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Nölke (Unternehmen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gebr. Nölke GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1924
Sitz Versmold, Deutschland<ref name="abschluss2021">Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 der Gebr. Nölke GmbH & Co. KG, Versmold. In: Bundesanzeiger, 30. Januar 2023. Abgerufen im Bundesanzeiger am 2. Dezember 2023.</ref>
Leitung Frank Nölke, Geschäftsführer der geschäftsführenden Gesellschaft<ref name="abschluss2021" />
Mitarbeiterzahl 226<ref name="abschluss2021" />
Umsatz 61,4 Mio. €<ref name="abschluss2021" />
Branche Fleischwarenproduktion (ehem.) und -vertrieb
Website www.frischdienst-union.de
Stand: 31. Dezember 2021

Die Gebr. Nölke GmbH & Co. KG ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Versmold (Westfalen), das heute als Lebensmittellieferant mit Zielgruppe gewerblicher Abnehmer tätig ist. Lange Zeit war das Unternehmen in der Fleischwarenindustrie tätig, bekannte Marken des Unternehmens waren Müritzer, Menzefricke und Gutfried. Das Unternehmen führte ab 1968 Geflügelwurst in den deutschen Markt ein. Im Jahr 2004 rangierte die Nölke-Gruppe mit einem Jahresumsatz von 430 Mio. € auf Platz 4 der 10 größten Unternehmen der Geflügelbranche, im Jahr 2008 auf Platz 100 der größten Partner des Lebensmittelhandels.<ref name="noelke.de"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Historie - Auf dem Weg zum Marktführer für Geflügelwurst, noelke.de (Memento vom 13. Mai 2018 im Internet Archive)</ref> Am 18. Dezember 2014 wurde bekanntgegeben, dass die Zur Mühlen Gruppe große Teile des Unternehmens vorbehaltlich der Zustimmung durch das Kartellamt, aber insbesondere mit Ausnahme der Frischdienst Union GmbH (FDU), übernimmt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nölke an Zur-Mühlen-Gruppe verkauft (Memento vom 3. Mai 2015 im Internet Archive)</ref> 2015 stimmte das Kartellamt der Übernahme zu.<ref name="faz">Helmut Bünder, Jan Grossarth: Wurstfabrikant Tönnies führt das Kartellamt vor. FAZ, 3. Februar 2015, abgerufen am 28. Juni 2015.</ref> Seit 2015 ist daher die Gebr. Nölke GmbH & Co. KG nur mehr eine Holding ohne eigene Produktion, ein operatives Geschäft führt nur noch die Frischdienst Union GmbH mit ihren Tochterfirmen.<ref name="Abschluss2018">Konzernabschluss der Gebr. Nölke GmbH & Co. KG zum Geschäftsjahr 2018 im Bundesanzeiger</ref>

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1924 von den vier Brüdern Heinrich, Gustav, Oskar und Otto Nölke gegründet.<ref name="noelke.de"/>

Das Unternehmen führte als erstes ab 1968 die Produktgruppe Geflügelwurst in den deutschen Lebensmittelmarkt ein. Am 29. April 1971 meldete es die Marke Gutfried beim Deutschen Patent- und Markenamt an.<ref>Gutfried – Der Volltreffer bei Geschmack und Genuss, noelke.de</ref> Als Markenbotschafter des Unternehmens warben von 2004 bis 2012 der TV-Moderator Johannes B. Kerner und seine Ehefrau, die ehemalige Hockeynationalspielerin Britta Becker für Gutfried.<ref>Einst revolutionär: TV-bekannte Wurst aus Versmold wird 50. In: haller-kreisblatt.de. 27. Oktober 2021, abgerufen am 31. März 2024: „TV-Moderator Johannes B. Kerner und seine damalige Frau Britta Becker warben im Fernsehen für Gutfried“</ref><ref>Gutfried hat den Kerner satt. In: horizont.net. 29. August 2012, abgerufen am 31. März 2024: „Der Moderator war seit acht Jahren das Gesicht der Wurstmarke - jetzt ist die Zusammenarbeit endgültig beendet.“</ref>

1991 erwarb Nölke den seit 1977 bestehenden ehemaligen VEB Fleischverarbeitung Waren. Nachdem das Unternehmen zunächst als „Müritzer Fleisch- und Wurstwaren GmbH“ firmierte, wurde es 2004 in „Heinrich Nölke GmbH & Co. KG Betrieb Waren/Müritz“ umbenannt.<ref>Müritzer, noelke.de</ref> Weiterhin übernahm das Unternehmen die Märkische Truthahnspezialitäten GmbH in Brandenburg und die Mutzschen Truthahn GmbH in Sachsen.

