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Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift

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Verschiedene Ausgaben der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift in mehreren Sprachen

Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung (bis 2018: Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, Abkürzung: NWÜ; englisch: New World Translation of the Holy Scriptures, NWT) ist eine von der Wachtturm-Gesellschaft, der gemeinnützigen Verlagsunternehmung der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, herausgegebene Bibelübersetzung. Die erste Ausgabe in englischer Sprache (Neues Testament) wurde 1950 veröffentlicht. Bis heute ist sie aus dem Englischen – nach Angaben der Herausgeber unter getreuer Berücksichtigung der Ursprachen – in über 327<ref name="Aktuelle Sprachanzahl">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Bibeln.] In: jw.org/de. Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. Dezember 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften vor 75 Jahren erstmals veröffentlicht. Heute in über 320 Sprachen verfügbar. In: jw.org. Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania, 1. August 2025, abgerufen am 13. August 2025.</ref> Sprachen weiterübersetzt worden, auch ins Deutsche.<ref name=":0">Vorwort der NWT 2013 in Deutsch. In: Neue-Welt-Übersetzung 2018 Vorwort. Zeugen Jehovas in Deutschland, 1. Januar 2018, abgerufen am 21. Juli 2020.</ref>

Die verschiedensprachigen Derivate der „Neue-Welt-Übersetzung“ werden von den Zeugen Jehovas für die liturgischen und katechetischen Zwecke des Gottesdienstes und für ihr Missionswerk verwendet. Die Bibelübersetzung ist nicht im regulären Buchhandel erhältlich, sondern wird von ihnen in der Öffentlichkeit kostenfrei verbreitet.

Entstehung und Geschichte

Vor der Entstehung der NWÜ verwendeten die Zeugen Jehovas im englischen Sprachraum Übersetzungen wie die King James Version oder die American Standard Version. Im Deutschen war neben der Lutherbibel, die zeitweilig vom eigenen Verlag vertrieben wurde, besonders die Elberfelder Bibel gebräuchlich. Man war aber mit diesen Übersetzungen unzufrieden, da „diese Übersetzungen überwiegend von Geistlichen und Missionaren der Religionsgemeinschaften der Christenheit angefertigt wurden“ und als „mehr oder weniger von den heidnischen Philosophien und den unbiblischen Überlieferungen, die diese Religionsgemeinschaften aus der Vergangenheit übernommen haben, beeinflußt sind, aber auch von den Vorurteilen der Bibelkritik. Zudem standen immer mehr ältere und zuverlässige Bibelhandschriften zur Verfügung.“ Ferner hätten sich die Zielsprachen, „in die die Bibel übersetzt worden ist, im Laufe der Jahre verändert“.<ref name="jv-X">Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes. Selters, 1993, S. 607 ff.</ref> Nathan Homer Knorr, Präsident der Wachtturm-Gesellschaft, schlug im Oktober 1946 vor, zunächst eine neue Übersetzung des Neuen Testaments anzufertigen. Die Übersetzung erfolgte vom 2. Dezember 1947 bis zum 3. September 1949.

Die englische Neue-Welt-Übersetzung der christlichen griechischen Schriften (Neues Testament) wurde am 2. August 1950 veröffentlicht. Der hebräische Teil der Neue-Welt-Übersetzung (Altes Testament) wurde bis 1960 in sechs Teilen in englischer Sprache herausgegeben. 1961 folgte eine Gesamtausgabe der Bibel in einem Band. 1984 und 2013 gab es Revisionen des englischen Textes.

Die Übersetzer gaben 1969 eine englische Interlinearübersetzung des Neuen Testaments heraus, die Kingdom Interlinear Translation of the Greek Scriptures. Eine zweite Ausgabe folgte 1985. Diese bietet in der oberen Zeile den griechischen Text von The New Testament in the Original Greek, in der Mitte eine wörtliche Zwischenübersetzung und unten die Wiedergabe der englischen New World Translation. Diese Ausgabe wird auch in der App der Organisation kostenfrei angeboten.

Die Grundlage der englischen Übersetzung des Alten Testaments ist der hebräische Text der Biblia Hebraica von Rudolf Kittel (Ausgaben 1951 bis 1955). Hinzugezogen wurden sowohl die Biblia Hebraica Stuttgartensia als auch die Biblia Hebraica Quinta.<ref>Anhang A3 „Wie uns die Bibel überliefert wurde“ in "Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung". In: Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. Abgerufen am 5. April 2022.</ref> Für den griechischen Text des Neuen Testaments wurde The New Testament in the Original Greek von Brooke Foss Westcott und Fenton John Anthony Hort von 1881 verwendet. Hinzugezogen wurden der Text des Novum Testamentum Graece von Erwin Nestle und Kurt Aland und die Textausgabe der United Bible Societies.<ref>Anhang A3 „Wie uns die Bibel überliefert wurde“ in "Die Bibel. Neuen-Welt-Übersetzung". In: Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. Abgerufen am 5. April 2022.</ref>

Die Übersetzer der ursprünglichen englischen Fassung sowie auch aller weiteren Sprachen bleiben ungenannt, da sie wünschen, „dass alle Ehre Jehova Gott, dem Urheber seines inspirierten Wortes, zukomme“.

2021 war die Vollausgabe der Neue-Welt-Übersetzung in 123 Sprachen und das Neue Testament in weiteren 55 Sprachen erhältlich; die Gesamtauflage betrug über 238 Millionen Exemplare.<ref>Mit der Veröffentlichung der Bibelübersetzung in Mosambik erreichen Jehovas Zeugen einen Meilenstein. Neue-Welt-Übersetzung jetzt in 200 Sprachen verfügbar. In: Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. Abgerufen am 5. April 2022.</ref> Im Juli 2024 stand die NWÜ als Teil- oder Gesamtausgabe in 300 Sprachen zur Verfügung.<ref>Aktueller Lagebericht der Leitenden Körperschaft, Nr. 5 (2024). In: Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. Abgerufen am 3. August 2024.</ref>

Herausgeber sind die „Watchtower Bible and Tract Society of New York, Inc.“ und die „Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania“.<ref>Titelseite / Impressum Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung (Studienausgabe). Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania, abgerufen am 5. April 2022.</ref>

Deutsche Ausgaben

Datei:Neue-Welt-Übersetung 2018.jpg
Die Bibel Neue-Welt-Übersetzung Ausgabe 2018

Für den deutschsprachigen Raum ist der verantwortliche Herausgeber die „Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft“ in Selters/Taunus. Die deutsche Ausgabe ist nach Angaben der Herausgeber Übersetzt nach der revidierten NEW World Translation (2013).<ref name="nwü">Zeugen Jehovas in Deutschland: Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung. Hrsg.: Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania 200, New York, U.S.A. Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Selters/Ts., 2018, ISBN 978-3-95620-086-1 (cloudfront.net [PDF; 48,0 MB]).</ref> Folgende deutschsprachigen Ausgaben und Revisionen sind bisher erschienen:

  • 1934: Die Heiligen Schriften (Magdeburger Bibel), vollständige Bibel, gedruckt in Magdeburg in den Niederlassungen der Watch Tower Society.<ref>Die Magdeburger Bibel – ein wiederentdeckter Schatz. In: Jw.org. 2023, abgerufen am 15. März 2026.</ref>
  • 1963: 27 Bücher der Christlichen Griechischen Schriften (Neues Testament). Der Text beruht auf der englischen Ausgabe 1961.
  • 1971: gesamte Bibel mit überarbeiteten Griechischen Schriften, beruht auf der englischen Ausgabe 1970.
  • 1985: Ausgabe mit mehr als 125.000 Querverweisen, beruht auf der englischen Ausgabe 1984.
  • 1986: Studienausgabe, beruhend auf dem Text von 1984. Kleinere Textveränderungen (Beispiel: Jesaja 11,6) wurden nachträglich in den Text der offiziellen Revision von 1986 aufgenommen.<ref name="nwü" /><ref>Der Wachtturm. 15. September 1991, S. 31.</ref><ref>Ina Müller (Hrsg.): Heidemarie Salevsky: Aspekte der Translation: ausgewählte Beiträge zur Translation und Translationswissenschaft. Peter Lang, 2009, ISBN 978-3-631-58186-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
  • 2018: Erste deutsche Ausgabe mit dem geänderten Titel Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung. Ausgabe in moderner Sprache und mit leicht verständlichen Formulierungen. Der Text beruht auf der englischen Ausgabe August 2013.<ref name="nwü" />
  • 2019: Erste deutsche Ausgabe mit dem geänderten Titel Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung (Studienausgabe). Studienausgabe urtexttreu, in moderner Sprache und mit leicht verständlichen Formulierungen. Im Vergleich zur einfachen Neue-Welt-Übersetzung rund 60 Seiten dicker, mit mehr Anmerkungen zum Urtext und Quellen. Der Text beruht auf der englischen Ausgabe August 2013.<ref></ref>

