Dimethylnitrosamin
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Strukturformel von Dimethylnitrosamin | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Dimethylnitrosamin | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C2H6N2O | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelbe Flüssigkeit mit schwach charakteristischem Geruch<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 74,08 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig | |||||||||||||||
| Dichte |
1,0048 g·cm−3<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
151–153 °C<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Dampfdruck |
3,6 mbar (20 °C)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
leicht löslich in Wasser<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Brechungsindex |
1,4368 (20 °C)<ref name="CRC90_3_396">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-396.</ref> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| MAK |
Schweiz: 0,001 mg·m−3<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 62-75-9 bzw. Dimethylnitrosamin)Vorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | ||||||||||||||||
Dimethylnitrosamin (auch bekannt als DMN) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Nitrosamine.
Vorkommen
Dimethylnitrosamin kommt in Lebensmitteln wie gepökeltem Fleisch und alkoholischen Getränken vor.<ref name="Murken">Jan Murken: Humangenetik. 2006, ISBN 3-13-139297-5, S. 60 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Es entsteht in Tieren bei der Fütterung von Futter mit Nitrit-Zusätzen.<ref name="Pharmakologie">Heinz Lüllmann, Klaus Mohr, Lutz Hein: Pharmakologie und Toxikologie. 2010, ISBN 978-3-13-368517-7 (Seite 593 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Es kommt auch als Abbauprodukt von Aminophenazon vor. Im Menschen findet man die Verbindung bei einigen Erkrankungen wie Bilharziose.<ref name="Lehmann">Jan Lehmann: Blasenkarzinom: Neue Perspektiven in Diagnostik und Behandlung. 2004, ISBN 3-540-20504-7 (Seite 21 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Trinkwasser-Ozonierung
Die Ozonierung von Trinkwasser in Wasserwerken, ein gängiges Verfahren zur Desinfektion oder auch zum Abbau von chemischen (v. a. medikamentösen) Verunreinigungen, führt bei Vorhandensein des Ausgangsstoffs Dimethylsulfamid, einem Fungizid-Metaboliten, der durch Aktivkohlefiltration oder bekannte Verfahren nicht ausreichend eliminiert werden kann<ref>S. Hauswirth: Dimethylsulfamid im Grund- und Trinkwasser – der Schadstoff des Jahres? In: Das Gesundheitswesen. Band 70, Nr. 3, 2008, 38, doi:10.1055/s-2008-1076545.</ref>, zur Bildung von Dimethylnitrosamin.<ref>Identifizierung und Bewertung ausgewählter Arzneimittel und ihrer Metaboliten (Ab- und Umbauprodukte) im Wasserkreislauf: 3.4.5 N,N-Dimethylnitrosamin-Problematik Umweltbundesamt 2009, S. 23 bzw. 39 (PDF)</ref>
Verunreinigung von Valsartan
Anfang Juli 2018 führte eine beim chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical<ref>tagesschau.de: Wirkstoff Valsartan: Krebsgefahr durch Blutdrucksenker. Abgerufen am 22. Juli 2018.</ref> bekanntgewordene, vermutlich bereits seit 2012 bestehende Verunreinigung des pharmazeutischen Wirkstoffs Valsartan zu zahlreichen Arzneimittelrückrufen.<ref>Valsartan: chargenbezogener Rückruf valsartanhaltiger Arzneimittel, deren Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am 5. Juli 2018, abgerufen am 9. Juli 2018.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rückruf von Arzneimitteln mit Wirkstoff Valsartan vom chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen ( vom 8. Januar 2019 im Internet Archive), AGES Österreich am 5. Juli 2018, abgerufen am 10. Juli 2018.</ref> Anfang August 2018 wurden Verunreinigungen mit DMNA auch in Valsartan-Chargen des indischen Wirkstoffproduzenten Hetero Labs Limited<ref>NDMA in Valsartan: Weiterer Wirkstoffproduzent betroffen, online 10. August 2018, Abruf am 29. August 2018.</ref> und des chinesischen Hersteller Zhejiang Tianyu<ref name="BfArM_RA_Valsartan_2018-08-04"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rapid Alert des BfArM zu Valsartan ( vom 29. August 2018 im Internet Archive), Stand 24. August 2018, Abruf am 29. August 2018.</ref> festgestellt.
