese chemische Verbindung gehört zu der Gruppe der Metallcarbonyle. Von besonderer Bedeutung ist Nickeltetracarbonyl bei der Herstellung von Reinstnickel und als Katalysator.
Geschichte
Nickeltetracarbonyl wurde 1890 vom deutsch-englischen Chemiker Ludwig Mond entdeckt.<ref name="Mond">L. Mond; C. Langer; F. Quincke: Action of Carbon Monoxide on Nickel in J. Chem. Soc. Trans. 57 (1890) 749–753.</ref><ref name="Soukup_org">Rolf Werner Soukup: Chemiegeschichtliche Daten organischer Substanzen, Version 2020, S. 119 pdf.</ref>
Gewinnung und Darstellung
Nickeltetracarbonyl bildet sich beim Kontakt von fein verteiltem Nickelpulver mit Kohlenmonoxid ab 60 °C.<ref name="Ullmann">D.E.G. Kerfoot: Nickel, in: Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim 2012; Vorlage:DOI.</ref> Nach seinem Entdecker nennt man diese Synthese auch Mond-Verfahren, das so gewonnene Nickel auch „Mond-Nickel“:
- <math>\mathrm{Ni_{(s)} + 4 \ CO_{(g)} \longrightarrow [Ni(CO)_{4}](g)}</math>
Die Reaktion ist reversibel. Ab 180 °C zerfällt die Verbindung in die Ausgangssubstanzen.<ref name="Ullmann"/>
Chemische Eigenschaften
Nickeltetracarbonyl entzündet sich bei über 60 °C an der Luft. Es reagiert heftig mit Oxidationsmitteln (Explosionsgefahr). Es zersetzt sich oberhalb von ca. 160 °C in elementares Nickel und Kohlenmonoxid. In Nickeltetracarbonyl hat Nickel die in Verbindungen sonst seltene Oxidationszahl 0.
Verwendung
Reinstnickel mit einem Gehalt > 99,9 % wird durch thermische Zersetzung von (destillativ leicht zu reinigendem) Nickeltetracarbonyl dargestellt (siehe Mond-Verfahren). Nickeltetracarbonyl dient vielfach als Grundstoff für metallorganische Ni-Verbindungen, die u. a. als vielseitige Katalysatoren benutzt werden. Die Verbindung dient auch als Katalysator bei der Hydrocarboxylierung.
Sicherheitshinweise
Nickeltetracarbonyl ist akut toxisch und nimmt daher unter den Nickelverbindungen eine Sonderstellung ein. Es wird nicht unter der Begrifflichkeit „Nickel und seine Verbindungen“ subsumiert und verfügte lange Zeit über einen eigenen Grenzwert. In Tierversuchen erwies sich Nickeltetracarbonyl als krebserzeugend (K 2).<ref name="DGUV">Vorlage:Internetquelle</ref> An der Luft kann es sich selbst entzünden (Explosionsgefahr).
Nickeltetracarbonyl hat starke irritative Wirkungen beim Menschen, in Einzelfällen kann eine BK-Nr. 4302 in Betracht kommen. Die erste Liste mit MAK-Werten von 1958 enthielt einen MAK-Wert für Nickeltetracarbonyl in Höhe von 0,7 mg/m3. Dieser wurde 1980 ausgesetzt. Ab 1983 galt bis zu ihrer Aufhebung 1995 eine Technische Richtkonzentration (TRK) in gleicher Höhe. Die Aufhebung erfolgte nach einer Überprüfung der TRK mit dem Ergebnis, dass der Stoff nur noch eine geringe technische Bedeutung hatte.<ref name="DGUV" />
Trivia
Nickeltetracarbonyl ist aufgrund seiner hohen Toxizität auch unter dem Namen liquid death bekannt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references/>
- Wikipedia:Maximale Seitengröße durch Vorlageneinbindungen überschritten
- Wikipedia:Maximale Gesamtgröße der Vorlagenparameter überschritten
- Nickelverbindung
- Carbonylkomplex
- Katalysator
- Kraftstoffzusatz
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 27
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 30