Konkordanz

Zur Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift ist von der Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft eine umfassende Konkordanz veröffentlicht worden, englisch 1973, deutsch 1989. Die Bibelkonkordanz beinhaltet über 340.000 Belegstellen zu fast 19.900 Stichwörtern.<ref>Umfassende Konkordanz zur Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift. Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, 1989, S. 5.</ref>

Merkmale

Datei:Neue-Welt-Übersetzung (Innenseite).jpg
Textbeispiel der deutschsprachigen Ausgabe von 1996

Die Neue-Welt-Übersetzung (vor der Revision 2013/18) ist eine sinntreue, bevorzugt strukturtreue Bibelübersetzung, ähnlich wie die Menge-Bibel 2020 und die Herder-Bibel. Die Übersetzer erheben den Anspruch, dass es sich um eine „genaue, zum großen Teil wörtliche Übersetzung aus den Ursprachen unter Berücksichtigung der englischen Ausgabe“ handele. Sie ist nach Ansicht der Herausgeber „keine freie Wiedergabe, bei der die Übersetzer Einzelheiten, die ihnen als unwichtig erscheinen, weglassen und Gedanken, von denen sie meinen, sie könnten hilfreich sein, hinzufügen“.<ref>Wachtturm Bibel und Traktat Gesellschaft; Unterredungen anhand der Schriften. Selters 1985; S. 312.</ref> Nach Ansicht der Zeugen Jehovas hielten sich die Übersetzer „genau an den Grundtext“.<ref>Wachtturm Bibel und Traktat Gesellschaft; Unterredungen anhand der Schriften. Selters 1985, S. 314.</ref>

Nach eigenen Angaben hat das Übersetzungskomitee der Neue-Welt-Übersetzung der englischen Auflage von 2013 (Deutsch 2018) besonderen Wert darauf gelegt, dass beim Übersetzen des Textes erstens eine moderne, verständliche Sprache verwendet wurde, zweitens biblische Begriffe verdeutlicht werden, drittens ein angenehmer Lesefluss ermöglicht wird und viertens das Geschlecht von Personengruppen korrekt wiedergegeben wird, d. h. auch wenn die Wörter in griechischer und hebräischer Sprache maskulin sind, wird sich, der jeweiligen Grammatik folgend, auf beide Geschlechter bezogen.<ref>Anhang A2 „Merkmale dieser Revision“ in "Die Bibel. Neuen-Welt-Übersetzung". In: Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. Abgerufen am 5. April 2022.</ref>

Die Kapitel- und Verseinteilung richtet sich nach der englischen King-James-Version und weicht damit an einzelnen Stellen von den verschiedenen im deutschen Sprachraum gebräuchlichen Einteilungen ab.

Ähnlich wie viele protestantische Übersetzungen enthält die NWÜ nicht die deuterokanonischen Schriften des Alten Testaments.