Verunreinigung von Metformin
Am 6. Dezember 2019 informierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über Spuren von N-Nitrosodimethylamin (NDMA) in einigen Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Metformin.<ref>Information zu metforminhaltigen Arzneimitteln. In: bfarm.de. 6. Dezember 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Dezember 2019; abgerufen am 23. Dezember 2019.</ref> Infolge startete die Streuli Pharma AG aus der Schweiz, mit Schreiben vom 11. Dezember 2019 und in Zusammenarbeit mit Swissmedic, eine Rückrufaktion der betroffenen Chargen bis auf Stufe Detailhandel (Einzelhandel).<ref>Chargenrückruf – Metformin Streuli, Filmtabletten. In: swissmedic.ch. 16. Dezember 2019, abgerufen am 23. Dezember 2019.</ref> Ob noch weitere Hersteller von der Verunreinigung betroffen sind, war mit Stand Mitte Dezember 2019 nicht bekannt.<ref>Celine Müller: Swissmedic/BfArM: Folgen weitere Metformin-Rückrufe? In: deutsche-apotheker-zeitung.de. 18. Dezember 2019, abgerufen am 23. Dezember 2019.</ref>
Gewinnung und Darstellung
Dimethylnitrosamin kann durch Reaktion von sekundären Aminen mit Natriumnitrit in Gegenwart von Salzsäure gewonnen werden.<ref name="buch">Paul Margaretha: Chemie für Mediziner. 2002, ISBN 3-540-42892-5 (Seite 115 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Eigenschaften
Dimethylnitrosamin ist eine gelbe Flüssigkeit mit schwachem Geruch und leicht löslich in Wasser. Es zersetzt sich allmählich beim Lagern (vor allem unter Lichteinwirkung) und beim Erhitzen, wobei Stickstoff, Wasserstoff, Ethen, Methan, Dimethylamin und Stickstoffoxide entstehen.<ref name="GESTIS" />
Verwendung
Dimethylnitrosamin kann zur Herstellung anderer chemischer Verbindungen (z. B. Daminozid) verwendet werden.<ref name="inchem">Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR), Monograph für Vorlage:Linktext-CheckVorlage:Abrufdatum</ref>
Sicherheitshinweise
Die Dämpfe von Dimethylnitrosamin können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt 61 °C) bilden. In einer Reihe von Experimenten an Nagetieren löste die orale Aufnahme von Dimethylnitrosamin vor allem Lebertumoren und nach Inhalation auch zusätzlich Tumoren in Lunge und Nieren aus. Auch an zahlreichen anderen Tierarten erwies sich die Substanz als kanzerogen. Sie war sogar ein diaplazentar wirksames Kanzerogen, wenn trächtige Nager exponiert wurden. Für den Menschen sind keine validen Angaben verfügbar. Ähnlichkeiten im Metabolismus in Geweben von Ratten bzw. Menschen sind jedoch erwiesen, sodass die Substanz trotz fehlender epidemiologischer Daten als kanzerogen für den Menschen angesehen werden sollte.<ref name="GESTIS" /> Eine orale Aufnahme von Dimethylnitrosamin in hohen Mengen ist für den Menschen tödlich.
Die karzinogene Wirkung kommt durch Verstoffwechselung zustande, das Endprodukt wirkt erbgutschädigend (genotoxisch).<ref>Mona Abdel-Tawab u. a.: Valsartan: ZL findet NDMA in Tabletten, Ausgabe 30/2018, Abruf am 29. August 2018.</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Krebserzeugender Stoff
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- N-Nitrosoverbindung
- N,N-Dialkylamid
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 28