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Möhlau

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Möhlau
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1367)&title=M%C3%B6hlau 51° 44′ N, 12° 21′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1367) 51° 44′ 0″ N, 12° 21′ 0″ O
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Höhe: 77 m ü. NHN
Fläche: 24,77 km²
Einwohner: 1367 (30. Juni 2017)<ref>Ortsteil Möhlau der Stadt Gräfenhainichen. Abgerufen am 6. Oktober 2022.</ref>
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 06772
Vorwahl: 034953
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Möhlau ist ein Ortsteil der Stadt Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt.<ref>Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Wittenberg (GemNeuglG WB)</ref> Möhlau liegt rund 8 km von Gräfenhainichen entfernt.

Allgemeine Informationen

In dem vom Braunkohleabbau geprägten Ort befinden sich 3 Tagebaurestlöcher (Möhlauer See, Alte Grube, Grube 3), die nun geflutet als Badeseen genutzt werden. Die Tagebaue entstanden, um das wenige Kilometer entfernte Kraftwerk Zschornewitz zu versorgen.<ref>mdr.de: Die Zschornewitzer und ihr Kraftwerk. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. August 2016; abgerufen am 26. August 2016.</ref> In Möhlau existiert außerdem ein Freibad. Angrenzend an das Freibad befindet sich ein Erholungsgebiet mit zahlreichen Ferienwohnungen und einem Naturcampingplatz. In Möhlau sind außerdem viele Vereine angesiedelt, neben dem Faschingsclub des Dorfes ein Fußball- und Kegelverein, sowie ein Angelverein und die Möhlauer Gymnastikgruppe.

Datei:See-Möhlau.jpg
Möhlauer See: Angelgewässer

Geografie

Geologie

Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Braunkohleabbau. Im Kerngebiet der Vorkommen um Golpa wurde 1846 östlich von Großmöhlau mit der sogenannten Kohlengrube 9 ein erster größerer Tagebau erschlossen. Der Bau des Kraftwerks Zschornewitz im Jahr 1915 und der damit verbundene Aufschluss weiterer Tagebaue hatte großen Einfluss auf die Entwicklung Möhlaus und der weiträumigen Umgebung.

Vulkanische Aktivitäten brachten vor etwa 300 Millionen Jahren saure Vulkangesteine („Porphyr“) an die Oberfläche (Hallescher Porphyrkomplex). Porphyr wurde mehrere Jahrhunderte lang im Steinbruch gebrochen. Die meisten alten Häuser in der Umgebung haben Möhlauer Porphyr im Fundament. Auch im Wörlitzer Park wurde aus praktischen und ästhetischen Gründen viel mit Porphyr gearbeitet. Die Steinbrüche in Möhlau wurden 1935 mit Seen und steilen Felswänden, Pavillon und Brücke zum Park umgestaltet und sind heute noch sehenswert.

Gliederung des Ortsteils

Der Ortsteil gliedert sich in Golpa, Rothehaus, Möhlau und Kleinmöhlau.

Geschichte

Der Ort Möhlau geht auf eine slawische Siedlung zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er am 12. Dezember 1200 bei der Einweihung der Kirche im etwa 25 Kilometer entfernt gelegenen Wörlitz.

Mitten durch den Ort verlief einst die Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Fürstentum Anhalt-Dessau. Die Orte Großmöhlau und Golpa gehörten bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 22 f.</ref> Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1944 gehörten.<ref>Der Landkreis Bitterfeld im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. November 2024; abgerufen am 4. September 2025.</ref> Kleinmöhlau gehörte hingegen historisch immer zu Anhalt.<ref>Der anhaltinische Landkreis Köthen im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juni 2024; abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref>

Am 20. Juli 1950 schlossen sich Großmöhlau, Kleinmöhlau und Golpa zur Gemeinde Möhlau zusammen.<ref>Möhlau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie</ref>

Am 1. Januar 2011 wurde Möhlau in die Stadt Gräfenhainichen eingemeindet.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011</ref>

Nach jahrelangen, auch überregional wahrgenommenen Protesten von Geflüchteten wurde Ende 2012 die Flüchtlingsunterkunft in Möhlau geschlossen.<ref>Flüchtlingsheim in Möhlau wird geschlossen In: Mitteldeutsche Zeitung vom 27. Dezember 2012, abgerufen am 16. Juli 2021</ref>

Sehenswürdigkeiten

Datei:Möhlauer-See.jpg
See mit Strandbad
  • Spätromanische Feldsteinkirche (Wehrkirche), 1857 mit Backsteingiebel und -vorhalle neugestaltet, mit separatem hölzernem Glockenstuhl, umgeben von einer (erneuerten) Friedhofsmauer
  • Möhlauer See mit Strandbad und Ferienwohnungen
  • Ehemaliger Porphyr-Steinbruch, 1935 zum Park umgestaltet

Politik

Wappen

Das vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltete Wappen wurde am 3. Februar 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Geviert von Blau und Gold; Feld 1 und 4: eine goldene Ähre, Feld 2: ein grüner Kachelofen mit schwarzem Sockel und gewölbtem schwarzen Oberteil, Feld 3: ein schwarzes Bergmannsgezähe.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Amtsblatt des Landkreises Nr. 4/2009 Seite 5 (Memento vom 3. Februar 2016 im Internet Archive) (PDF; 405 kB)</ref>

Flagge

Die Flagge ist Schwarz-Gelb-Schwarz (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend; Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen belegt.

Wirtschaft / Verkehr

Datei:Bahn-Möhlau.jpg
Bahnbedarf Möhlau

Gedenkstätten

Datei:Möhlau,E-Lok.jpg
Bergbau-Denkmal mit E-Lok 3-191-50-B2
  • Lok zur Erinnerung an den Bergbau
  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für drei namentlich bekannte italienische Militärinternierte, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Denkmale für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg in Kleinmöhlau auf dem Friedhof und in Großmöhlau in der Nähe der E-Lok
  • Denkmal für den Forstmeister Rudolf Stubenrauch im Ortsteil Rothehaus

Weblinks

Commons: Möhlau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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