Müs
Müs Gemeinde Großenlüder
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1147)&title=M%C3%BCs 50° 35′ N, 9° 30′ O
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| Höhe: | 264 (262–293) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 8,76 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 1147 (30. Juni 2024) HW<ref name="DF">Entwicklung der Einwohnerzahlen. Gemeinde Großenlüder, abgerufen am 14. September 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 131 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 36137 | |||||
| Vorwahl: | 06648 | |||||
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Müs ist ein Ortsteil der Gemeinde Großenlüder im osthessischen Landkreis Fulda.
Geographie
Müs liegt westlich von Großenlüder zwischen „Wernersberg“ und „Langer Berg“ eingebettet in das Tal der Altefeld. Im Nordosten führt die Bundesstraße 254 am Ort vorbei. Im Süden liegt ein Kalksteinbruch.
- Aktuelle und historische Siedlungsplätze in der Gemarkung
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- Am Kalkwerk<ref>Am Kalkwerk, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 9. Juli 2023). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
- Grünmühle<ref>Grünmühle, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
- Jagdhaus<ref>Jagdhaus, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Juli 2023). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
Geschichte
Ortsgeschichte
- Die älteste bekannte Erwähnung erfolgte unter dem Namen Musah um das Jahr 900 im Codex Eberhardi.<ref name="lagis" />
- Die Grundherrschaft und der Grundbesitz kamen im Rahmen eines Tauschgeschäfts des Eigenbesitzes von Graf Konrad den Älteren in Müs um 900 an das Kloster Fulda.
- Später war der hier befindliche adlige Hof Lehen vom Fuldaer Abt. Er hieß auch die „Burg“.
- 1572: Trotz großer Anhängerschaft innerhalb der Bevölkerung konnte sich die Reformation in der Fürstabtei Fulda nicht durchsetzen. Der Ort blieb katholisch.
- Bereits 1656 wird eine Kapelle erwähnt. Das Patrozinium war dem hl. Antonius der Eremit geweiht.
- Im Jahre 1656 und im Jahre 1797 gehörte er dem Konvent des Klosters Fulda (Fuld. Kammerarch. 8).
- Der auf einem Hang oberhalb des Altefeldbaches errichtete kleine Schlossbau (Anfang des 17. Jahrhunderts) befindet sich an der Stelle einer früheren Burg oder eines befestigten Hofes.
- 1787 zählte es zur Fürstabtei Fulda, Gericht Lüder (Domkapitel zu Fulda).
- Mit der Säkularisation der Fürstabtei Fulda 1803 zählte es zum Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Großenlüder.
- 1812 ist Müs Tochterkirche von Großenlüder.
- 1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Großenlüder.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Müs kraft Landesgesetz zum 1. August 1972 in die Gemeinde Großenlüder eingemeindet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda (GVBl. II 330-14) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 220, § 14 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Müs, wie für alle im Zuge der Gebietsreform nach Großenlüder eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (DOC; 40 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Großenlüder, abgerufen im September 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Müs angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Fulda, Gericht/Oberamt Lüder
- 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Amt Großenlüder<ref group="Anm.">Durch den Reichsdeputationshauptschluss.</ref> Fürstentum Fulda, Amt Blankenau
- 1806–1810: Kaiserreich Frankreich,<ref group="Anm.">Infolge der Napoleonischen Kriege.</ref> Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
- 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Großenlüder
- ab 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Großenlüder<ref name="KHK1818" />
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Fulda<ref group="Anm.">1822: Trennung zwischen Justiz (Justizamt Großenlüder) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Fulda
- ab 1867: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs.</ref> Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Gemeinde Großenlüder
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Müs 1089 Einwohner. Darunter waren 9 (0,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 195 Einwohner unter 18 Jahren, 474 zwischen 18 und 49, 222 zwischen 50 und 64 und 210 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 471 Haushalten. Davon waren 141 Singlehaushalte, 126 Paare ohne Kinder und 165 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 96 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 324 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
- 1812: 70 Feuerstellen, 489 Seelen<ref name="lagis" />
| Müs: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1812 | 489 | |||
| 1834 | 665 | |||
| 1840 | 581 | |||
| 1846 | 568 | |||
| 1852 | 552 | |||
| 1858 | 585 | |||
| 1864 | 597 | |||
| 1871 | 579 | |||
| 1875 | 514 | |||
| 1885 | 633 | |||
| 1895 | 679 | |||
| 1905 | 672 | |||
| 1910 | 651 | |||
| 1925 | 645 | |||
| 1939 | 765 | |||
| 1946 | 994 | |||
| 1950 | 997 | |||
| 1956 | 989 | |||
| 1961 | 959 | |||
| 1967 | 971 | |||
| 1970 | 1.002 | |||
| 1982 | 1.083 | |||
| 1990 | 1.117 | |||
| 1995 | 1.156 | |||
| 2000 | 1.128 | |||
| 2005 | 1.124 | |||
| 2010 | 1.114 | |||
| 2011 | 1.098 | |||
| 2015 | 1.085 | |||
| 2020 | 1.121 | |||
| 2024 | 1.147 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Großenlüder<ref>Haushalt 2020. (PDF; 35,7 MB) Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Großenlüder, S. 6, abgerufen im September 2020.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 5 evangelische (= 0,79 %), 625 katholische (= 98,89 %), zwei jüdische (= 0,32 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 22 evangelische (= 2,29 %), 937 katholische (= 97,71 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Müs besteht ein Ortsbezirk (Gebiet der ehemaligen Gemeinde Müs) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 59,85 %. Dabei wurden gewählt: vier Mitglieder der CDU und drei Mitglieder der „Unabhängigen Bürgerliste“ (U-B-L).<ref>Ortsbeiratswahl Müs. In: Votemanager. Gemeinde Großenlüder, abgerufen im November 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Edgar Möller (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Müs. In: Webauftritt. Gemeinde Großenlüder, abgerufen im November 2024.</ref>
Infrastruktur
Im Ort gibt es eine Grundschule, eine katholische Kirche, eine Kindertagesstätte und ein Bürgerhaus.
Industrie
Müs ist Standort eines Kalk- und Zementwerkes.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Müs, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. April 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 154 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 8 und 64, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Weblinks
- Ortsteil Müs. In: Webauftritt. Gemeinde Großenlüder
- Müs, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib