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Museum für Konkrete Kunst

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Datei:Museum für Konkrete Kunst.jpg
Museum für Konkrete Kunst mit der Außenskulptur von Marcello Morandini (2011)
Datei:Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt.jpg
Das Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt aufgenommen von der Tränktorstraße. (2015)

Das Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt präsentiert in Wechselausstellungen auf rund 800 m² Ausstellungsfläche die Vielfalt der Konkreten Kunst seit ihren Anfängen. Daneben widmet es sich ausgesuchten Aspekten des Designs, die im 20. und 21. Jahrhundert vielfach eng mit der Konkreten Kunst verbunden sind. 1992 wurde das Museum für Konkrete Kunst in seinen heutigen Räumen in einem ehemaligen Kasernengebäude aus dem 18. Jahrhundert eröffnet. Die architektonische Gestaltung der Münchner Architekten Claus und Forster wurde 1993 mit dem BDA-Preis Bayern ausgezeichnet.

Zum Museum gehört auch die Stiftung für Konkrete Kunst und Design, die 2007 von Ludwig Wilding, der Stadt Ingolstadt und Ingeborg König (ehemals Wilding) gegründet wurde. Unterstützt wird die Stiftung durch Audi ArtExperience, einem kulturellen Förderprogramm der Firma Audi. Stiftungsziel ist es, Nachlässe bedeutender Künstler der Konkreten Kunst zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.<ref>Stiftung für Konkrete Kunst und Design: Über uns. In: skkd-ingolstadt.de. Abgerufen am 11. April 2026.</ref> Vorsitzende der Stiftung ist die jeweilige Museumsleiterin, seit 2021 ist dies Theres Rohde.

Geplanter neuer Museumsbau

2012 beschloss der Stadtrat den Neubau des Museums in der denkmalgeschützten Alten Gießereihalle im Osten der Altstadt. Nötig geworden war der Neubau nicht nur durch die sehr begrenzte Ausstellungsfläche von 800 m², sondern auch durch eine veraltete Klimatechnik.<ref>Tim Ackermann: Wie Würzburg und Ingolstadt die Konkrete Kunst feiern. In: Weltkunst. 22. Juli 2016, abgerufen am 13. April 2026.</ref> Zudem waren die Räume im alten Museumsbau zu niedrig für große Exponate. Hatten sie im alten Museumsbau allenfalls 2,60 Meter Höhe, werden es im neuen Museum 5,60 Meter sein.<ref name="Reithmaier">Sabine Reithmaier: Ingolstadt: Das ist eine andere Liga von Museum. In: Süddeutsche Zeitung. 26. Dezember 2022, abgerufen am 13. April 2026.</ref> Zudem wird ein Lastenaufzug installiert, und werden Räumlichkeiten für Gastronomie und einen Shop geschaffen.<ref>Patricia Brozio: Restaurierung auf drei Etagen: Kabinett der Schäden. In: Verband der Restauratoren. 17. Juni 2025, abgerufen am 13. April 2026.</ref>

Der Umbau

Datei:Neubau des MKK Ingolstadt.jpg
Neubau des MKKD Ingolstadt (2020)

Bautechnisch stellte der Umbau der historischen Halle aus dem Jahr 1882 die Bauherren vor große Herausforderungen. Zum einen ist die Halle denkmalgeschützt, das Äußere der Halle durfte also nicht verändert werden, zugleich sollten aber alle modernen Installationen der Technik und alle Anforderungen des Museums an die Räumlichkeiten realisiert werden. Der Siegerentwurf der Wiener Querkraft Architekten sah vor, dass die Halle ein völlig neues Untergeschoss erhalten sollte, das in Zukunft als Ausstellungsräume für das Museum für Konkrete Kunst genutzt werden sollte. Dafür waren viele Vorarbeiten nötig, wie das Absenken des Grundwassers, um überhaupt am Untergrund arbeiten zu können. Es mussten 72 Großbohrpfähle bis zu 15 Meter tief in den Untergrund eingebracht werden, um die Lasten des darüberliegenden Gebäudes ablasten zu können. Peter Kirchmann, der das spektakuläre Projekt vor Ort steuert: „Diese Großbohrpfähle sind entscheidend, um das historische Gebäude der Gießereihalle, später auf den tragenden Baugrund ablasten und die archäologischen Grabungsarbeiten von derzeit –5,0 m auf –7,10 m fortsetzen zu können.“<ref name ="Neubau">Neubau. In: Museum für Konkrete Kunst. Abgerufen am 14. April 2026.</ref>

Im Rahmen des Denkmalschutzes fanden archäologische Grabungen in bis zu sieben Meter Tiefe statt, die vier Monate Zeit in Anspruch nahmen.<ref name="Schattenhofer">Suzanne Schattenhofer: Unterwegs in Sachen Konkrete Kunst: Besuch im Büro Querkraft und im Atelier von Esther Stocker. In: Donaukurier. 25. Juli 2024, abgerufen am 14. April 2026.</ref> Dafür mussten weitere 170 Bohrpfähle installiert werden.<ref>Museumsneubau unter historischer Halle in Ingolstadt. In: Detail Architecture. 2. März 2023, abgerufen am 14. April 2026.</ref>

Die historischen Gussstützen, welche die Lasten der Halle bisher abfingen, wurden für die Bauarbeiten ausgelagert, durch Hilfsstützen ersetzt, und später wieder reinstalliert, um der Halle ihr altes Aussehen wiederzugeben. So ist nun auch die alte Kranbahn wieder sichtbar, die in dem Industriedenkmal früher zum Transport schwerer Lasten genutzt wurde.<ref name="Neubau"/> Im April 2025 konnte die Fluchttreppe installiert werden, wofür aufgrund der tonnenschweren Bestandteile ein Kran zum Einsatz kam. Im selben Monat wurde mit dem Wiedereinbau der großen historischen Fensterfront in Richtung Donau begonnen. Holger Kirchmann resümiert: „Von Beginn an hat es mich fasziniert, dass die historische Gießereihalle aus dem Jahr 1882 nahezu erhalten bleibt, und die zeitliche Geschichte von einst nicht verloren geht. Vielmehr gelingt es mit der Wandelung der ehemaligen Gießereihalle in das neue Museum für Konkrete Kunst und Design bestehende historische Substanz beizubehalten und einer neuen Nutzung zu überführen. In dem historischen Gebäude zu stehen, zeitgleich fällt durch die großen Fensteröffnungen im Norden und Süden das Sonnenlicht in das Halleninnere, hat nach all den Jahren nie seine Faszination verloren und wird auch später die Besucher des Museums in ihren Bann ziehen.“<ref name ="Neubau"/> Im April 2026 wird im Museum für Konkrete Kunst eine Ausstellung eröffnet, die sich intensiv dem Bauvorhaben und seiner Entwicklung widmet: Becoming MKKD: Vom Planen und Entstehen eines Museums.<ref>Willkommen: Becoming MKKD: Vom Planen und Entstehen eines Museums. In: Museum für Konkrete Kunst. Abgerufen am 14. April 2026.</ref>

Kosten des Neubaus

Anfangs rechnete man mit Kosten in Höhe von 25 Millionen Euro, das Museum sollte 2019 eröffnet werden. Jedoch gab es viele Verzögerungen bei dem umfangreichen Projekt, die dazu führten, dass das Museum erst 2027 eröffnet werden kann. Dabei erhöhten sich auch kontinuierlich die kalkulierten Kosten für den Neubau. Preistreibend waren u. a. die komplizierte Fundamentierung des Tiefbaus<ref name="Reithmaier"/>, enorme Preissteigerungen im Bauwesen, die komplexen und langwierigen archäologischen Untersuchungen des Untergrunds sowie die erforderlichen Anpassungen an den aktuellen Stand der Technik. 2026 wird das endgültige Kostenvolumen für den Neubau mit 60 Millionen Euro angegeben.<ref>Die häufigsten Fragen: Was kostet der Neubau und warum ist er teurer geworden als geplant? In: Museum für Konkrete Kunst. Abgerufen am 14. April 2026.</ref> Peter Schapp von der Architektenfirma Querkraft zieht als Fazit: „Der Kostenrahmen war von Anfang an utopisch. Aber man konnte die Kosten auch gar nicht seriös ermitteln.“<ref name="Schattenhofer"/>

Städtisches Umfeld

Der Neubau wird das Zentrum des neu geschaffenen Quartier G bilden, in dem sich sechs verschiedene Institutionen der Kultur- und Kreativwirtschaft Ingolstadts ansiedeln werden. Da die historische Eingangshalle mit ihren hohen Fundamentbögen und den hohen Fenstern weiterhin frei zugänglich sein wird, können die Besucher die sakrale Atmosphäre<ref name="Schattenhofer"/> der 100 Meter langen Halle auch genießen, wenn sie nicht die Wechsel-Ausstellungen des Museums im Untergeschoss besuchen wollen. Museumsshop und Gastronomie sowie Dauerausstellungen der vielen Sammlungen des Museums werden oben in der Halle platziert.

Für die Außengestaltung des Geländes zwischen dem neuen Museum und der Technischen Hochschule Ingolstadt wird der Verein der Freunde des Museums e.V. eine von dem Architekturbüro Jürgen Mayer H. gestaltete Außenskulptur der Stadt Ingolstadt als Schenkung überlassen: „Die Skulpturen bestehen aus Waffelstrukturen, gefertigt aus regional gewachsenem Holz, das vor Ort montiert wird. Die Verwendung dieses nachwachsenden Rohstoffes trägt zur Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion bei und unterstreicht das Engagement für umweltfreundliche Baupraktiken. Die Fertigungsweise der Skulpturen lässt auch in Zukunft eine erweiterte Nutzung zu. Kunstinstallationen, Lichtkunstfestivals mit Projektionen auf die Skulpturen und performative Veranstaltungen könnten den gesamten Platzraum beleben und ihn als einen zeitgenössischen urbanen Raum definieren, der die Medien, Kommunikation und Technologien unserer Zeit reflektiert und bespielt.“<ref>Museum Außenskulptur. In: Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt. Abgerufen am 12. April 2026.</ref>

Sammlungen und Schenkungen

Kunstsammlung Eugen Gomringer

Den Grundstock der Sammlung bildete der Ankauf der privaten Kunstsammlung von Eugen Gomringer, der zu den zentralen Vertretern der sogenannten Konkreten Poesie gehört. Der Ankauf konnte durch die großzügige Unterstützung von Industrie und Handwerk sowie durch zahlreiche Spenden der Ingolstädter Bürgerschaft realisiert werden.

Sammlung der Stiftung für Kunst und Design

Der Fokus der Stiftung liegt auf Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit Gründung der Stiftung 2007 wurde die Sammlung kontinuierlich erweitert. 2022 umfasste der Bestand der Stiftungssammlung bereits 20 Künstlernachlässe mit einem Wert von 5,6 Millionen allein für die Kunstwerke. Die Stiftung betreut nicht nur die Nachlässe und hält Kontakte mit Erben, Künstlern und Designern, sondern sorgt auch für die nötige Restaurierung von Kunstwerken, falls dies nötig ist: „Den Tausenden Exponaten der Sammlung mit restauratorischen Maßnahmen und klimastabilen Lagerungsbedingungen gerecht zu werden, ist und bleibt die größte Herausforderung der Stiftung. Steigende Material– und Personalkosten erschweren die oft dringliche Umsetzung.“<ref name=Stiftung>Gute Kunst. Konkrete Ziele. Eine Stiftung: Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt. (PDF; 838,76 kb) In: skkd-ingolstadt.de. 24. November 2022, abgerufen am 11. April 2026.</ref>

Dauerleihgaben der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt

2004 wurden Teile der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt zum ersten Mal im Museum für Konkrete Kunst gezeigt. Seit 2009 besteht eine Übereinkunft zwischen der Sammlung, dem Museum und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design, wonach gezielte Ankäufe für das neu geplante Museum für Konkrete Kunst und Design getätigt werden: „Zu unserem Verständnis als Sammler hat immer gehört, die Werke der Öffentlichkeit bekannt zu machen und sie in Ausstellungen zu zeigen. Denn Kunst lebt nicht im Depot, sie braucht Menschen, die sie sehen und sich an ihr freuen. Umso mehr freut es mich, dass unsere Sammlung bereits schon seit 2004 im MKK in Ingolstadt ein zweites Zuhause hat.“ (Agathe Weishaupt)<ref name=Stiftung/>

Sammlung für Design

Seit dem Jahr 2000 baut das Museum auch eine eigene Design-Sammlung auf, die die Gemeinsamkeiten von Konkreter Kunst einerseits und dem modernen Produkt-Design andererseits zum Thema hat. Das Bauhaus, die Hochschule für Gestaltung Ulm sowie der Deutsche Werkbund setzten sich für moderne, massentaugliche und doch ästhetische Produkte ein. Künstler wie Max Bill und Anton Stankowski arbeiteten an der Schnittstelle zwischen Kunst und Gestaltung bzw. Design. Der engen Verknüpfung von Konkreter Kunst mit Design wird das Museum bei seiner Neueröffnung durch den Zusatz Museum für Konkrete Kunst und Design Rechnung tragen.

2014 und 2015 erhielt das Museum eine umfangreiche Design-Sammlung des Ehepaars Wilfried und Inge Funke als Schenkung. Sie umfasst circa 850 Objekte aus einem Zeitraum von circa 1920–1970 und besteht unter anderem aus Porzellan, Haushaltsgeräten, und Keramik namhafter Hersteller. Simone Schimpf, zu diesem Zeitpunkt Direktorin des Museums: „Es ist für das Museum für Konkrete Kunst ein großes und unverhofftes Glück, dass es mit der Sammlung Funke ein handverlesenes Konvolut erhält, welches in über vierzig Jahren zusammengetragen wurde. Eine solche Qualität der Objekte und diese präzise Auswahl kann heutzutage kein Museum mehr nachkaufen.“<ref>Umfangreiche Designschenkung. In: regionalreporter.de. 26. Januar 2016, abgerufen am 12. April 2026.</ref>

Direktoren

Ausstellungen (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Commons: Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 45′ 43,5″ N, 11° 25′ 37,6″ O

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