Natriumcyanid
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Na+-Ion Cyanid-Ion | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Natriumcyanid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | NaCN | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloses, kristallines Pulver mit schwach bittermandelartigem Geruch<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 49,01 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Dichte |
1,6 g·cm−3<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
563 °C<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
1496 °C<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Dampfdruck |
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| Löslichkeit |
gut löslich in Wasser (580 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| MAK |
DFG/Schweiz: 3,8 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref name="GESTIS" /><ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 143-33-9 bzw. Natriumcyanid)Vorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Toxikologische Daten |
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| Thermodynamische Eigenschaften | ||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−87,5 kJ/mol<ref name="CRC90_5_20">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-20.</ref> | |||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Natriumcyanid ist das Natriumsalz der Blausäure (HCN). Bei Raumtemperatur ist es ein farbloses, hygroskopisches kristallines Pulver, das leicht bittermandelartig riecht. Es gilt als hochgiftig. In Gegenwart von Säuren zersetzt es sich unter Freisetzung des ebenfalls hochtoxischen Gases Blausäure.
- NaCN + H2SO4 → HCN + NaHSO4
Darstellung
Im Labor lässt es sich über zwei Reaktionen in kleinem Maßstab synthetisieren:
- <math>\mathrm{6\,HCl + K_3[Fe(CN)_6] \longrightarrow 6\,HCN + FeCl_3 + 3\,KCl}</math>
Die mithilfe von Säure freigesetzte Blausäure wird dann (als Gas) in Natronlauge eingeleitet, wobei sie zum Natriumsalz neutralisiert:
- <math>\mathrm{HCN + NaOH \longrightarrow NaCN + H_2O}</math>
Natriumcyanid wird auch durch Neutralisation von Blausäure mit Natronlauge nach dem Andrussow-Verfahren gewonnen. Ausgangsstoffe für die Synthese sind Methan, Ammoniak und Sauerstoff.
- <math>\mathrm{2\,CH_4 + 2\,NH_3 + 3\,O_2 \longrightarrow 2\,HCN + 6\,H_2O + 960\,kJ}</math>
- Methan, Ammoniak und Sauerstoff reagieren bei ≈1500 °C und Anwesenheit von Platin bzw. Rhodium-Katalysatoren zu Blausäure und Wasser.
Die nachfolgende Neutralisation ergibt Natriumcyanid.
- <math>\mathrm{HCN + NaOH \longrightarrow NaCN + H_2O}</math>
- Blausäure und Natronlauge ergeben Natriumcyanid und Wasser.
Früher wurde Natriumcyanid nach dem Castner-Kellner-Verfahren durch Reaktion von geschmolzenem Natrium mit Ammoniak zu Natriumamid und durch Glühen von Natriumamid mit Kohle gewonnen:<ref name="howi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 912.</ref>
- <math>\mathrm{2 \ Na \ +\ 2 \ NH_3 \longrightarrow \ 2 \ NaNH_2 \ + \ H_2 }</math>
- <math>\mathrm{ 2 \ NaNH_2 \ \xrightarrow [-2 \ H_2] {+C}\ \ Na_2CN_2 \ \xrightarrow {+C} \ 2 \ NaCN}</math>
Eigenschaften
Natriumcyanid ist sehr giftig. Es ist stark fischgiftig (siehe Cyanidfischerei) und belastet in größeren Mengen das Ökosystem. Es zersetzt sich in warmer wässriger Lösung langsam zu Natriumformiat und Ammoniak.
Verwendung
Natriumcyanid wird zusammen mit Kaliumcyanid zur Gewinnung von Gold, Silber und anderen Metallen (Cyanidlaugerei) verwendet.<ref>Erwin Riedel: Anorganische Chemie. 5. Auflage, de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017439-1, S. 731–732.</ref>
In der Galvanotechnik wird es für verschiedene cyanidische Bäder genutzt,<ref>C. F. Burgess, L. F. Richardson: Die Verwendung von Cyankalium für galvanische Bäder. In: Angew. Chem., Bd. 27, 1914, S. 211–212; doi:10.1002/ange.19140273002.</ref> so zum Beispiel cyanidische Kupfer-, Messing-, Bronze-, Zink-, Cadmium- und Goldbäder.
Bei der Metallbearbeitung kommt geschmolzenes Natriumcyanid zum Härten bestimmter Stahlsorten (Einsatzstähle) zum Einsatz.<ref name="Jan Hoinkis">Jan Hoinkis: Chemie für Ingenieure. John Wiley & Sons, 2015, ISBN 978-3-527-68456-4, S. 154 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Die Organische Chemie nutzt Natriumcyanid zur Synthese von Nitrilen, wie Decannitril (Kolbe-Nitrilsynthese).<ref name="Kurt Peter C. Vollhardt, Neil Eric Schore">Kurt Peter C. Vollhardt, Neil Eric Schore: Organische Chemie. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 3-527-32754-1, S. 1058 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Sicherheitshinweise
Es ist darauf zu achten, dass Natriumcyanidstaub und -dämpfe nicht eingeatmet werden. Behälter müssen dicht geschlossen sein sowie kühl und trocken gelagert werden.
Zersetzung
Da Natriumcyanid auf Lebewesen stark toxisch wirkt (siehe Cyanidvergiftung), darf es auf keinen Fall über das Abwasser in die Umwelt gelangen, sondern muss in einer Abwasserbehandlungsanlage vollständig oxidiert werden. Dies kann auf die folgenden vier Weisen geschehen:
- Durch Behandlung mit Natriumhypochlorit (NaClO) nach folgender Gleichung:
- <math>\mathrm{2\,NaCN + 5\,NaClO + 2\,NaOH \longrightarrow 2\,Na_2CO_3 + N_2 + 5\,NaCl + H_2O}</math>
- Das Behandeln mit Natriumhypochlorit hat den Nachteil, dass der AOX-Wert des Abwassers stark ansteigt.
- Durch Zugabe von Wasserstoffperoxid (H2O2).
- Durch Behandlung mit Ozon (O3).
- Durch Oxidation an Kohle- oder Platinanoden mit Hilfe von Gleichstrom.
Ziel der Entgiftung ist eine vollständige Zersetzung des Natriumcyanids in Kohlendioxid und Stickstoff.
Nachweis von Cyanidionen
Zu einer alkalischen Cyanidlösung wird im Unterschuss Eisen(II)-sulfat-Lösung zugegeben. Sind Cyanidionen vorhanden, dann bildet sich nach dem Ansäuern und Zugabe von Eisen(III)-chlorid-Lösung Berliner Blau.<ref>Jander, Blasius, Strähle: Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum, 14. Auflage. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-7776-0672-9, S. 356–357.</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Ätzender Stoff (metallkorrosiv)
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Cyanid
- Natriumverbindung