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Acker-Vergissmeinnicht

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(Weitergeleitet von Myosotis arvensis)

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Acker-Vergissmeinnicht
Datei:20130603Myosotis arvensis4.jpg

Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Gattung: Vergissmeinnicht (Myosotis)
Art: Acker-Vergissmeinnicht
Wissenschaftlicher Name
Myosotis arvensis
(L.) Hill

Das Acker-Vergissmeinnicht<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Myosotis arvensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vergissmeinnicht (Myosotis) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).<ref name="Euro+Med" />

Beschreibung

Datei:Myosotis arvensis (26686834142).jpg
Habitus und Laubblätter
Datei:English botany, or, Coloured figures of British plants (1863) (14577982127).jpg
Illustration aus English botany, or, Coloured figures of British plants, 1863
Datei:20150509Myosotis arvensis (cropped).jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blüten im Detail
Datei:Myosotis arvensis (subsp. arvensis) sl8.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blüten im Detail von Myosotis arvensis subsp. arvensis
Datei:Myosotis arvensis (subsp. arvensis) sl9.jpg
Behaarter Stängel, Fruchtstiel und Kelch von Myosotis arvensis subsp. arvensis

Vegetative Merkmale

Das Acker-Vergissmeinnicht wächst meist als einjährige, es kann auch als überwinternd-einjährige (winterannuell) oder als zweijährige krautige Pflanze wachsen und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40, selten bis zu 60 Zentimetern.<ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Die Stängel sind aufsteigend bis aufrecht und oft schon vom Grund an stark verzweigt.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Im beblätterten Bereich sind die Stängel abstehend, im unbeblätterten angedrückt behaart. Die Trichome sind nicht hakig.<ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind mehr oder weniger dicht grau behaart (Indument).<ref name="InfoFlora" />

Die Laubblätter sind in grundständigen Rosetten und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Blattspreite der Grundblätter ist bei einer Länge von 2 bis 5, manchmal bis zu 8 Zentimetern sowie einer Breite von bis zu 1,5 Zentimetern verkehrt-lanzettlich, lanzettlich oder eiförmig, dabei allmählich in den Blattstiel verschmälert.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Die Stängelblätter sind sitzend, bei einer Länge von meist 2 bis 5 Zentimetern lanzettlich bis eiförmig und mit geraden Trichomen besetzt.<ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April oder Mai bis September oder Oktober.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="BiolFlor" /><ref name="Oberdorfer2001" /> Im Blütenstand sind die Blüten dicht angeordnet und er ist an der Basis nicht beblättert. Auch die unteren Blüten besitzen keine Tragblätter.<ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" />

Die zwittrige<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Blüte ist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind bis etwa zwei Drittel ihrer Länge verwachsen und ist mit abstehenden, hakig gekrümmten Trichomen behaart.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Die Kelchzipfel neigen zusammen und verschließen den Kelch. Die hell-blaue Krone ist bei einem Durchmesser von 2 bis 4, selten 5 Millimeter offen-trichterförmig.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Staubblätter und Narbe befinden sich im Inneren der Kronröhre.

Der Fruchtstiel steht waagrecht ab und ist 1,5- bis, meist zwei- bis dreimal so lang wie der zur Fruchtreife etwa 7 Millimeter lange Kelch.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Die Kelchzipfel sind geschlossen. Die grünlich-schwarzen bis schwarzen oder schwarz-braunen<ref name="InfoFlora" /> Teilfrüchte sind maximal 2,5 × 1,2 Millimeter groß und besitzen zwei scharfe Kanten und tragen keine Anhängsel.<ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x =11, 12 oder 13;<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> es liegen unterschiedliche Ploidiestufen vor, mit Chromosomenzahlen von 2n = (36, 48) 52 (bei Tetraploidie<ref name="FloraWeb" />), 54 oder 66.<ref name="InfoFlora" /><ref name="BiolFlor" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Beim Acker-Vergissmeinnicht handelt es sich um einen mesomorphen, monokarpen Hemikryptophyten bzw. annuellen oder biennen Therophyten.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="BiolFlor" />

Blütenökologisch handelt es sich um Stieltellerblumen. Staubblätter und Narbe befinden sich im Inneren der Kronröhre. Als Belohnung für Bestäuber ist völlig verborgener Nektar vorhanden.<ref name="FloraWeb" /> Meist erfolgt spontane Selbstbestäubung innerhalb einer Blüte.<ref name="FloraWeb" /> Die Bestäubung soll auch durch Dipteren, kleine Apoiden und Tagfalter erfolgen.<ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002" /> Das Acker-Vergissmeinnicht ist fakultativ autogam, dabei erfolgt meist Selbstbefruchtung und Fremdbefruchtung ist die Ausnahme.<ref name="FloraWeb" /> Es liegt Selbstkompatibilität vor, also führt Selbstbefruchtung erfolgreich zum Samenansatz. Es liegt Dichogamie vor mit homogamen Blüten, männliche und weibliche Blütenorgane sind also gleichzeitig fertil.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" />

Die Bruchfrucht (hier Klausenfrucht genannt) zerfällt in vier einsamige, geschlossen bleibende Teilfrüchte (Klausen).<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Die Diasporen sind die Klausen. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch den Mund von Tieren (Stomatochorie) und durch Klett- und Klebausbreitung auf der Oberfläche von Tieren (Epichorie).<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen

Das Acker-Vergissmeinnicht ist in Europa, Westasien, im Kaukasusraum, in Kasachstan, Sibirien und Nordafrika sowie Makaronesien weitverbreitet.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /> Das Acker-Vergissmeinnicht ist ein meridional-montanes bis boreales, subozeanisches Florenelement. Die Frage, ob es in Mitteleuropa indigen ist, oder ein Archäophyt, ist nicht geklärt. In Deutschland und Österreich kommt das Acker-Vergissmeinnicht überall vor und ist häufig.<ref name="Rothmaler1987" />

Es wächst in Mitteleuropa in Äckern, an Wegrändern, Ruderalstellen und in Gebüschen. Es gedeiht meist auf frischen, nährstoffreichen Lehmböden und kommt von der collinen bis in die montane Höhenstufe vor, selten bis in die subalpine. Es steigt an Schaf- und Ziegenlägern bis über 2000 Meter und kommt an der Alpe Canciano im Puschlav bis 2207 Meter und im Kanton Wallis an der Riffelalp bis in einer Höhenlage von 2227 Metern vor.<ref name="Hegi1966" />

Im pflanzensoziologischen System ist das Acker-Vergissmeinnicht eine Charakterart der Klasse Secalietea, der Segetal-Unkrautgesellschaften. Es kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Ordnung Polygono-Chenopodietalia oder Atropetalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl 6 = Halbschatten- bis Halblichtpflanze, Temperaturzahl 6 = Mäßigwärme- bis Wärmezeiger, Kontinentalitätszahl 5 = See-/Steppen-Übergangsklima zeigend, Feuchtezahl 5 = Frischezeiger, Feuchtewechsel = keinen Wechsel der Feuchte zeigend, Reaktionszahl = indifferent, Stickstoffzahl 6 = mäßigen Stickstoffreichtum bis Stickstoffreichtum zeigend, Salzzahl 0 = nicht salzertragend, Schwermetallresistenz: nicht schwermetallresistent.<ref name="FloraWeb" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Datei:Myosotis arvensis subsp umbrata 2 RF.jpg
Myosotis arvensis subsp. umbrata

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 als Myosotis scorpioides var. arvensis durch Carl von Linné in Species Plantarum, S. 131. Die Neukombination zu Myosotis arvensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Hill wurde 1764 durch John Hill in The Vegetable System, 7, S. 55 veröffentlicht.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton arvensis bedeutet „auf Äckern wachsend“. Weitere Synonyme für Myosotis arvensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Hill sind: Myosotis intermedia <templatestyles src="Person/styles.css" />Link, Myosotis ludovici <templatestyles src="Person/styles.css" />Sennen, Myosotis antonii <templatestyles src="Person/styles.css" />Sennen, Myosotis arvensis var. graciasi <templatestyles src="Person/styles.css" />O.Bolòs & Vigo, Myosotis arvensis subsp. dumetorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Blaise nom. inval.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es von der Art Myosotis arvensis etwa zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

Medizinische Nutzung

Myosotis arvensis findet in homöopathischen Arzneimitteln Verwendung als „Wirkstoff“ vor allem gegen Lymphknotenschwellungen.<ref name="Apotheken-Umschau" /> Diese zugeschriebene Wirkung ist wissenschaftlich nicht bestätigt.

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Myosotis arvensis (L.) Hill, Acker-Vergissmeinnicht. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb_umbrata"> Myosotis arvensis subsp. umbrata (Rouy) O. Schwarz, Hain-Acker-Vergissmeinnicht. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="BiolFlor"> Acker-Vergissmeinnicht. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="InfoFlora"> Myosotis arvensis Hill In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Schmeil-FitschenCD-ROM2002"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Rothmaler1987"> </ref> <ref name="Apotheken-Umschau"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Apotheken Umschau: Arzneimittelinformationen zu Lymphomyosot N Tropfen (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) </ref> <ref name="Bomble2012"> F. W. Bomble: Kritische und wenig bekannte Gefäßpflanzenarten im Aachener Raum I. In: Jahrb. Bochumer Bot. Ver. Band 3, 2012, S. 103–114. (PDF 2 MB) </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, 2011+: Boraginaceae. Datenblatt Myosotis arvensis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2170–2171. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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