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Münzesheim

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Münzesheim
Stadt Kraichtal
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2845)&title=M%C3%BCnzesheim 49° 7′ N, 8° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2845) 49° 7′ 19″ N, 8° 42′ 59″ O
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Höhe: 142 m
Einwohner: 2845 (30. Sep. 2023)<ref>Internetquelle
Eingemeindung: 1. September 1971
Postleitzahl: 76703
Vorwahl: 07250

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Münzesheim (südfränkisch: Minze) ist ein Stadtteil von Kraichtal im Landkreis Karlsruhe im nordwestlichen Baden-Württemberg.

Geographie

Münzesheim liegt in der Hügellandschaft des Kraichgaus am flach auslaufenden linken Hang des Kraichbachtals. Die Gemarkungsfläche beträgt 1181 ha.

Etymologie

Der Ortsname Münzesheim ist fränkischen Ursprungs und setzt sich aus dem Grundwort -heim („Wohnstätte, Siedlung“) und einem Personennamen zusammen.<ref>Adolf Bach: Deutsche Namenkunde. Die deutschen Ortsnamen. Heidelberg 1953.</ref>

Das Bestimmungswort geht vermutlich auf einen althochdeutschen Rufnamen wie Munizo, Muniz oder Muntz zurück, sodass der Ortsname die Bedeutung „Siedlung des Munizo / Muniz / Muntz“ trägt.<ref>Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Kraichgaus. Stuttgart 1990.</ref>

Das Suffix -heim weist auf eine Gründung während der fränkischen Landnahme im Frühmittelalter (6.–8. Jahrhundert) hin.<ref>Eugen Ewig: Die Siedlungsnamen im nördlichen Baden. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Band 101, 1953.</ref>

Eine Verbindung des Ortsnamens zu Münzprägung oder Geldwesen ist sprachhistorisch nicht belegt und gilt als unwahrscheinlich.<ref>Adolf Bach: Deutsche Namenkunde: Die deutschen Ortsnamen. Heidelberg 1953.</ref>

Geschichte

Datei:KraichtalMuenzesheimKirche.jpg
Martinskirche

Münzesheim wurde 828 anlässlich einer Schenkung erstmals als Muncinesheim im Lorscher Codex erwähnt,<ref>Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2305 28. April 828 – Reg. 3229. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 100, abgerufen am 28. Januar 2016.</ref> 1109 bis 1282 wurde der Ort durch einen örtlichen Adel beherrscht. 1326 kam Münzesheim an Baden, doch wurde er an die Hofwart von Kirchheim verlehnt. Die Lehnshoheit stammt vermutlich von den Grafen von Eberstein und damit von den Kraichgaurittern. Die Ortsherrschaft führte 1530 die lutherische Reformation ein. Nach Heimfall des Lehens 1675 gab Markgraf Friedrich von Baden den Ort seinen beiden unehelichen Söhnen, die sich Freiherren von Münzesheim nannten. Friedrich August von Münzesheim verkaufte die Ortsherrschaft 1761 wieder an den Lehnsherr, doch musste Baden die Steuerhoheit der Kraichgauer Ritterschaft bis 1805 anerkennen. Von 1805 bis 1807 gehörte Münzesheim zum Bezirksamt Bretten, dann zum Oberamt Gochsheim, 1813 schließlich vorübergehend zum Stadtamt und ersten Landamt Bruchsal und ab Dezember 1813 wieder zum Bezirksamt Bretten. 1936 kam Münzesheim zum Bezirksamt Bruchsal. Bis 1937 existierte eine jüdische Gemeinde.

Am 1. September 1971 vereinigte sich Münzesheim mit den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie mit den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Menzingen, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim zur neuen Stadt Kraichtal.<ref></ref>

Wappen

Das ehemalige Wappen von Münzesheim zeigt in Gold ein rotes Herz, belegt mit einem silbernen Ring.

Sehenswürdigkeiten

Die evangelische St. Martins-Kirche unterstand schon im 13. Jahrhundert dem Patronat der Grafen von Eberstein; die heutige Kirche wurde jedoch 1856 neu erbaut. Die katholische Kirche St. Andreas entstand 1963/65. Zu den historischen Gebäuden des Ortes zählt auch die Alte Schmiede.

Der asiatische Garten befindet sich direkt neben dem Therapiezentrum Münzesheim und beherbergt auf 1,5 Hektar Fläche detailgetreue Nachbauten der japanisch-asiatischen Gartenkunst. Von außenstehenden Quellen wird er als „einer der schönsten asiatischen Gärten Europas“ bezeichnet.<ref>Asiatischer Garten Münzesheim – Leben im Kraichgau, abgerufen am 29. September 2013</ref> Neben dem asiatischen Garten öffnet das Torwächterhaus, das geschichtlich älteste erwähnte Gebäude in Münzesheim, an Sonn- und Feiertagen für Besucher mit verschiedenen Sonderausstellungen.<ref>Torwächterhaus – Stadt Kraichtal, abgerufen am 29. September 2013</ref>

Persönlichkeiten

Literatur

  • Karl Diefenbacher: Ortssippenbuch Münzesheim, Stadtteil von Kraichtal, Landkreis Karlsruhe. Lahr-Dinglingen: Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher 1987 (= Badische Ortssippenbücher 65); Bearbeiteter Zeitraum 1584–1996
  • Hans Rott, Franz Xaver Kraus (Herausgeber): Münzesheim. In: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bretten (Kreis Karlsruhe). Tübingen, 1913, S. 117–125 Digitalisat

Weblinks

Commons: Münzesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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