Die Verwendung von „Jehova“ als Name Gottes

Die Neue-Welt-Übersetzung verwendet für den Eigennamen des biblischen Gottes JHWH (Tetragrammaton) den Namen „Jehova“. Jehova wird an 7216 Stellen des Textes (AT und NT) wiedergegeben. Die Übersetzer weisen darauf hin, dass die genaue historische Aussprache des Tetragramms derzeit nicht exakt rekonstruierbar sei.

Die Verwendung im Alten Testament

Die Übersetzer setzten im Text des AT an 6828 Stellen die Lesart Jehova ein, wo in der Biblia Hebraica Stuttgartensia und der Biblia Hebraica von Rudolf Kittel יהוה vorkommt.

Des Weiteren fügten sie den Gottesnamen an 133 der 134 Stellen ein, die die Masoreten als unzulässige Veränderung des Tetragrammatons in Adonaj durch die jüdischen Soferim auflisteten. Sie folgten außerdem dem Bibelgelehrten Christian David Ginsburg, der acht Stellen identifizierte, an denen die Soferim ihn durch Elohim ersetzt hatten. Schließlich fügten sie den Namen gemäß der Lesart der Septuaginta an drei Stellen ein, was konform zu den Fußnoten der Biblia Hebraica ist.

Die Verwendung im Neuen Testament

Die Übersetzer verwendeten bei ihrer Arbeit textkritische Ausgaben des griechischen Neuen Testaments, in denen der Name Gottes „Jehova“ oder „Jahwe“ nicht zu finden ist (siehe auch JHWH im Neuen Testament). Lediglich in Offenbarung 19 findet sich die Kurzform des Namens an vier Stellen im Wort Hallelujah, was „Preist Jah“ bedeutet.

JHWH oder dessen Lesarten sind in den erhaltenen Manuskripten des Neuen Testaments nicht überliefert. Jehova wurde an 237 Stellen eingefügt, überwiegend bei Zitaten aus dem Alten Testament, die das Tetragrammaton enthalten. Ihre Vorgehensweise begründen die Übersetzer mit einigen Papyrusfunden, die belegen, dass das Tetragrammaton in der Septuaginta Verwendung fand (zum Beispiel Papyrus Fouad 266).<ref>Jason BeDuhn kritisiert diese Vorgehensweise als eine Harmonisierung. “This problem arises, because the Bible itself is not consistent in the way all of this translators want it to be. The Old Testaments authors regularly use ‘Jehovah’ as God’s personal name and the New Testament authors never do so. To cover over this inconsistency, translators harmonize the two testaments, that is, they make them read the same though originally they do not. To harmonize the bible is to change one part to make it match another. This ist not a legitimate part of a translator’s task.” Truth in Translation. S. 170.</ref>

Der Name „Jehova“ wurde darüber hinaus an Stellen eingefügt, bei denen nicht aus dem Alten Testament zitiert wird, zum Beispiel in 2. Korinther 3:14-18, in Epheser 2:19-22 und an weiteren Stellen. Die Übersetzer begründen dies vor allem mit hebräischen Übersetzungen des Neuen Testamentes, sogenannten „J texts“. Bei diesen Übertragungen aus dem Griechischen ins Hebräische<ref>Kingdom Interlinear Translation; Watch Tower Bible and Tract Society, Brooklyn 1985; S. 13, 14.</ref> haben die Übersetzer die im griechischen Text vorhandenen Wörter für „Herr“ (κύριος Kyrios) und „Gott“ (Θεός Theos) in Bezug auf JHWH mit dem Tetragrammaton wiedergegeben. Die NWÜ zitiert also an diesen Stellen andere Übersetzungen und nicht den Bibeltext.<ref>“What the NW editors are actually doing in these notes is citing other translations. … This kind of citation of another translation does not prove anything; it merely indicates how the choice of the translator is similar to that made by another translator at some time. It supports the choice without decidedly settling the translation issue.” Jason BeDuhn: Truth in Translation, S. 172. Deutsche Übersetzung: „Die Herausgeber der NWÜ zitieren in diesen Fällen andere Übersetzungen. … Die Übernahme einer anderen Übersetzung beweist jedoch gar nichts, es zeigt nur, dass die Entscheidungen des Übersetzers an der Stelle ähnlich ist, wie die Übersetzung, die von einem anderen Übersetzer irgendwann getroffen wurde“. BeDuhn merkt in Fußnote 7 zu einer der verwendeten Übersetzungen (J2), die in einer Handschrift aus dem 14. Jahrhundert vorliegt, an, die Quelle und Datierung dieser Übersetzung sei unklar; sie könnte aus einer lateinischen Übersetzung herstammen oder sogar von einer arabischen Übersetzung einer lateinischen Übersetzung, also in hohem Maße abgeleitet. Es sei nicht klug, zu viel Gewicht auf deren Beweiskraft zu legen, insbesondere da es sich nicht einmal um ein griechisches Manuskript des Neuen Testament handele.</ref> Außerdem haben sie nicht überall, wo in J-Texten יהוה vorkommt, auch Jehovah eingesetzt, zum Beispiel in 1. Petrus 2,3<ref>Siehe Abbildung aus J-14.</ref> oder 1. Petrus 3,15.<ref>zum Beispiel in J-20: www.tetragrammaton.org</ref>

