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Natriumdichromat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Na2Cr2O7)
Strukturformel
2  Natriumion  Dichromation
Allgemeines
Name Natriumdichromat
Andere Namen
  • Rotes chromsaures Natrium
  • Doppeltchromsaures Natrium
  • Natriumpyrochromat
  • Natriumbichromat
Summenformel Na2Cr2O7
Kurzbeschreibung

orangerote, geruchlose, hygroskopische Kristallnadeln<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 234-190-3
ECHA-InfoCard 100.031.070
PubChem 25408
ChemSpider 23723
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 261,97 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,5 g·cm−3 <ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

356,7 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

400 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

sehr gut in Wasser (2355 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.031.070">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​301​‐​312​‐​330​‐​314​‐​317​‐​334​‐​340​‐​372​‐​350​‐​360FD​‐​410
P: 201​‐​273​‐​280​‐​301+330+331​‐​302+352​‐​304+340​‐​305+351+338​‐​308+310<ref name="GESTIS" />
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: krebs­erzeugend, erbgut­verändernd, fortpflanzungs­gefährdend (CMR)<ref name="SVHC_100.031.070">Eintrag in der SVHC-Liste der Europäischen ChemikalienagenturVorlage:Abrufdatum</ref>; zulassungs­pflichtig<ref name="Zulassungspflicht_100.031.070">Eintrag im Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe der Europäischen ChemikalienagenturVorlage:Abrufdatum</ref>

MAK

Schweiz: 5 μg·m−3 (berechnet als Chrom)<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach Chrom(VI)-Verbindungen)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Natriumdichromat (Na2Cr2O7) ist das Natriumsalz der nur in wässriger Lösung bekannten Dichromsäure (H2Cr2O7) und zählt zu den Dichromaten. Es kristallisiert auch als Dihydrat (Na2Cr2O7 · 2 H2O) aus. Das Salz ist giftig.

Gewinnung und Darstellung

Datei:Dichroman sodný.JPG
Kristalle von Natriumdichromat

Natriumdichromat wird im großen Maßstab aus Erzen mit Chrom(III)-oxid gewonnen. Das Erz wird mit Basen (in der Regel Natriumcarbonat) bei hohen Temperaturen in Anwesenheit von Sauerstoff behandelt:

<math>\mathrm{2 \ Cr_2O_3 + 2 \ Na_2CO_3 + 3 \ O_2 \rightarrow 2 \ Na_2Cr_2O_7 + 2 \ CO_2}</math>

Reaktionen in wässriger Lösung

Die wässrige Lösung reagiert sauer, da sich ein Chromat-Dichromat-Gleichgewicht einstellt und zum großen Teil Hydrogenchromat-Anionen (HCrO4) gebildet werden. Das Hydrogenchromat-Anion reagiert als Säure:

<math>\mathrm{Cr_2O_7^{2-}\ +\ H_2O\rightleftharpoons\ 2\ HCrO_4^-}</math>
<math>\mathrm{HCrO_4^-\ +\ H_2O\rightleftharpoons\ CrO_4^{2-}\ +\ H_3O^+}</math>

Da durch die Autoprotolyse des Wassers immer OH-Ionen und H3O+-Ionen vorhanden sind stellen sich mehrere Gleichgewichte ein:

<math>\mathrm{Cr_2O_7^{2-}\ +\ H_3O^+\rightleftharpoons\ HCr_2O_7^-\ +\ H_2O}</math>
<math>\mathrm{HCrO_4^-\ +\ H_2O\rightleftharpoons\ CrO_4^{2-}\ +\ H_3O^+}</math>
<math>\mathrm{HCrO_4^-\ +\ H_3O^+\rightleftharpoons\ H_2CrO_4\ +\ H_2O}</math>
<math>\mathrm{2\ H_2CrO_4\rightleftharpoons\ HCr_2O_7^-\ +\ H_3O^+}</math>

Verwendung

Es findet häufige Verwendung in der Metalloberflächenbehandlung (Korrosionsinhibitor), zur Holz-Imprägnierung und unter anderem zur Herstellung von Korrosionsschutzpigmenten verwendet<ref>Patent DE 2707486C2</ref>, wobei ein Gleichgewicht aus Natriumdichromat und Natriumchromat gebildet wird. Weiterhin wird es in der chemischen Industrie als Oxidationsmittel für organische Syntheseprozesse verwendet, beispielsweise zur Synthese von Anthrachinon.<ref>Skript Uni Mainz</ref>

Sicherheitshinweise und gesetzliche Regelungen

Natriumdichromat ist sehr giftig, brandfördernd und umweltgefährlich.<ref name="GESTIS" /> Es wurde im Oktober 2008 aufgrund seiner Einstufung als krebserzeugend (Carc. 1B), mutagen (Muta. 1B) und reproduktionstoxisch (Reprod. 1B) in die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe (Substance of very high concern, SVHC) aufgenommen.<ref name="SVHC_100.031.070" /> Im April 2013 wurde Natriumdichromat danach in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe mit dem Ablauftermin für die Verwendung in der EU zum 21. September 2017 aufgenommen.<ref name="Zulassungspflicht_100.031.070" /><ref name="Verordnung (EU) Nr. 348/2013">Verordnung (EU) Nr. 348/2013Vorlage:Abrufdatum</ref> Als Chrom(VI)-Verbindung unterliegt Natriumdichromat außerdem den Beschränkungen im Anhang XVII, Nummer 47 und 72 der REACH-Verordnung (in Deutschland umgesetzt durch die Chemikalien-Verbotsverordnung).<ref name="beschränkte_stoffe">ECHA: Liste der beschränkten Stoffe – Anhang XVII der REACH-Verordnung, abgerufen am 5. September 2020.</ref>

Einzelnachweise

<references />