Im Jahr 2009 durchsuchte das Bundeskartellamt bei einer deutschlandweiten Razzia die Geschäftsräume von Nölke als einem von 19 Wurstwarenherstellern. Die Behörde vermutete Preisabsprachen im großen Stil.<ref>Razzia bei Wurstherstellern – Der Fleischindustrie steht Ärger ins Haus: Das Kartellamt ermittelt wegen illegaler Absprachen im großen Stil. Auch große Firmen sind betroffen, sueddeutsche.de, 28. August 2009</ref> Dem Vernehmen nach kooperiert Nölke in diesem Verfahren mit dem Kartellamt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Haller Kreisblatt: Kartellverfahren spaltet Fleischwarenhersteller (Memento vom 19. Juli 2014 im Internet Archive)</ref> 2014 verhängte das Bundeskartellamt gegen 21 Wurstunternehmen, darunter Heinrich Nölke, eine dreistellige Millionenstrafe wegen illegaler Preisabsprachen.<ref>http://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2014/15_07_2014_Wurst.html?nn=3591568</ref>

Im Dezember 2010 kritisierte die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch Produkte der Nölke-Marke Gutfried. Foodwatch erklärte, die Puten-Cervelatwurst des Unternehmens bestehe knapp zur Hälfte aus Schweinefleisch. Die Organisation sprach in diesem Zusammenhang von „dreister Verbrauchertäuschung“, da die entsprechende Angabe nur im Kleingedruckten der Verpackung zu finden sei. Vertreter von Nölke widersprachen und erklärten, sie wüssten durch die Ergebnisse ihrer Marktforschung, dass die Verwender auf die Zutatenliste schauen. Das Schweinefleisch sei transparent auf der Liste aufgeführt, von Täuschung könne deshalb keine Rede sein.<ref>Vorwurf Mogelpackung-Foodwatch kritisiert Gutfried-Putenwurst, spiegel.de, 8. Dezember 2010</ref> Im März 2011 gab das Unternehmen bekannt, künftig die Rezepturen für seine Puten-Mettwurst und Puten-Cervelatwurst zu ändern und wie bei allen anderen Produkten der Marke Gutfried kein Schweinefleisch mehr zu verwenden. Nölke begründete diesen Schritt damit, die Hinweise seiner Kunden ernst zu nehmen.<ref>Gutfried trifft Kundengeschmack: Verfeinerte Rezeptur bei „Puten-Vervelat“ und "Puten-Mettwurst / Verbraucher schätzen wechselseitige Information und Austausch / Mit Gutfried-Kunden im E-Mail-Dialog</ref> Medien führten dies auf die Kritik der Verbraucherschutzorganisation zurück.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Im Februar 2015 gab Nölke die Schließung der Werke Waren, Wusterhausen und Menzefricke bekannt.<ref>Wurstfabrikant Nölke macht weitere Werke dicht - Ist die Warener Transfergesellschaft in Gefahr? nordkurier.de, 27. Februar 2015</ref> Die Marke Menzefricke diente der Vermarktung von Rohwurst-Produkten (z. B. Rinder-/Schweine-Salami) im Premiumsegment.

Durch die Abspaltung und den Verkauf der Produktionsbereiche sank der Umsatz von 216,9 Mio. € im Jahr 2011<ref name="Abschluss11" /> auf 80,3 Mio. € im Jahr 2018<ref name="Abschluss2018" />, und die Mitarbeiterzahl fiel von 1076 im Jahr 2011 auf 246 im Jahr 2018.

Konzernstruktur

Die Gebr. Nölke GmbH & Co. KG ist die Holding der Nölke-Gruppe, die sich bis 2015 aus den Unternehmensbereichen Nölke und Frischdienst Union zusammensetzte. Der Unternehmensbereich Nölke unter Leitung der Heinrich Nölke GmbH & Co. KG produziert und vertreibt Wurstwaren, er wurde 2015 an die Zur-Mühlen-Gruppe verkauft; der Unternehmensbereich Frischdienst Union unter Leitung der Frischdienst Union GmbH vertreibt Produkte verschiedener Hersteller im Großhandel an Großverbraucher und Fachgeschäfte.

Zur Nölke-Gruppe gehören folgende Tochterunternehmen (Stand Ende 2018)<ref name="Abschluss2018" />:

  • Gebr. Nölke Geschäftsführungs-GmbH, Versmold (100 %)
  • Frischdienst Union GmbH, Versmold (100 %)
    • Frischdienst Union Nord-West GmbH, Versmold (100 %)
    • Frischdienst Union Mitte-Ost GmbH, Versmold (100 %)
    • Frischdienst Union Süd GmbH, Versmold (100 %)
    • WKH Food Service GmbH, Schäftlarn

Einzelnachweise

<references> <ref name="Abschluss11">Konzernabschluss der Gebr. Nölke GmbH & Co. KG zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011 im Bundesanzeiger</ref> </references>

Weblinks

Koordinaten: 52° 3′ 13″ N, 8° 8′ 19″ O

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