Kritik

Kritik an den englischsprachigen Ausgaben

Bruce Metzger, ein emeritierter Professor am Theologischen Seminar der Princeton University und ehemals Vorstand der American Bible Society, meint, dass die Übersetzung bestimmter Passagen in der englischsprachigen Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift einseitig die Lehren und Praktiken der Zeugen Jehovas begünstige.<ref name="pentonbible">M. James Penton: Apocalypse Delayed: The Story of the Jehovah’s Witnesses. 2. Auflage. University of Toronto Press, Toronto u. a. 1997, ISBN 0-8020-7973-3, S. 174–176.</ref><ref></ref><ref>Ron Rhodes: The Challenge of the Cults and New Religions: The Essential Guide to Their History, Their Doctrine, and Our Response. Zondervan, Grand Rapids, MA 2001, ISBN 0-310-23217-1, S. 94.</ref><ref>Bruce M. Metzger: Jehovah’s Witnesses and Jesus Christ. In: Theology Today. April 1953, S. 74. oder Metzger: The New World Translation of the Christian Greek Scriptures. In: The Bible Translator. Juli 1964.</ref> Harold H. Rowley kritisierte 1953 die Vorabveröffentlichung des ersten Bandes der englischen Fassung ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) als ein glänzendes Beispiel dafür, wie die Bibel nicht übersetzt werden sollte ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref>H.H. Rowley: How Not To Translate the Bible. In: The Expository Times. 1953, S. 41 u. 65.</ref> Andererseits urteilte der Bibelwissenschaftler Jason BeDuhn von der Northern Arizona University in seiner Studie über die neun meistbenutzten Bibeln in der englischsprachigen Welt, dass die NWÜ zwar nicht frei von Einseitigkeiten, aber dennoch „die genaueste der verglichenen Übersetzungen“<ref>Jason BeDuhn: Truth in Translation: Accuracy and Bias in English Translations of the New Testament. University Press of America, Lanham, MD 2003, ISBN 0-7618-2556-8, S. 163.</ref> und eine „bemerkenswert gute Übersetzung“ sei.<ref>Jason BeDuhn: Truth in Translation: Accuracy and Bias in English Translations of the New Testament. University Press of America, Lanham, MD 2003, ISBN 0-7618-2556-8, S. 165.</ref> Benjamin Kedar von der Hebrew University of Jerusalem beschrieb die NWÜ als ein Werk, das „ehrliches Bemühen um ein möglichst genaues Textverstehen erkennen lässt“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref>All Scripture Is Inspired of God and Beneficial. 1990, S. 326.</ref>

Metzger urteilt, dass man im Ganzen einen einigermaßen guten Eindruck von der wissenschaftlichen Befähigung der Übersetzer bekomme, kritisiert im Fortgang aber die Einfügung des Namens „Jehova“ im Neuen Testament, der in den griechischen Handschriften nicht existiert.<ref>Jehovah’s Witnesses. In: G. Hébert (Hrsg.): The New Catholic Encyclopedia. Band 7. Gale 2005, S. 751.</ref><ref>Bruce M. Metzger: The New World Translation of the Christian Greek Scriptures. In: The Bible Translator. Band 15, Nr. 3, Juli 1964, S. 150–153 (UBS).</ref> Die Wachtturmgesellschaft gibt an, der Gottesname sei auf einer vernünftigen Basis „wiederhergestellt“ worden, insbesondere an Stellen, an denen die Abschreiber des Neuen Testaments bei der Wiedergabe von Stellen aus dem Alten Testament, die das Tetragrammaton enthielten, kyrios („Herr“) schrieben.<ref>God’s Name and the New Testament. In: Watch Tower Bible & Tract Society (Hrsg.): The Divine Name That Will Endure Forever. 1984, S. 23, 27.</ref> Sie sehen sich durch Bibelwissenschaftler wie George Howard<ref></ref> und R. B. Girdlestone unterstützt.<ref>R. B. Girdlestone: Girdlestone’s Synonyms of the Old Testament. Hendrickson, Peabody, MA 2000, ISBN 1-56563-558-2.</ref><ref></ref> Howard distanzierte sich jedoch am 8. Juli 1988 brieflich von den Überlegungen der Zeugen Jehovas: „Die Zeugen Jehovas machten zu viel aus meinen Artikeln. Ich unterstütze ihre Theorien nicht.“<ref>“The Jehovah Witnesses have made too much out of my articles. I do not support their theories.” Raymond Franz: Auf der Suche nach christlicher Freiheit. Hamburg 2005, ISBN 3-00-015952-5, S. 641.</ref>

Kritik an den deutschsprachigen Ausgaben

Die evangelische Deutsche Bibelgesellschaft bespricht die deutschsprachige Ausgabe von 1986. Sie beschreibt den Sprachstil der Neue-Welt-Übersetzung als „unschönes Übersetzungsdeutsch mit gespreizten Wendungen“ und den Übersetzungstyp als „philologisch mit starkem Einschlag von Wörtlichkeit, sprach- und sinnwidrige Übergenauigkeiten in der Wiedergabe (unbestimmter statt bestimmter Artikel, Wiedergabe der Verbformen im AT)“. An den Kommentierungen bemängelt sie, dass diese „ohne Kenntnis der biblischen Sprachen kaum verstanden oder richtig bewertet werden können“, und bezeichnet die NWÜ im Gesamturteil als „auf weite Strecken genaue, aber im Sinn der Sonderlehren der Zeugen Jehovas tendenziöse Übersetzung“.<ref>Webseite der deutschen Bibelgesellschaft zum Thema Neue-Welt-Übersetzung. Druckversion: Hellmut Haug: Deutsche Bibelübersetzungen. Das gegenwärtige Angebot. Information und Bewertung. Erweiterte Neuausgabe. 2., erweiterte Auflage. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1993, S. 34–35.</ref>

Das Handbuch Bibelübersetzungen von Monika und Rainer Kuschmierz bespricht die deutschsprachige Ausgabe von 1986. Es kritisiert, dass durchgehend ältere Urtextausgaben verwendet wurden (Kittels Biblia Hebraica, 7.–9. Auflage, Westcott/Hort von 1881). „Die ‚Neue-Welt-Übersetzung‘ (NWÜ) dient in erster Linie dazu, die Sonderlehren der Zeugen Jehovas zu legitimieren. Zu den Besonderheiten: In weiten Teilen ist sie eine sehr formgetreue Übersetzung; an wichtigen Stellen weicht sie jedoch aus theologischen Gründen bewußt vom Grundtext ab und wird zu einer eindeutig tendenziösen Übersetzung.“<ref>Monika und Rainer Kuschmierz: Handbuch Bibelübersetzungen. Von Luther bis zur Volxbibel. R. Brockhaus, Wuppertal 2007, S. 67.</ref> Das Autorenduo zieht folgendes Fazit: „Die ‚Neue-Welt-Übersetzung‘ ist eine äußerst tendenziöse Übersetzung und sollte, wenn überhaupt, dann nur mit großer Vorsicht gelesen werden.“<ref>Handbuch Bibelübersetzungen, S. 69.</ref>

1973 bespricht Kurt Weber noch die Fassung des Neuen Testaments von 1963. Zusammenfassend kommt er zu dem Schluss: „Trotz ‚möglichst buchstäblicher‘ Übersetzung finden sich Sinnveränderungen. Dies nicht nur aus den bei der ‚konkordanten Übersetzung‘ erwähnten Gründen. Hier sind die Abweichungen vor allem darauf zurückzuführen, dass die Irrlehren der Zeugen Jehovas gestützt werden sollen.“<ref>Kurt Weber: Bibelübersetzungen unter der Lupe. Handbuch für Bibelleser. 2. Auflage. Hermann Schulte, Wetzlar 1973, S. 95ff.</ref>

1983 bespricht Samuel Brügger die deutschsprachige Ausgabe von 1971.<ref>Samuel Brügger: Die deutschen Bibelübersetzungen des 20. Jahrhunderts im Sprachwissenschaftlichen Vergleich. Studien zum Metapherngebrauch in den Verdeutschungen des Neuen Testaments (= Europäische Hochschulschriften. Reihe I, Deutsche Sprache und Literatur. Band 707). Peter Lang, Bern u. a. 1983, S. 202–211.</ref> Er bemerkt, dass diese Bibelausgabe zwei Vorlagen habe, eine englischsprachige von 1970 und erst in zweiter Linie den Urtext.<ref>Samuel Brügger: Die deutschen Bibelübersetzungen des 20. Jahrhunderts, S. 203.</ref> Brügger kritisiert das tabellarische Verzeichnis über die Entstehung der biblischen Bücher, „das behaftet ist mit allen Mängeln und Ungenauigkeiten, welche die schematische Vereinfachung komplizierter Sachverhalte in jedem Fall in sich einschließt.“<ref>Samuel Brügger: Die deutschen Bibelübersetzungen des 20. Jahrhunderts, S. 204.</ref> Seine Gesamteinschätzung lautet: „Obwohl die Neue-Welt-Übersetzung scheinbar eine wörtlich genaue Übersetzung ist, werden doch vor allem Termini Techniki so geschickt verändert, dass sie der Lehre dieser Sekte nicht widersprechen. Einheitliche, konkordante, ja in manchen Fällen sogar interlineare Übersetzungsweise wird hier zum scheinbaren Beweis missbraucht, die Lehre der Zeugen Jehovas mit der Bibel als völlig übereinstimmend darzustellen. Da die Wörter zweier Sprachen sich nur äusserst selten in ihrem Bedeutungsumfang vollständig decken, ist auch in einer wörtlichen Übersetzung noch genügend Spielraum für Interpretation und Verfälschung, was in dieser Bibelausgabe deutlich wird.“<ref>Samuel Brügger: Die deutschen Bibelübersetzungen des 20. Jahrhunderts, S. 210.</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

Literatur

Zur englischen Ausgabe

Zur deutschen Ausgabe

  • Kurt Weber: Bibelübersetzungen unter der Lupe. Handbuch für Bibelleser. 2. Auflage. Hermann Schulte, Wetzlar 1973.
  • Samuel Brügger: Die deutschen Bibelübersetzungen des 20. Jahrhunderts im sprachwissenschaftlichen Vergleich. Studien zum Metapherngebrauch in den Verdeutschungen des Neuen Testaments (= Europäische Hochschulschriften. Reihe I, Deutsche Sprache und Literatur. Band 707). Peter Lang, Bern u. a. 1983.
  • Hellmut Haug: Deutsche Bibelübersetzungen. Das gegenwärtige Angebot. Information und Bewertung. 2., erweiterte Neuausgabe. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1993.
  • Monika und Rainer Kuschmierz: Handbuch Bibelübersetzungen. Von Luther bis zur Volxbibel. R. Brockhaus, Wuppertal 2007.

Weblinks

Commons: Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien